Rhein-Pfalz Kreis Weg für neue Ortsmitte ist frei

Mutterstadt. Eine positive Wendung für die Gestaltung der neuen Ortsmitte von Mutterstadt hat Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) zu verkünden. Die Gemeinde hat kürzlich einen Gebäudekomplex an der Ecke Neustadter/Speyerer Straße erstanden. Mit dem Abriss kann die Einfahrt zur Speyerer Straße – von je her ein Nadelöhr – für Fußgänger und Verkehr verbreitert werden.
Vielen Mutterstadtern war der Gebäudekomplex schon immer ein Dorn im Auge, vor allem die sehr präsente Gewerbefläche im Erdgeschoss. Dort waren in den vergangenen Jahren recht unattraktive Läden: erst ein Matratzen-Outlet, dann ein Möbel-Ausverkauf. Nun wird das Gebäude, in dem auch sieben Wohn- und Büroflächen waren, weichen. „Die Gemeinde hat das Haus gekauft, während der Umbauarbeiten wird es abgerissen“, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider auf RHEINPFALZ-Anfrage. Für die Mieter werden derzeit Ersatzwohnungen gesucht. Der Ortschef ist sichtlich froh über diese Wendung in der Akte „Neuer Ortskern“, bekommt die Ortsmitte doch so ein weit aus „offeneres und somit attraktiveres Bild“, wie er sagt. Es ist vor allem eine enorme Erleichterung für den Verkehr. Das Nadelöhr, das derzeit von der Hauptkreuzung in die Speyerer Straße führt, ist seit je her ein Problem für den Lastverkehr – und auch für Fußgänger, die auf einem Gehweg laufen müssen, der die Breite eines Trampelpfads hat. Nun wird im Zuge des Abrisses nicht nur die Straße breiter, „auch der Gehweg von der Neustadter in die Speyerer Straße kann auf zwei Meter verbreitert werden“, berichtet Schneider. Und damit wird auch Platz für eine weitere Querungshilfe in der Speyerer Straße gewonnen. Wie berichtet, sollen die Ampeln an der Hauptkreuzung wegfallen und Rechts-vor-links-Verkehr eingeführt werden. Doch nicht nur das: Die durch den Abriss entstehende Freifläche soll großzügig gestaltet werden – „denkbar wären Gebäude mit Wohnungen“. Für wie viel das 590 Quadratmeter große Grundstück samt Gebäude erstanden wurde, kann Schneider nicht sagen, da es „ein nicht-öffentlicher Sachverhalt ist“. Möglicherweise könnte der Bereich aber auch noch ganz anders aussehen. „Wir sind mit Eigentümern weiterer Grundstücke in Verhandlungen“, verrät der Bürgermeister. Die Kosten für den Abriss werden auf 90.000 Euro geschätzt. Los geht es damit aber erst, wenn dieser Bauabschnitt in der Ortskernumgestaltung dran ist. Die umfasst zunächst den Ausbau der Oggersheimer Straße vom Historischen Rathaus bis zur Ampelkreuzung und der Ludwigshafener Straße von der Kreuzung bis zur Friedrich-Ebert-Straße. „Zurzeit bereiten wir die Ausschreibung vor, im Herbst werden die Bürger in einer Bürgerversammlungen über die Bauplanung informiert“, kündigt Schneider an. Im März 2016 sollen dann die Bagger rollen. Geplant sind – mit Rücksicht auf die Einzelhändler in der Ortsmitte – fünf bis sechs Bauabschnitte. In etwa 15 Monaten soll alles erledigt sein – so die Vision. „Los geht es mit der Oggersheimer Straße am Alten Rathaus, dann arbeiten wir uns Richtung Ludwigshafener Straße vor“, erklärt Schneider. Dabei sollen die Geschäfte immer erreichbar sein, „es wird niemals eine ganz Straße gesperrt“, verspricht Volker Reimer von der Bauabteilung. Die geschätzten Kosten für den Straßenumbau – für Fahrbahnen, Geh- und Radwege – in Höhe von 1,5 Millionen Euro sind von Land und Gemeinde flächenanteilig zu tragen. Die Aufwendungen der Gemeinde finanzieren sich teilweise durch Zuschüsse und durch Wiederkehrende Beiträge, die von den Bürgern erhoben werden. Die Gestaltung der Freiflächen sowie Sanierungen und Neubau von Gebäuden ist allein Sache der Gemeinde. Die hat bereits Fördertöpfe angezapft: etwa mit dem Anfang dieses Jahres abgesteckten Sanierungsgebiet „Aktiver Ortskern Mutterstadt“. Aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ winken Zuschüsse in Höhe von sechs Millionen Euro von Bund und Land. In die gesamte Ortskern-Neugestaltung sollen gut neun Millionen Euro investiert werden.