Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die LED-Lampen im Neubaugebiet getauscht werden müssen

Werden ausgetauscht: Defekte LED-Lampen in Waldsee.
Werden ausgetauscht: Defekte LED-Lampen in Waldsee.

Ab Mitte kommender Woche tauschen die Stadtwerke Schifferstadt im Neubaugebiet Lausbühl Lampenköpfe der LED-Straßenbeleuchtung. Doch warum sind die nach 15 Jahren schon kaputt?

Wer derzeit im Dunklen durch das Neubaugebiet Lausbühl spaziert, stellt vielleicht fest, dass es an manchen Stellen ein bisschen dunkler ist. Ein Blick nach oben zur Straßenlaterne zeigt: Da sind dunkle Flecken im Lampenkopf. Eigentlich sollte der hier verwendete Lampentyp Licht aus 18 LED-Linsen abgeben. Doch die allerwenigsten der 68 Straßenlaternen im Neubaugebiet tun das noch im vollen Umfang. Bei anderen sind ein oder zwei dieser Linsen ausgefallen, in anderen Fällen sind es rund die Hälfte, manchmal noch mehr.

So bleiben könne das nicht, denn jede Gemeinde habe eine Verkehrssicherungspflicht. Sie müsse sicherstellen, dass die Straßen entsprechend den geltenden Vorschriften ausgeleuchtet sind, erklärt Gerd Baumann, stellvertretender Werksleiter des Stadtwerke Schifferstadt, die die Straßenbeleuchtung in Waldsee und Schifferstadt warten.

Keine Ersatzteile mehr

Bei neueren Modellen wäre das halb so schlimm. Man würde einfach das LED-Panel austauschen – in der Hoffnung, dass die Ersatzteile noch erhältlich sind. Doch diese Lampen wurden schon 2009 installiert, als das Neubaugebiet erschlossen wurde. Ersatzteile gibt es nicht mehr. Auch deswegen nicht, weil die Herstellerfirma Indal inzwischen von der Firma Philips übernommen wurde, die heute als Signify firmiert. Die lehnt Gewährleistungsansprüche ab, biete aber für neue Leuchten einen Sonderpreis.

Die neuen Leuchten, die die Gemeinde in der vergangenen Woche geliefert bekommen hat, kosten knapp 18.000 Euro. Also rund 265 Euro pro Lampenkopf. Nach Information der Verbandsgemeindeverwaltung kommen dazu noch knapp 20.000 Euro für die Montage und die Entsorgung der Altleuchten durch die Stadtwerke Schifferstadt.

„Üblicherweise rechnet man bei LED-Straßenlampen mit 60.000 bis 80.000 Betriebsstunden“, erklärt Baumann. Er rechnet vor: Ein Jahr hat 365 Tage. Im Schnitt brennt eine Straßenleuchte zehn Stunden pro Tag, also 3650 Stunden pro Jahr. Demnach sollten LED-Straßenlampen etwa 16 bis 21 Jahre funktionieren. Die betroffenen Lampen im Lausbühl sind eher kaputt gegangen. Eine Erklärung dafür haben weder Stadtwerke noch Verbandsgemeinde.

Lampen haben sich amortisiert

Doch amortisiert haben sollten sich die Lampen aus dem Jahr 2009 längst. Genaue Zahlen, wie viel Stromkosten in den 15 Jahren, die die Lampen funktioniert haben, gespart wurden, kann Karsten Schubert, der zuständige Sachbearbeiter in der Verbandsgemeindeverwaltung, nicht nennen, was unter anderem daran liegt, dass die Stromkosten nicht auf die einzelnen Baugebiete aufgespalten werden.

Doch auch hier hilft Baumann mit einer Modellrechnung weiter, die zwar nicht exakt die Situation im Lausbühl wiedergibt, aber die Größenordnung anzeigt. Man rechnet durch die Umstellung auf LED mit einer Energieeinsparung von 70 Prozent, zahlt also nur noch rund zirka ein Drittel des ursprünglichen Strompreises. Der Betrieb einer herkömmlichen 100-Watt-Straßenlampe kostete pro Nacht 30 Cent, nach der Umstellung auf LED sind es nur noch 10 Cent. Das spart pro Jahr 73 Euro. Die reinen Anschaffungskosten haben sich damit nach drei bis vier Jahren amortisiert. Rechnet man die Montage und Entsorgung mit ein, dann wären es sechs bis acht Jahre, doch dieser Vergleich hinkt ein wenig, weil Montagekosten natürlich auch für nicht LED-Straßenlampen anfallen.

Im Umland einst Vorreiter bei Umstellung auf LED

Es ist also ärgerlich, dass die Lampen im Lausbühl schon nach 15 Jahren kaputt gegangen sind, doch ein finanzieller Schaden war die Entscheidung nicht, das Neubaugebiet 2009 mit LED-Straßenlaternen auszustatten. Waldsee war damals eine der ersten Gemeinden im Umland, die LED-Straßenbeleuchtung eingeführt hat. In Schifferstadt wurden die ersten LED-Straßenlampen ab 2012 montiert.

Inzwischen ist die Straßenbeleuchtung in Waldsee komplett auf LED umgestellt. Da das nicht alles zur gleichen Zeit erfolgte, sind im Ort unterschiedliche Lampenmodelle verbaut. Und auch in Zukunft werden LED-Straßenlampen kaputt gehen. Bleibt zu hoffen, dass die neueren Modelle die prognostizierten 20 Jahre halten, und dass es dann noch Ersatzteile gibt, sodass nicht wieder der ganze Lampenkopf ausgetauscht werden muss.

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