Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Was war, was kommt: Welche Hürden zu nehmen sind

Das Pappelwäldchen war mehrfach Thema 2022 und wird die Gemeinde weiter beschäftigen: Denn die Frage ist immer noch offen, ob di
Das Pappelwäldchen war mehrfach Thema 2022 und wird die Gemeinde weiter beschäftigen: Denn die Frage ist immer noch offen, ob die Bäume einem Straßenbau im Weg stehen.

Was war, was kommt: Ob Neubaugebiet, Erschließungsstraße oder Zentrum Alte Schule – nichts war 2022 in Dannstadt-Schauernheim richtig einfach. Jedes Vorhaben hat so seine behördlichen Komplikationen, baulichen Schwierigkeiten oder gar Gegner. Wie es 2023 weitergeht? Die Ortsbürgermeisterin ist optimistisch gestimmt.

Aufwendig war fast jedes Thema, mit dem es Winkelmann im alten Jahr zu tun bekam. „Aber am arbeitsreichsten war das Neubaugebiet ,In den Kratzbügen’. Da hatten wir viele Einwendungen und viele Gespräche“, sagt sie. Bei der Fläche handelt es sich um den nördlichen Teil des ursprünglich viel größer geplanten Neubaugebiets „Zwischen Böhler Straße und Hauptstraße“. Nach mehreren Gutachten und Verhandlungen mit den Aufsichtsbehörden erschien nur dieser Teil – realistisch betrachtet – noch umsetzbar. Den südlichen Teil dagegen trennte der Ortsgemeinderat zuletzt ab und legte ihn vorerst auf Eis.

Die Planung für das nun deutlich kleinere Areal bleibt dennoch anspruchsvoll. Immer wieder besserten Planer, Ratspolitiker und Gemeindeverwaltung nach – wegen des Geruchsgutachtens zu der Schweinezucht in der Hauptstraße zum Beispiel. Mittlerweile habe der Kampfmittelräumdienst das Gelände durchkämmt, anschließend hätten es die Archäologen auf erhaltenswerte Funde untersucht und einiges entdeckt. „Jetzt fordert die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd auch noch eine Linksabbiegespur auf der K22, aus Richtung Dannstadt kommend nach Böhl“, berichtet die Ortsbürgermeisterin von der jüngsten Auflage, die es zu erfüllen gilt.

Ein weiteres Thema, das alle Beteiligten weiter auf Trab halten wird, ist der zweite Bauabschnitt für die neuen Gewerbeflächen in Dannstadt-Ost. Damit sich dort Firmen ansiedeln können, brauchen sie eine Erschließungsstraße. Dazu sollte die vorhandene Trasse aus dem ersten Bauabschnitt von der Angelstraße bis zum Münchhof weitergeführt werden. Dagegen machten die Umweltschützer der eigens gegründeten AG Pappelwäldchen mobil – bis hin zum rheinland-pfälzischen Umweltministerium. Das verhängte einen sofortigen Baustopp und forderte ein Artenschutzgutachten. Das liegt seit August vor. „Doch ob die Straße nun gebaut werden darf oder nicht, ist immer noch unklar“, erklärt Winkelmann. Die AG hatte rund 400 Unterschriften gegen den Bau gesammelt. „Uns liegen aber auch 1600 Unterschriften dafür vor“, berichtet sie.

Einnahmen für ZAS und Kulturhof verbessern

Als schwierig hat sich 2022 auch das Sanieren des Zentrums Alte Schule (ZAS) nach dem Brandschaden im Dezember 2021 erwiesen. Die Arbeiten verzögerten auch aufgrund von Lieferschwierigkeiten immer weiter, gerade rechtzeitig zur Dannstadter Kerwe konnte das Veranstaltungshaus aber wieder eröffnet werden. „Nun müssen wir die Einnahmen verbessern“, gibt die Ortschefin das Ziel vor. Dazu öffnet die Kommune ihre gute Stube auch für Auswärtige und hat die Nutzungsordnung entsprechend angepasst. Zudem können dort seit Neustem Trauungen stattfinden. Um das ZAS zusätzlich für Firmen attraktiv zu machen, etwa für Tagungen, hat die Gemeinde es mit einem neuen Beamer ausgestattet. „An einem Flyer arbeiten wir gerade“, zählt Winkelmann einen weiteren Versuch auf, das Gebäude besser zu vermarkten. Neben dem ZAS möchte sie künftig auch den Kulturhof Schrittmacher für private Nutzer öffnen und in dessen schönem Ambiente ebenfalls Trauungen sowie andere Feiern ermöglichen.

