Rhein-Pfalz Kreis Vorfahrt missachtet, viele Unfälle

91-95622836.jpg

Mutterstadt. Gleich sieben Mal hat es im vergangenen Jahr an der Kreuzung Waldstraße/Pfalzring in Mutterstadt „gekracht“. Deshalb hat das Gremium für Verkehrsfragen am Dienstagabend beraten, wie sich die Lage entschärfen lässt. Das Ergebnis: Der Landesbetrieb Mobilität soll die Wartelinien erneuern.

Als Unfallschwerpunkt gilt die Kreuzung am Ortsausgang in Richtung Südtangente beziehungsweise Mutterstadter Gewerbegebiet mit sieben Verkehrsunfällen noch nicht. Aber die Polizeiinspektion Schifferstadt stuft sie immerhin als Unfallhäufungsstelle ein. Heißt: Hier stoßen Fahrzeuge bemerkenswert oft zusammen. Grund war nach Angaben der Beamten in allen sieben Fällen das Missachten der Vorfahrt. Diese gebührt grundsätzlich Fahrzeugen auf der Waldstraße. Das missachteten vier Fahrer auf dem Pfalzring von der Speyerer Straße kommend gegenüber Autofahrern, die auf der Waldstraße in Richtung Ortsmitte unterwegs waren, und ein Fahrzeugführer gegenüber einem Fahrer, der ins Gewerbegebiet wollte. Die übrigen zwei Unfallverursacher kamen auf dem Pfalzring von der Schifferstadter Straße und missachteten die Vorfahrt von Autofahrern, die auf der Waldstraße in Richtung Gewerbegebiet fuhren. Ein Ortstermin mit Vertretern der Polizei habe gezeigt, dass die Waldstraße – vor allem vom Pfalzring von der Speyerer Straße kommend – gut einsehbar ist, die Sicht durch nichts eingeschränkt wird, teilt die Verwaltung Mutterstadt mit. Eine eventuelle Erklärung für die Unfälle sehen die zuständigen Mitarbeiter in dem erhöhten Verkehrsaufkommen, das durch die Umfahrung der Ortsmitte zustande kommt, die seit dem Frühjahr 2016 umgebaut wird. Möglicherweise erwecke aber auch die Beschilderung des Pfalzrings als Umleitungsstrecke bei Fahrern den falschen Eindruck, sie genössen hier Vorfahrt. Doch was kann die Gemeinde dagegen tun? Eine Idee: Die „Vorfahrt- gewähren“-Schilder durch Stoppschilder ersetzen. Dabei würde allerdings auch eine andere Fahrbahnmarkierung erforderlich. Diese Überlegung sei beim Ortstermin verworfen worden. Stattdessen soll die Verwaltung den Landesbetrieb Mobilität (LBM) auffordern, die Wartelinien an den Einmündungen des Pfalzrings in die Waldstraße zu erneuern, sie vielleicht sogar mit breiteren Strichen als bisher hervorzuheben. Der LBM ist dafür zuständig, da es sich bei der Waldstraße um eine Kreisstraße (K 28) handelt. „Außerdem sollen wir beim LBM nachfragen, ob an der Kreuzung unter Umständen Tempo 30 eingeführt werden könnte“, berichtet Ordnungsamtsleiter Klaus Hübner im Gespräch mit der RHEINPFALZ von der Entscheidung des Gremiums. Zur Erklärung: Bei Gemeindestraßen darf die Kommune selbst die zulässige Höchstgeschwindigkeit festlegen. In Mutterstadt gilt deshalb bereits flächendeckend Tempo 30. Einzige Ausnahme sind klassifizierte Straßen wie Kreis- und Landesstraßen. Auf ihnen dürfen normalerweise bis zu 50 Stundenkilometer gefahren werden, und das Sagen hat hier der Landesbetrieb Mobilität. Der erlaubt Tempo 30 meist allenfalls abschnittsweise bei besonderen Gefahrenstellen oder neuerdings auch, wenn bestimmte Lärmschutzkriterien vorliegen.

x