Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Weg frei gemacht für provisorische Kita-Gruppe

Kindergarten: Daran fehlt es in Römerberg.
Kindergarten: Daran fehlt es in Römerberg.

Zwei neue Kitas sind in Römerberg geplant. Die Realisierung zieht sich. Grünen-Beigeordneter Heinz-Peter Schneider hofft deshalb, dass die provisorische Einrichtung am Tafelsbrunnen den Betrieb spätestens im Juli aufnehmen kann. Bis zu 60.000 Euro Kostenübernahme für das nächste Jahr hat der Ortsgemeinderat zugestimmt.

Entstehen soll ein eine eingruppige Kita für 20 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren mit Übermittagsbetreuung. Träger der provisorischen Einrichtung für drei Jahre soll die Ortsgemeinde sein. Die Kita soll in den kommenden drei Jahren fehlende Plätze ausgleichen und damit für mehr Betreuungssicherheit der Eltern sorgen. Eigentümer des leerstehenden Hauses am Tafelsbrunnen seien die Speyerer Stadtwerke (SWS). Schneider berichtete von konstruktiven Gesprächen mit SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring. Nach Auskunft von Ortsbürgermeister Mathias Hoffmann (Grüne) beläuft sich die künftige Monatsmiete für das geplante Kita-Provisorium auf 300 Euro.

Das Gebäude auf Speyerer Gemarkung hat bereits eine lange Kita-Geschichte. Von 2009 bis 2021 war die private Kindertagesstätte „Kinderland“ in den Räumen untergebracht, die vor dem Einzug der Römerberger Kinder umgebaut werden müssen. Zwei Fluchtwege gehören zu den Brandschutz-Auflagen. Dafür müssen Wände versetzt, Zwischenwände eingezogen und die sanitären Anlagen umgebaut werden. Kosten: Zwischen 50.000 und 60.000 Euro.

Personell soll die Kita am Tafelsbrunnen mit zwei Erziehern sowie jeweils einer Hauswirtschafts- und einer Reinigungskraft ausgestattet werden. Zur Strukturierung und Einarbeitung sollen die Fachkräfte bereits einen Monat vor dem Start eingestellt werden. Die zusätzliche Beschäftigung einer Springerkraft für Krankheits- und Urlaubszeiten ist geplant.

Der Kita-Platz-Bedarf in Römerberg ist weitaus höher als das aktuelle Angebot für Kinder bis zum Schuleintritt. Mehr als 80 Plätze werden nach Angaben der Römerberger Kita-Leitungen dringend benötigt. „Die Situation ist massiv bedrohlich“, sagte Grünen-Fraktionssprecher Jürgen Schall in der letzten Ortsgemeinderatssitzung vor Weihnachten. Verwaltungsabläufe müssten verkürzt werden, forderte er. „Dass es fünf Jahre dauert, bis eine Kita betriebsbereit ist, ist Eltern nicht mehr zu erklären“, machte Schall den Handlungsbedarf deutlich.

Die beiden in Berghausen und Heiligenstein seit 2018 beziehungsweise 2021 geplanten fünf- und dreigruppigen Kitas sind nach Auskunft Schneiders frühestens 2025 fertig. Auch der Start der vorgesehenen Naturgruppe stehe derzeit noch in den Sternen. „Die Prozesse sind zu langsam und intransparent“, kritisierte der Beigeordnete die derzeitigen Abläufe.

Mehr Schulsozialarbeit

Zum Mehrbedarf an Schulsozialarbeit haben alle drei Römerberger Grundschulen Stellung genommen und die Ergebnisse dem Rat vorgelegt. Demnach erkennen die Pädagogen seit Pandemieausbruch große Lücken in der sozialen Entwicklung der Schüler, von in dieser Zeit entwickelten Ängsten und Phobien. Mit dem Förderprogramm „Aufholen nach Corona“ fördere die Kreisverwaltung Schulsozialarbeit in den Grundschulen Heiligenstein und Mechtersheim, berichtete Hoffmann von der Kostenübernahme bis zum 31. Mai. Die Schulsozialarbeits-Wochenstunden werden nach Beschluss des Ortsgemeinderats an diesen Schulen von bisher 9,75 auf 13,75 aufgestockt, die Kosten ab 1. Juni bis zum Jahresende von der Gemeinde getragen. Der Erhöhung der Sozialarbeiterstunden an der Grundschule Berghausen um vier auf 23,5 Wochenstunden ab 1. Januar stimmte der Rat ebenfalls einstimmig zu.

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