Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Was der Seniorenbeirat alles auf die Beine stellt

Der Maxdorfer Seniorenbeirat mit Carola Kassel und Helmut Roth (auf der linken Seite), auf der rechten Seite von vorne nach hint
Der Maxdorfer Seniorenbeirat mit Carola Kassel und Helmut Roth (auf der linken Seite), auf der rechten Seite von vorne nach hinten Margitta Moeller, Brigitte Loewenau-Zimmermann und Ingrid Englert-Petruch.

Sie helfen bei den Hausaufgaben. Sie schaffen Sportangebote für ältere Menschen, sie organisieren E-Bike-Trainings und beraten Interessierte im Bewegungspark. Seit 20 Jahren wirken aktive Senioren in der Verbandsgemeinde Maxdorf. Ein Grund zum Feiern – und Kennenlernen, was hier eigentlich alles möglich ist.

Es ist kein Zufall, dass der Ortstermin mit der RHEINPFALZ im Bewegungspark neben der Seniorenresidenz stattfindet – auch hier hat der Maxdorfer Seniorenbeirat ein Projekt erfolgreich auf den Weg gebracht. Das war vor fünf Jahren. Seit zehn Jahren gibt es in der Verbandsgemeinde den Bürgerbus. Und jetzt wird alles zusammen gefeiert. Doch wie fand sich das Gremium für die älteren Mitbürger erstmals zusammen?

„Wir Senioren dürfen auch mal auf der Bank sitzen“, witzelt beim Treffen Margitta Moeller, die zu den Gründerinnen gehört und seither aktiv mitarbeitet. Stillsitzen ist für die 82-Jährige eher untypisch. Schon vor der Gründung des Beirats organisierte sie die Seniorengymnastik in der Verbandsgemeinde. Jetzt sitzt sie mit weiteren Mitgliedern des Gremiums auf einer Bank im Bewegungspark und erzählt.

Senioren in der Schule

„Angefangen hat es in Fußgönheim mit Alfred Gebauer, von ihm ging die Anregung aus“, erinnert sich Moeller. Gebauer wollte nicht nur ein Sprachrohr für die älteren Mitbürger schaffen, sondern auch Erfahrung, Kompetenzen und Fähigkeiten der älteren Mitbürger generationenübergreifend zur Verfügung stellen. Im Dezember 2002 habe sich dann eine Interessengemeinschaft Senioren gegründet. Die begann ihr offizielles Wirken mit einer Lesepatenschaft im Juli 2003 an der Haidwaldschule Maxdorf. Später folgten solche Schulprojekte auch in Birkenheide und Fußgönheim.

Für die Projektwoche der Hauptschule Maxdorf organisierten die Senioren einen Besuch der Schüler im Maximilianstift mit Einblicken in die Pflegearbeit. Um der Interessengemeinschaft einen formalen Rahmen zu geben, habe der Verbandsgemeinderat dann 2005 eine Satzung für einen Seniorenbeirat beschlossen, das Gremium wurde 2006 gewählt und bestand aus elf Mitgliedern, berichtet Moeller. Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder Alfred Gebauer. Unter seiner Leitung setzte der Seniorenbeirat Maxdorf die Arbeit an Schulen fort, neu dazu kamen Computerkurse für Senioren. Gebauer verstarb 2009, sein Nachfolger wurde Hermann Rockstroh, bestens bekannt als Vorsitzender der TSG Maxdorf. Er brachte viele Kontakte ein und konnte dadurch die Arbeit des Gremiums wesentlich erweitern. Davon profitieren die Seniorenprojekte bis heute, sagt Carola Kassel, die heutige Vorsitzende. Die Senioren helfen mit Hausaufgabenbetreuung an Schulen und bieten Kindern Werkunterricht, Bastelgruppen und unterstützen die Ortsranderholung. Es gibt eine Senioren-Laufgruppe und Senioren-Schwimmen. Das Schwimmen wurde durch Corona unterbrochen. „Wir suchen dringend Übungsleiter, damit wir wieder starten können“, sagt Kassel.

In der Verbandsgemeinde hat der Seniorenbeirat Wege und Straßen angesehen und kritische Punkte festgestellt, wo Menschen mit eingeschränkter Mobilität noch Hindernisse überwinden müssen. Die Verkehrsgruppe des Gremiums habe Verbesserungsvorschläge entwickelt. Manche wurden umgesetzt, andere stehen noch aus. „Wir bleiben dran“, sagt Kassel. Die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde sei gut, wenn auch nicht alles so zügig vorangeht, wie die Senioren gerne hätten. Sehr gut sei die Zusammenarbeit mit der Polizei, sagt Helmut Roth, der im Seniorenbeirat Ansprechpartner für Fragen der Sicherheit ist. In Kooperation mit der Polizei organisierte er schon Sicherheitstrainings für ältere E-Bike-Fahrer und Autofahrer, er informiert außerdem immer wieder über aktuelle Telefon- und E-Mail-Betrugsversuche.

Jeden Dienstag Beratung

Die Idee zu einem Bürgerbus habe es schon früh gegeben, berichtet Moeller. Dank eines gespendeten Busses konnte das Angebot verwirklicht werden, ehrenamtliche Fahrer hätten sich gleich gemeldet. Montags und donnerstags ist seither der Bus unterwegs. Besonderen Einsatz zeigten die Ehrenamtlichen, als es darum ging, Maxdorfer Senioren zum Impfzentrum nach Schifferstadt zu fahren. Über 100 Mal sei der Bus gefahren, auch sonntags. Und die Fahrer spendeten ihre Trinkgelder an Flutopfer im Ahrtal.

Im Bewegungspark sind sieben Geräte aufgestellt, das achte ist eine gerade Linie auf dem Boden, zum Balancieren gedacht. „Ich bin jeden Dienstag ab 18 Uhr hier ansprechbar“, sagt Moeller. Sie erklärt dann die Nutzung der Geräte. 50.000 Euro kostete der Park, die Hälfte habe der Beirat an Spenden einwerben können.

Auch bei den Tafelfreunden im Netzwerk Hilfe engagieren sich die Senioren und helfen, bedürftige Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Inzwischen organisiert der Seniorenbeirat ein umfangreiches Beratungsangebot. Vom Umgang mit dem Smartphone bis zur Unterstützung bei finanziellen Sorgen gibt es jemanden, der Rat bieten und Hilfe vermitteln kann. Eine Übersicht über die vielen Angebote gibt es immer im Amtsblatt und über www. maxdorf.seniorenvertretung.net.

Termin

Die Jubiläumsfeier des Seniorenbeirats ist am Sonntag, 6. August, ab 14 Uhr, im Carl-Bosch-Haus Maxdorf, Hüttenmüller Straße 31

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