Stichwort Kerwe: Die hat der neu gegründete Verein Gutselstand ausgetragen, zum ersten Mal auf dem Platz vor dem ZAS, das dieses Mal auch in die Feierlichkeiten einbezogen war. Seine Feuertaufe hatte der Verein bereits zuvor mit Bravour bestanden, als er das Ochs-und-Eselfest übernahm. „Das war ein riesiger Erfolg und eine tolle Zusammenarbeit“, schwärmt die Ortsbürgermeisterin. Ausschließlich Lob findet sie auch für die neuen Organisatoren der Schauernheimer Kerwe, die rundum gelungen sei. Vor allem das Kinderprogramm am Festsonntag sei sehr gut angekommen. Bereichert habe das Dorfleben zudem „Kunst und Genuss“, auch das Flüchtlingscafé , das die Landfrauen betrieben, sei prima gelaufen.

Etwas eingeschlafen ist hingegen zuletzt, teils auch durch Corona, die Partnerschaft mit den französischen Freunden aus Bétheny. Das möchte Winkelmann unbedingt ändern und die Beziehung wieder mit Leben füllen und verstärken. Den Auftakt hierzu wollen beide Seiten mit einem deutsch-französischen Freundschaftsfest vom 5. bis 7. Mai machen. „Für die Bewirtung und Unterbringung unserer Gäste verwenden wir die Nikolausspende der Kreissparkasse“, erklärt sie. Die Planung laufe seit November, das Motto werde „Spiel und Spaß ohne Grenzen“ lauten. Ein besonderes Anliegen ist ihr dabei, dass auch Jugendliche aus beiden Kommunen mitmachen.

Gegen Schleichwege

Neben weiterlaufenden Projekten wie dem Kita-Neubau bei der Kurpfalzschule und dem Ausbau der Wirtschaftswege steht noch ein Verkehrsgutachten an, das klären soll, wie viele Fahrer über „inoffizielle“ Wege ins Gewerbegebiet kommen, anstatt die offizielle Erschließungsstraße zu nehmen, und wie das zu verhindern ist. Weitere Aufgaben sind: Der Ochs- und Eselsbrunnen beim ZAS müsse wiederhergestellt werden, und zwar so, „wie er am Anfang war“, betont die Ortsbürgermeisterin. Außerdem möchte sie nach der erfolgreichen Premiere in Schauernheim auch in Dannstadt Himmelwärts-Bänke aufstellen.

Besonderen Dank richtet sie an ihren Parteifreund Rainer Keck. Der habe sich tief in das Thema Verkehr eingearbeitet und maßgeblich dazu beigetragen, dass die Kommune gegenüber dem Landesbetrieb Mobilität mehrere Tempo-30-Abschnitte auf der Haupt- und der Speyerer Straße abtrotzen konnte. Mit seinen akribischen Nachberechnungen und seiner Beharrlichkeit habe er auch die Zusage für den Fußgängerüberweg auf der Speyerer Straße erreicht. „Ein solches Engagement von Ratsmitgliedern unterstütze ich gerne, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit“, bekräftigt sie. Entscheidend sei: „Dass es der Ortsgemeinde nützlich ist.“

Dass die Tegut-Filiale in Schauernheim geschlossen und noch kein Nachfolger gefunden wurde, bedauert sie. Da habe die Kommune kaum Einfluss, sie sei aber selbstverständlich in Kontakt mit Vertretern der Eigentümer, erklärt Winkelmann.

Manuela Winkelmann
Manuela Winkelmann
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