Rhein-Pfalz Kreis Wappnen gegen Schweinepest
Wenn die Afrikanische Schweinepest in der Region ausbricht, will der Landkreis Bad Dürkheim gerüstet sein. Der Kreisausschuss hat deshalb einstimmig Ausgaben von 50.000 Euro für vorbeugende Maßnahmen bewilligt.
Der Kreis habe als erster in der Vorderpfalz eine Expertengruppe gebildet, verkündete Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU). In Deutschland sei die Seuche noch nicht aufgetreten, man müsse jedoch damit rechnen, dass sie aus Polen und Tschechien eingeschleppt werde. Nach Angaben von Winfried Zaremba, dem Leiter der Veterinärabteilung im Kreishaus, und der Tierärztin Regina Kerth werden ausschließlich Wild- und Hausschweine von der tödlichen Seuche befallen. Innerhalb des Zuständigkeitsgebiets, so Zaremba auf Nachfrage von Ruth Geis (SPD), gebe es zwei große Landwirtschaftsbetriebe mit jeweils 100 bis 150 Schweinen sowie 15 bis 20 Ställe mit bis zu vier Tieren. Es bestehe die Gefahr, dass die Schweinepest durch Schweinefleisch oder -wurst eingeschleppt wird, die unter anderem Fernfahrer oder Erntehelfer aus osteuropäischen Ländern mitbrächten. Deshalb sollen an den Autobahnraststätten Hinweisschilder aufgestellt werden, dass Essensreste nicht in die Landschaft geworfen werden sollen. Betriebe, die Erntehelfer aus Osteuropa beschäftigen, sollen direkt angesprochen werden. Wie Winfried Zaremba erläuterte, sollen einige Container angeschafft werden, um zum einen aufgefundene Kadaver verendeter Wildschweine zu entsorgen. In anderen Containern müssten Jäger bejagtes Schwarzwild deponieren, das vom Veterinär auf einen möglichen Seuchenbefall untersucht werden müsse. Nicht kontaminiertes Wildbret darf anschließend verkauft werden. Die Bildung von Trupps, die verendete Wildschweine suchen und bergen, nannte Zaremba als weitere Maßnahme, um bei einem Ausbruch der Seuche vorbereitet zu sein. „Es besteht kein Anlass zur Hysterie“, versicherte Hans-Ulrich Ihlenfeld. Der Kreishaushalt ist von der Aufsichtsbehörde ohne Auflagen genehmigt worden, informierte der Landrat. Für die Kreisjugendhilfe wird eine spezielle Software für knapp 37.000 Euro angeschafft. Ein Institut für Management wird beauftragt, die Arbeit der familienunterstützenden Dienste des Jugendamts unter Wirtschaftlichkeitsaspekten zu optimieren. Das Honorar: bis zu 43.000 Euro.