DUDENHOFEN
Weihnachtsaktion: Spendersuche mit Fingerspitzengefühl
Vor drei Jahren hat Ofer mit der Weihnachtsaktion angefangen. „Mit dem damaligen Pfarrer Josef Metzinger haben wir eine Liste von bedürftigen Familien gemacht“, berichtet Ofer. Dann hat der Dudenhofener angefangen Kontakte zu knüpfen und um Hilfe für sein Vorhaben zu bitten – mit Erfolg. Banken, Sparkassen, Kommunal- und Landesverbände, Stiftungen, Unternehmen, Geschäfts- und Privatleute beteiligten sich mit Geld- und Sachspenden. „Ich war Bankkaufmann und bin auch in Fundraising ausgebildet“, erklärt Ofer, der seit 1983 Vorsitzender des Caritas-Ausschusses in Dudenhofen ist, seinen Erfolg. Den ausgesuchten Familien – oft mit vielen Kindern und alleinerziehenden Eltern – seien die gesammelten Spenden dann zu Weihnachten übergeben worden.
Ludwig Ofer ist bewusst, dass im Jahr der Corona-Pandemie viele Unternehmen selbst in Not geraten sind. Etliche Geschäfte und mittelständische Unternehmen, die er sonst angeschrieben hätte, hat er dieses Mal daher nicht um Spenden gebeten. „Da braucht es Fingerspitzengefühl“, sagt er.
Acht Familien bedacht
Trotzdem hat er für die acht Familien aus Dudenhofen, Hanhofen und Heiligenstein, die dieses Jahr bedacht werden, ein stattliches Weihnachtspäckchen schnüren und bis zum vergangenen Samstag übergeben können. „Für jede Familie gibt es einen Gutschein von Rewe über 150 Euro“, berichtet Ofer. Fünf Familien bekämen außerdem je einen Korb mit Wurst und Fleisch von der Dudenhofener Metzgerei Ballreich, die sich jedes Jahr sehr bei der Weihnachtsaktion einbringe. Auch der neue leitende Pfarrer in der Pfarrei Heilige Hildegard, Jens Henning, hat die Aktion unterstützt.
Der Caritas-Ausschuss Dudenhofen mit Ludwig Ofer an der Spitze ist nicht nur vor Weihnachten für den guten Zweck aktiv. „Wir helfen auch unter dem Jahr, wenn jemand in Not geraten ist“, sagt Ofer. Das Caritas-Team sorgt sich seit fast vier Jahrzehnten um Kranke, Bedürftige, Ausgegrenzte und Migranten, informiert die Pfarrei. Er finanziere ausschließlich durch Spenden in Form von Fundraising seine ehrenamtliche Arbeit. Seit Jahrzehnten besuchten mehr als 20 Frauen Kranke und Senioren in den Krankenhäusern und Pflegeheimen in Speyer und Dudenhofen – 20.000 Krankenbesuche hätten sie so absolviert. Ofer selbst betreut seit 17 Jahren ehrenamtlich Demenzkranke im Seniorenzentrum St. Sebastian in Dudenhofen. Doch seit beginn der Corona-Pandemie habe er die Menschen nicht mehr besuchen können. „Das Risiko ist viel zu groß“, sagt er.