Böhl-Iggelheim RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der Gemeinderat gegen eine Beteiligung an den Kosten für ein Sportzentrum der SG ist

Nach der Fusion der Vereine Palatia Böhl und VfB Iggelheim (im Bild der Hartplatz in Iggelheim) zur SG ist nun der Wunsch nach e
Nach der Fusion der Vereine Palatia Böhl und VfB Iggelheim (im Bild der Hartplatz in Iggelheim) zur SG ist nun der Wunsch nach einem zentralen Sportgelände zwischen den Ortsteilen da.

Trotz allseits geäußerten Bedauerns hat der Gemeinderat von Böhl-Iggelheim am Donnerstag eine Beteiligung am Bau eines zentralen Sportgeländes abgelehnt. Die SG Böhl-Iggelheim hatte zuvor um Unterstützung für das Millionenprojekt geworben, das nun in weite Ferne rückt. Die Enttäuschung im Vorstand ist groß.

Bei einer Mitgliederversammlung Mitte November hatte die Vereinsführung der SG den Auftrag erhalten, die Gemeinde um Prüfung ihrer Möglichkeiten zur „Schaffung eines zentralen Sportzentrums“ zu bitten. Heißt: Am liebsten wäre es den Fußballern der 2022 gegründeten Spielgemeinschaft, die Gemeinde würde den auf 7,5 Millionen Euro geschätzten Bau von zwei Großspielfeldern, eines Kleinspielfelds sowie eines Funktionsgebäudes zwischen den Ortsteilen zu ihrem Anliegen machen. Und der Verein würde dann dazu das beisteuern, was er kann, insbesondere die Erlöse aus dem geplanten Verkauf vereinseigener Gelände.

Der geschäftsführende SG-Vorstand betonte in seinem Antrag, dass mehrere Landschaftsplaner und Architekten unabhängig voneinander den Bedarf von ungefähr 3,5 Hektar Fläche (35.000 Quadratmeter) und eine Investition von circa 7,5 Millionen Euro für das Sportzentrum ermittelt hätten. Er bat außerdem um Prüfung, ob durch die Schaffung einer solchen zentralen Einrichtung Synergieeffekte für die Kommune und andere Vereine entstehen könnten.

Kreisverwaltung: „Maßnahme eher bedenklich“

Bürgermeister Peter Christ (CDU) hatte im Vorfeld der Sitzung die Kommunalaufsicht um Stellungnahme dazu gebeten. Die Antwort Ende November aus der entsprechenden Abteilung der Kreisverwaltung ist zwar diplomatisch formuliert, fällt aber letztlich eindeutig aus. „Soweit sich die Maßnahme nicht aus Veräußerungen deckt und für den Unterhalt kein tragfähiges Konzept besteht, wäre die Maßnahme eher bedenklich“, heißt es in dem Schreiben.

Christ sagte in der Sitzung, dass es bisher keine Satzung gebe, die der Gemeinde eine Beteiligung an einem solchen Projekt ermögliche. Außerdem informierte er über die wahrscheinlich größtmögliche Fördersumme für ein solches Neubauvorhaben nach dem „Goldenen Plan“ des Landes Rheinland-Pfalz, nämlich 500.000 bis 600.000 Euro.

Maximilian Heindl von der CDU-Fraktion drückte sein Verständnis für den Wunsch seitens der SG für ein Sportzentrum aus. Beim Verein spielen derzeit nach eigenen Angaben mehr als 250 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Mannschaften. Der Spielbetrieb läuft auf den beiden Sportgeländen in Böhl und Iggelheim. Im Winter werde der Platz an der Peter-Gärtner-Realschule aufgrund der dort vorhandenen Flutlichtanlage genutzt. Die Vereinsheime seien dringend sanierungsbedürftig. Dennoch könne die CDU dem Antrag aufgrund der hohen Kosten für die Gemeinde nicht zustimmen, bedauerte Heindl.

SGler sind geschockt

David Gabath (AfD) erklärte, seine Fraktion sei sich bei dem Anliegen nicht einig gewesen und habe deshalb abgestimmt. Ergebnis: Die Mehrheit lehne das Projekt ab, weshalb die Fraktion geschlossen dagegen stimme. Zumal er letztlich zehn Millionen Euro an Investitionskosten für wahrscheinlicher halte als die genannten 7,5 Millionen, sagte Gabath.

Burkhard Grüninger (SPD) verwies auf die vielen „Pflichtaufgaben“ der Gemeinde, weshalb auch seine Fraktion den Antrag ablehnen müsse. Wenn auch mit Bedauern, aber es gebe nun mal „keine finanziellen Mittel“ für die an sich „gute Idee“. Ganz ähnlich äußerte sich Steffen Melzer (FWG). Er bescheinigte der SG eine gute Jugendarbeit, aber die zunehmend steigenden Kosten für die Gemeinde habe den Ausschlag für die Ablehnung gegeben. Joachim Heidinger (Bündnis 90/Grüne) äußerte sich wie seine Vorredner ablehnend. Letztlich wurde der Antrag der SG einstimmig abgewiesen.

Sven Diener und Jürgen Anton vom geschäftsführenden SG-Vorstand zeigten sich nach der Entscheidung im Gespräch mit der RHEINPFALZ schwer enttäuscht. „Wir werden im Vorstand darüber sprechen, wie es nun für uns weitergehen kann“, sagte Diener. Betroffen zeigte sich auch der Vorsitzende des Jugendfördervereins der SG, Volker Rieger. Er sprach von einem „Schock“.

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