Waldsee Waldsees Rosenparadies: Hunderte Blüten bei Alois Nieser
Alois Nieser ist jeden Tag in seinem Garten an der frischen Luft. Der 90-Jährige sitzt auf seiner Terrasse, genießt den Ausblick auf seinen Teich, den Rasen, die Rosenbeete, die dahinterliegenden Felder und den Wald. Zurzeit ist die Sicht besonders reizend. Hunderte Rosen in rosa, weiß, pink, rot und gelb blühen an den zahlreichen Stöcken. Nieser besitzt 380 Rosenstöcke unterschiedlichen Alters. „Sie blühen seit acht Tagen so schön“, freut sich der Senior, den in Waldsee viele kennen. Auch während des Gesprächs mit der RHEINPFALZ laufen oder radeln Menschen an seinem Grundstück vorbei und grüßen den ehemaligen Landwirt, der freundlich zurückwinkt.
Nieser war rund 50 Jahre als Landwirt aktiv, pflanzte in der Hoch-Zeit auf rund 40 Hektar Kartoffeln und Tabak an. Als sich der Tabak nicht mehr lohnte, stieg er auf Spargel, Erdbeeren und Himbeeren um. Heute wachsen gegenüber von seinem großen Gehege für die Hühner noch Himbeeren, die seine Tochter Elke Nieser im Dorfmarkt verkauft. Niesers Wissen aus der Landwirtschaft hilft ihm auch bei seiner Leidenschaft – den Rosen.
Blüten für die Fronleichnams-Altäre
Die Pflanzen brauchen Feuchtigkeit, jedoch nicht jeden Tag. „Sie bekommen vier bis fünf Tage kein Wasser. Aber dann beregne ich sie zwei Stunden, wie auf dem Feld“, erklärt der 90-Jährige. Zurzeit spielt ihm das Wetter in die Karten. „Durch den kühlen Wind, ist es nicht so heiß, und die Blüten halten länger“, sagt Nieser. Je nach Wetterlage kann er sich im Mai und Juni vier Wochen an seinen Rosen erfreuen. Auch die katholischen Kirchen in Waldsee und Otterstadt haben etwas davon: Alois Nieser spendet zum Fronleichnams-Fest Blüten für die Altäre.
Wenn sich die Rosenzeit dem Ende zuneigt, steht Alois Nieser an seinen Stöcken und zwickt die verblühten Blüten ab, „damit sich neue Triebe entwickeln“. Die Stöcke selbst schneidet Nieser bei gutem Wetter Ende Oktober, Anfang November. Alles Arbeit, die den 90-Jährigen körperlich und geistig fit hält. Gartenarbeit sei sein Hobby, „das hält mich jung“, sagt der Waldseer und schmunzelt.