Mutterstadt
Vor-Tour der Hoffnung: Spektakulärer Zwischenstopp am Palatinum
Lange bevor der Tross der Radfahrer sich dem Mutterstadter Ortskern näherte, war auf dem Vorplatz des Palatinums schon einiges los. Die Idee, die Spendentour zu unterstützen, hatte viele Vereine so begeistert, dass sie ehrenamtlich die Versorgung der Zuschauer und Sportler übernahmen oder für musikalische Unterhaltung sorgten. „Es ist etwas, das Mutterstadt auszeichnet, dass immer an einem Strang gezogen wird“, freute sich der Altbürgermeister Hans-Dieter Schneider, der den Anstoß dazu gegeben hatte, die „Vor-Tour“ nach Mutterstadt zu holen. „Da ist so eine Solidarität im Ort.“
Und so brachten sich nicht nur die Vereine ein, sondern auch viele ortsansässige Geschäfte und Firmen, die Speisen und Getränke spendeten oder einen großen Scheck für die gute Sache dabei hatten. Geld, das zu 100 Prozent bei denen ankommt, für die es bestimmt ist, versprach Organisator Edgar Steinborn vom Verein „Vor-Tour der Hoffnung“. Zudem würden die Einnahmen immer dort an Vereine und Hilfsbedürftige weitergeleitet, wo die Tour stattfinde. „Wir sammeln in der Region für die Region“, sagte Steinborn.
Olympiasiegerin ist begeistert vom Spirit
Entstanden ist die „Vor-Tour der Hoffnung“ 1996, als der heutige Ehrenvorsitzende Jürgen Grünwald und ein Freund die Idee hatten, von Bad Neuenahr-Ahrweiler mit dem Rennrad zum Start der seit 1983 jährlich stattfindenden Benefiz-Radtour „Tour der Hoffnung“ nach Gießen zu fahren. Seitdem wird auch in Rheinland-Pfalz regelmäßig für krebskranke und notleidende Kinder in die Pedale getreten – meist mit prominenter Unterstützung.
„Die Vor-Tour und die Tour sind eins“, meinte denn auch Petra Behle, Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin im Biathlon, die beide Aktionen als Schirmherrin und Radlerin unterstützt. Es tue gut, „über den Tellerrand zu schauen und etwas für andere zu machen“, sagte sie beim Zwischenstopp in Mutterstadt und zeigte sich begeistert vom Spirit, der bei diesen Benefiz-Touren zu spüren sei: „Wenn man sich eint, entsteht daraus eine wahnsinnige Kraft.“
Erfreulicher Zwischenstand
Kurz zuvor waren die rund 120 Radfahrer, zu denen auch der frühere Boxweltmeister Sven Ottke gehörte, unter lautem Beifall vor dem Palatinum eingetroffen und hatten sich vor der Bühne versammelt, auf der nun die Deutsche Weinprinzessin Juliane Schäfer – selbst mit dem Rad unterwegs – die Moderation übernahm. Nachdem sie unter anderem mit Initiator Grünwald, Schirmherrin Behle und Mutterstadts Bürgermeister Thorsten Leva (SPD) über die Hintergründe geplaudert hatte, verkündete sie den Spendenzwischenstand, der nach der ersten Etappe am Freitag auf der Spendenuhr stand: 212.505 Euro waren bis zu diesem Moment schon zusammengekommen.
Mit dem festen Vorhaben, diese Summe schnell zu erhöhen, war auch Fernsehmoderator Martin Seidler auf dem Platz unterwegs. Stets dabei: eine rote Wutz, die lieber raschelnde Scheine als klappernde Münzen mag. „Die Großzügigkeit hier ist einfach sensationell“, lobte der 59-Jährige, mahnte aber zugleich: „Die Sau ist noch nicht voll genug.“
Zielgenaue Weltmeister
Er selbst habe sich einst vom „Menschenfänger“ Grünwald überzeugen lassen, mit einem zur Verfügung gestellten Rad zu trainieren und mitzufahren. „Am Ende habe ich das Rad gekauft und meine Seele verkauft an die Vor-Tour der Hoffnung“, scherzte er. „Und ich habe es von Herzen gern getan.“ Für jede Spende stelle er sich auch für ein Foto zur Verfügung, bot der TV-Profi an und erklärte mit einem Augenzwinkern: „Ich bin bestechlich.“
Zwei andere Unterstützer fielen für die gute Sache sogar aus allen Wolken. Fallschirmsprung-Weltmeister Klaus Renz und der ehemalige Turn-Weltmeister Eberhard Gienger hatten sich für die Vor-Tour eine spektakuläre Einlage überlegt: Über Mutterstadt sprangen sie aus einem Flugzeug und landeten mit ihren Fallschirmen zielgenau auf einer Matte vor dem Palatinum.
Vereint auch beim Tanzen
Kurz darauf führte Renz eine Polonaise zum „Vor-Tour“-Lied an, der sich auch zahlreiche Zuschauer anschlossen. Und dann ertönte auch schon der Pfiff zur Weiterfahrt. Schließlich standen für Tag 2 insgesamt 97 Kilometer auf dem Plan. Über Altrip, Frankenthal, Worms und Grünstadt ging es wieder zurück nach Bad Dürkheim.
Am späten Abend stand fest: Mit ihrer Etappe durch die Pfalz und dank vieler zusätzlicher Aktionen hatten die Radfahrer die Spendensumme auf 450.285 Euro erhöht. So konnten sie am Sonntag hoch motiviert zur dritten und letzten Tour starten, die sie unter anderem nach Fußgönheim und Lambsheim führte.
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Weitere Informationen zur „Vor-Tour der Hoffnung“ und zu Spendenmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.vortour-der-hoffnung.de.