VG Römerberg-Dudenhofen
Vor der Bürgermeisterwahl: Mit Ohrring, aber ohne Parteibrille
Harald Löffler entspricht phänotypisch durchaus dem, was man sich landläufig so unter einem CDU-Bürgermeister vorstellt. Wäre da nicht der kleine goldene Ring im linken Ohr des Harthauseners. „Den hab’ ich, seit ich 18 bin – wobei es, glaube ich, der zweite ist“, berichtet der 50-Jährige. Und warum hat er sich damals durchs Ohr stechen lassen und sich für das kleine Schmuckstück entschieden? „Was weiß denn ich“, sagt Löffler und lacht. „Ich war jung, das war halt so.“ Seitdem gehört der Ohrring jedenfalls zu Harald Löffler – und das soll auch im Fall seiner Wahl zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen in ein paar Wochen so bleiben. „Den habe ich Tag und Nacht an. Klar bleibt der dran“, stellt der Christdemokrat klar.
Der goldene Ohrring mag für sich genommen wenig über Harald Löfflers Eignung für das Bürgermeisteramt aussagen. Er verdeutlicht aber ganz gut, was dem Harthausener wichtig ist: Authentizität. Mit seiner unkomplizierten Pfälzer Art will der 50-Jährige bei den Wählern punkten. Noch mehr als der Ohrring gehört Harthausen, sein Heimatort, zu Harald Löffler. „Ich habe meinen Lebensmittelpunkt schon immer hier gehabt und könnte es mir auch gar nicht anders vorstellen“, sagt er.
Auch beruflich hat es ihn nie weit weggezogen, wobei seine Stationen durchaus gut mit dem Gebiet in Deckung zu bringen sind, für das er als Verbandsbürgermeister zuständig wäre. An der Realschule in Dudenhofen und an der Berufsfachschule in Speyer hat er das Rüstzeug vermittelt bekommen, mit dem er als Verwaltungsfachangestellter bei der Dudenhofener VG-Verwaltung begann. Dann folgte der Wechsel zur damals noch eigenständigen Römerberger Verwaltung und die Tätigkeit im Bauamt und Einwohnermeldeamt.
In die Wirtschaft gewechselt
Doch die Verwaltungslaufbahn empfand Harald Löffler damals für sich als Sackgasse. „Ich wollte Abwechslung und habe alles über Bord geworfen“, blickt er zurück. Mitte der 1990er-Jahre übernahm er so eine Firma im Elmsteiner Tal und siedelte mit dieser kurz darauf nach Harthausen um. Heute beschäftigt Harald Löffler im Harthausener Gewerbegebiet mehrere Mitarbeiter in seinem Unternehmen Lökutec, auch die Familie hilft mit. Während des RHEINPFALZ-Gesprächs, das in den Firmenräumen stattfindet, schauen Harald Löfflers Ehefrau Sabine, mit der er zwei erwachsene Kinder hat, und auch der Vater vorbei. Kunststoff-Spritzguss ist die Spezialität des Unternehmens. Kleine Kunststoffteile aus Harthausen landen in den unterschiedlichsten Produkten auf der ganzen Welt. Bereut habe er den Schritt in die Selbstständigkeit nie, sagt Löffler. „Aber schwierige Zeiten während der Wirtschaftskrise habe ich schon durchgemacht.“
Die Leitung der Firma würde Löffler in andere Hände legen, sollte er zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen gewählt werden. Harthausener Ortsbürgermeister würde er aber bleiben. Das Amt bekleidet er seit stolzen 18 Jahren. In den Gemeinderat ist Löffler erstmals 1994 gewählt worden. „Ich wollte etwas für meine Heimat tun“, begründet er, warum er damals begann, sich politisch zu engagieren. Warum in der CDU? „Von meiner Grundeinstellung bin ich konservativ, aber nicht so, dass ich nicht auch mit anderen könnte“, sagt Löffler. Er habe nie die Parteibrille aufgehabt, wenn es darum ging, das Beste für den Ort zu erreichen. Und genau das versuchte er in seiner Zeit im Amt des Ortsbürgermeisters, in das er 2004 im Alter von 33 Jahren gewählt wurde.
Pfälzisch im Rathaus
Starke Nerven musste Harald Löffler im Jahr 2013 beweisen, als sich die große Gasexplosion in Harthausen ereignete. Während er die Krise zusammen mit den Verantwortlichen auf Verbandsgemeinde- und Kreisebene managen musste, habe er zunächst nicht gewusst, ob seine Lebensgrundlage noch da war. Schließlich steht Löfflers Firma ganz in der Nähe des Unglücksorts.
Jetzt will der Harthausener beweisen, dass er auch Verbandsbürgermeister kann. Vor acht Jahren habe er intern schon einmal den Hut in den Ring geworfen, blickt Löffler zurück. Diesmal soll es klappen mit dem nächsten Karriereschritt. Der Harald Löffler, den man kennt, will der Harthausener jedenfalls bleiben. Dazu gehört auch der Pfälzer Dialekt, den Löffler nicht versucht zu verstecken. Er sei zuversichtlich, dass er im Rathaus auch auf Pfälzisch verstanden werde, sagt der 50-Jährige. Und Hochdeutsch beherrsche er ja auch. Generell könne er sowohl mit dem einfachen Bürger wie auch mit der „High Society“ gut reden, ohne sich zu verstellen. „Ich bin ich und verbiege mich nicht – weder für eine Partei noch für sonst irgendjemand“, sagt Löffler.
Politische Vita
Harald Löffler ist seit 1994 CDU-Mitglied und wurde im gleichen Jahr erstmals für seine Partei in den Harthausener Ortsgemeinderat gewählt. 1999 kam die Mitgliedschaft im Verbandsgemeinderat, die bis heute andauert, hinzu. Seit 2014 sitzt Löffler zudem im Kreistag des Rhein-Pfalz-Kreises. Als Ortsbürgermeister amtiert er seit 2004. Dem Harthausener CDU-Ortsverband steht Löffler seit 2003 vor.
