Böhl-Iggelheim
Vorsicht bissig: Das neue Programm von Dorfart
Über 30 Jahre gibt es nun den Kulturverein Dorfart. Gegründet hat er sich im November 1992 mit dem Ziel, Kultur aufs Dorf zu bringen, Künstler nach Böhl-Iggelheim zu holen. Unter anderem zumindest. Denn neben den sechs Veranstaltungen pro Spielzeit organisiert der Verein Ausstellungsbesuche, Lesungen und Musik und beteiligt sich an örtlichen Aktivitäten. Für die neue Spielzeit hat der Böhl-Iggelheimer Kulturverein eine Reihe bekannter Kabarettisten für einen Auftritt in der SG-Halle gewinnen können.
Das Duo Mackefisch und sein Programm „Harmoniedergang“ eröffnet die Spielsaison am Samstag, 12. Oktober, 20 Uhr. Lucie Mackert und Peter Fischer nehmen laut Veranstalter mit rasanter Wortakrobatik die Gefühlslage unserer Gesellschaft ins Visier: lustig und albern, phantasievoll und poetisch, bissig und gnadenlos. Bekannt sind die beiden Künstler dafür, dass sie sich dabei einer wüsten Mischung an Instrumenten bedienen – dazu gehören selbstgebaute Upcycling-Trommeln aus alten Koffern. Das Ziel: den ohrwurmtauglichen Soundtrack unserer Zeit zu liefern.
Bitterböse zu politischen Versagern
Es gibt nur wenig gute Gründe, finden die Dorfartler, das Programm „Unfreiwillig komisch“ der beiden Künstler des Kabaretts „Distel (Berlin)“ zu verpassen. Henning Ruwe und Martin Valenske treten am Samstag, 16. November, 20 Uhr, in der SG-Halle auf. Mit bitterbösem Witz und sympathischer Lockerheit bieten sie der Ankündigung zufolge allem politischen Versagen und seinen Versagern der heutigen Zeit die Stirn. So bewiesen die beiden Kabarettisten, dass politische Satire wohl noch eine ganze Weile gebraucht werde. „Aktuelle Spitzen gegen vermeintliche Spitzenkräfte, chronisch wichtige Themen und skurrile Alltagsbeobachtungen versprechen einen Abend der Extraklasse. Ein Muss für alle Freunde des politischen Kabaretts“, wirbt Dorfart.
Marcel Adam gilt als einer der bekanntesten Chansonniers und Liedermacher aus dem dem nordfranzösischen und süddeutschen Bereich. Am Samstag, 14. Dezember, 20 Uhr, ist er zusammen mit seinem Sohn Yann Loup Adam – Gesang, Gitarre und Klavier – zu Gast bei Dorfart. Im Fokus steht die dreijährige Abschiedstour des Chansonniers, die im Oktober 2023 gestartet ist. Der Künstler verabschiedet sich damit nach und nach von seinem Publikum – begleitet von viel Humor und Entertainment.
Österreichisches Jammern mit deutscher Gründlichkeit
Weiter geht es im neuen Jahr, und zwar am Samstag, 11. Januar, 20 Uhr, mit dem Kabarettisten Stefan Waghubinger und seinem Programm „Hab’ ich euch das schon erzählt?“. Darin sammelt Waghubinger das Beste aus 15 Jahren und neue Katastrophen. Stefan Waghubinger ist Österreicher, lebt aber seit 32 Jahren in Deutschland. Deshalb betreibt er – wie auf seiner Homepage geschildert – österreichisches Jammern und Nörgeln mit deutscher Gründlichkeit. Da ihm in die Zukunft zu planen nie richtig geglückt ist, schaut er diesmal zurück und ein wenig zur Seite. Die besten Geschichten werden noch einmal erzählt und mit neuen Anekdoten und Erklärungsversuchungen zu einer Achterbahn der Gefühle verschraubt, heißt es in der Beschreibung seines Programms. „Der berühmte Spiegel ist diesmal ein beim Einparken abgebrochener Rückspiegel, und wer will, kann darin sich selbst, die Welt, oder einfach wieder einen Waghubinger sehen“, schreibt Dorfart.
Sie hat als Kabarettistin eine Zunge wie eine Reitpeitsche, als Sängerin aber eine Stimme wie ein Engel. Hui! Was für eine Ankündigung. Am Samstag, 8. Februar, 20 Uhr, bietet Nessi Tausendschön Kleinkunst, wie sie Kritiken zufolge vortrefflicher und facettenreicher nicht sein kann. Tausendschön arbeitet auch als Moderatorin. Sie ist unter anderem Gastgeberin beim WDR-Kabarettfest, bei der Comedy Ladies Night in der Comedia in Köln und bei den „Platzhirschinnen“. Die Künstlerin wird bei ihrem Auftritt in Böhl-Iggelheim von William Mackenzie an der Gitarre begleitet. In ihrem Programm „30 Jahre Zenit“ blickt sie zurück und auf die Irritationen der Zeit: Sie wird Klartext sprechen gegen den rechten Zeitgeist und die Verwerfungen in der politischen Gemengelage, gegen die Mobilmachung geistiger Tiefflieger und die Vorurteile der Ewiggestrigen.
Die Spielzeit endet am Samstag, 15. März, 20 Uhr, mit dem Kabarettisten Holger Paetz und seiner Buß- und Fastenpredigt „Fürchtet Euch“. An diesem Kabarettabend lehrt „Pater Paetz seine Gemeinde das Fürchten“. Hageln wird es – so prophezeien es die Veranstalter – heftige Backenstreiche für all die Pappnasen und Sich-selbst-Erhöher. Ihr Sündenregister sei schließlich gewaltig. Solchen Elementen gehöre standgepaukt und heimgeleuchtet. „Fürchtet euch vor denen, die alles erklären können!“, predigt Paetz im priesterlichen Gewand.
Noch Fragen?
Alle Veranstaltungen finden in der SG-Halle (ehemals VfB-Halle), Am Neugraben 14, Iggelheim, statt. Kartenreservierungen sind unter der Telefonnummer 06324 818176 oder per E-Mail an info@dorfart.org möglich.