Rhein-Pfalz Kreis Vom Basketball-Trainer zum Schulleiter

Mutterstadt. Neu und auch wieder nicht – ihren neuen Schulleiter kennen die Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Mutterstadt bereits sehr gut. Zum Schuljahresbeginn hat Andreas Bommer diese Position übernommen. Er unterrichtet aber bereits seit 14 Jahren in Mutterstadt und war seit 2007 stellvertretender Schulleiter.
Für eine Schulleiterstelle wechseln Lehrer oftmals zu einer anderen Einrichtung. Andreas Bommer wollte das nie tun, obwohl es Gelegenheiten gegeben hat, sich andernorts zu bewerben. „Es liegt mir sehr viel an der Schule, am Kollegium und an den Schülern“, sagt der Pädagoge. Seine Verbundenheit zur IGS hat aber auch mit deren Konzept des gemeinsamen Lernens und dem Team-Gedanken zu tun: „Mich hat diese Schulform einfach völlig überzeugt.“ Ursprünglich hatte Andreas Bommer gar nicht vor, Lehrer zu werden – oder sich beruflich in die Pfalz zu begeben. Geboren wurde er am 27. Mai 1965 in Heidelberg. In der Neckarstadt sowie in Eppelheim besuchte er die Schule und machte sein Abitur. Anschließend begann er ein BWL-Studium in Mannheim. „Mich interessiert Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“, erklärt Bommer. Doch dann stellte er in den völlig überfüllten Hörsälen fest, dass dieser Berufsweg doch nicht der richtige war. Wichtig war ihm schon immer der Sport. Bommer hat seit seinem zehnten Lebensjahr Basketball gespielt und es bis auf Regionalliga-Ebene geschafft. Seit er 16 war, trainierte er selbst Landesverbandsmannschaften und mit der KUSG Leimen 2002 sogar eine Mannschaft der Zweiten Bundesliga. Zuletzt war er Trainer einer Herrenmannschaft der TG Sandhausen. Doch mit dem Wechsel auf die Schulleiter-Stelle hat er seine Trainerarbeit aufgegeben. Dafür fehle nun einfach die Zeit. Die Begeisterung für den Sport brachte ihn auf die Idee, das Studienfach zu wechseln. Daher studierte er in Heidelberg Sportwissenschaft, Politikwissenschaft und Mathematik auf Lehramt. Die Erfahrung mit der Jugendarbeit im Basketball-Training habe viel zu dieser Entscheidung beigetragen, sagt der heute 49-Jährige. An der Uni hat er dann selbst andere Studenten unterrichtet. „Da war’s klar.“ Bereits seit 2003 hat sich Bommer, der mit seiner Frau in Walldorf wohnt, in der IGS als Organisationsleiter um die Koordination von Fächern, Stunden- und Vertretungsplänen gekümmert. 2007 wurde er stellvertretender Schulleiter und übernahm weitere Aufgaben wie etwa Schulentwicklung und Personalplanung. „Das ist auch eine Stärke, die ich sicherlich habe“, meint der Pädagoge. Er habe schon immer ein Faible fürs Organisatorische gehabt. Hochmotiviert startet er deshalb nun auf neuer Stelle ins Schuljahr 2014/2015 und möchte sich auch dafür einsetzen, den Vorbildcharakter seiner Schule zu erhalten. „Meine Vorgänger haben dafür gesorgt, dass diese guten Ideen weitergetragen werden. Dem fühle ich mich ein wenig verpflichtet.“ In der Einrichtung selbst stehen in den kommenden Jahren große Sanierungs-Projekte an, mit denen sich Bommer als neuer Schulleiter befassen muss. Die naturnahe Umgestaltung des Schulhofs durch den Freundeskreis der IGS, ein neuer Sportplatz, die Anpassung der Sicherheitstechnik an die heutigen Anforderungen und die energetische Sanierung sind da nur einige Stichworte. „Es gibt kein Fertig“, bringt es der 49-Jährige auf den Punkt. „Das ist das, was mich reizt, mich motiviert.“ Begeistert ist er davon, wie stark sich auch die Eltern bei allen anstehenden Aufgaben einbringen. Nicht ohne Grund zeige das Schullogo drei Männchen – Eltern, Schüler, Lehrer – auf einer Ebene. Auch zu den Schülern ist das Verhältnis durch den Ansatz, zwei Klassenlehrer durchgehend von der fünften bis mindestens zur zehnten Klasse zu behalten, vielleicht ein Stück weit enger als an anderen Schulen. Deshalb wollte Bommer seine Klasse mit der neuen Position auch nicht aufgeben. Was wünscht er seinen Schülern? „Dass sie sich nach ihren Stärken und Fähigkeiten bestmöglich entwickeln. Dass neue Interessen geweckt werden und dass sie sich in ihrer Persönlichkeit entwickeln können.“ Für sich selbst wünscht sich der Lehrer vor allem, dass ihm Zeit bleibt, neben der Arbeit seinen Hobbys nachzugehen. Sein Garten ist ihm wichtig. Und er möchte auf jeden Fall wieder selbst Basketball spielen. Als Aufbauspieler ist er auf dem Feld so etwas wie der verlängerte Arm des Trainers, der das Spiel mitbestimmt und die Richtung angibt. Er hat eben ein Faible fürs Organisatorische.