Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wanderkleidertausch schont Geldbeutel und Umwelt

Ein voller Schrank, aber nichts zum Anziehen? Dann könnte sich der Wanderkleidertausch lohnen.
Ein voller Schrank, aber nichts zum Anziehen? Dann könnte sich der Wanderkleidertausch lohnen.

Die alte Jeans passt nicht mehr und der ehemalige Lieblingspullover verstaubt im hintersten Eck des Kleiderschranks? Dann wird es Zeit, die Garderobe endlich mal wieder auszumisten. Second-Hand-Kleidung etwa übers Internet zu verkaufen, ist allerdings mit einigem Aufwand verbunden. Wer Altkleider stattdessen tauscht oder spendet, gibt Jacke, Hose und Shirt eine zweite Chance – und schont Geldbeutel wie Umwelt. In Bobenheim-Roxheim läuft ein besonderer Kleidertausch.

„Fast Fashion“ heißt das Geschäftsmodell, auf das Textilriesen wie H&M, Primark und Co. setzen. Gemeint ist damit, Kunden mit häufig wechselnden Kollektionen zum Kauf zu verführen. Die verwendeten Materialien sind dabei aber meist von niedriger Qualität, sodass die Kleider zwar günstig, aber dafür in Massen abverkauft werden können. Getragen werden sie dann nicht sonderlich lange – schließlich sehnt sich der Mensch nach dem kurzen Glücksgefühl, etwas Neues ergattert zu haben. Doch es gibt auch Gegenwind: Immer mehr Menschen wollen nachhaltiger leben und geben ihre aussortierten Klamotten weiter.

Aus Alt mach’ Neu: Kleidung tauschen

Sich durch Berge von Kleidung wühlen und dabei auch sehen, wie andere sich an den eigenen aussortierten Sachen erfreuen: Kleidertauschpartys stellen den Second-Hand-Gedanken auf eine neue Stufe. Denn man wird alte Lieblingsteile los und kann gleich neue mit nach Hause nehmen – und das völlig unentgeltlich. Für die Zeit der Pandemie, in denen Partys generell nicht möglich sind, hat sich das Kleidertauschkollektiv Bobenheim-Roxheim den Wanderkleidertausch als Alternative überlegt.

Und der funktioniert so: Eine Tasche mit Kleidungsstücken startet bei einer Person, die sich herausnimmt, was ihr gefällt. Danach füllt sie wieder genau so viele Teile hinein, wie sie herausgenommen hat, und bringt die Tasche zum nächsten Teilnehmer. So wandert eine wechselnde Auswahl gut erhaltener Kleidungsstücke durch Bobenheim-Roxheim. Die Beutel sind nach Größen, von S bis XXL, sortiert. Sollten sich genug Männer anmelden, wird es für sie gesonderte Taschen geben. Wer mitmachen möchte, erfährt bei den ehrenamtlichen Organisatoren unter der E-Mail-Adresse helgaxx@web.de mehr zur Aktion.

Ausmisten und Gutes tun: Kleidung spenden

Altkleidersammler ist nicht gleich Altkleidersammler. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Berichte, die aufdeckten, dass nicht alle Kleiderspenden wirklich bei Bedürftigen landen. Der Dachverband Fairwertung setzt sich für transparente Sammlungen und eine verantwortungsvolle Verwertung von gebrauchter Kleidung ein. Die Container der Partnerorganisationen von Fairwertung sind an dem Siegel mit grün-weißem Pfeil zu erkennen. Es zeigt an, dass die Spenden tatsächlich gemeinnützigen Projekten zugute kommen. Wo der nächste Partner-Container steht, kann jeder unter www.altkleiderspenden.de einsehen.

Normalerweise können Kleiderspenden auch direkt bei sozialen Einrichtungen abgegeben werden. Die Kleiderkammer in Bobenheim-Roxheim sowie die Kleiderstube in Lambsheim sind hierfür beispielsweise gute Adressen – allerdings müssen sie derzeit coronabedingt geschlossen bleiben. Weil die Lager noch immer gut gefüllt sind, werden momentan keine neuen Spenden angenommen.

Wer neben Kleidung auch Bücher, Elektronik, Hausrat, Möbel oder Spielzeug loswerden möchte, findet im Internet unter www.wohindamit.org eine Karte mit eingezeichneten Abgabestellen.

Der Dachverband Fairwertung steht für transparente Altkleidersammlungen.
Der Dachverband Fairwertung steht für transparente Altkleidersammlungen.
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