Rhein-Pfalz Kreis Vom Affen gelaust oder: Frans trägt Schuhe

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Ludwigshafen/Windhoek. Es ist ein trister Morgen in der Vorderpfalz, in der Leitung knackt und knistert es kurz, dann steht die Telefonverbindung ins sonnige Namibia, genauer gesagt ins Farmhaus auf Rooiklip. Hannelore Neuffer sitzt gerade am Computer und sichtet ihre E-Mails. Ja, Internet gibt es inzwischen auch irgendwo im Nirgendwo. So kann die Pfälzerin Kontakte in die alte Heimat pflegen und natürlich zu ihren Gästen.

Hallo? Hallo! Jetzt höre ich Dich. Einen Moment bitte, ich schalte den Computer aus, dann geht es besser. Ja, ich sitze im Büro. Auch die Arbeit am Schreibtisch muss erledigt werden. Wichtig ist der Kontakt zur Außenwelt. Ich muss Buchungen bestätigen, mit den Gästen kommunizieren. Das mache ich oft vormittags. Nach meinem Morgenspaziergang mit den Hunden und Karli, unserem Äffchen, das wir als Findelkind aufgezogen haben. Und nach dem Frühstück mit Frans auf der Terrasse. Karli ist übrigens inzwischen erwachsener und frecher geworden. Deshalb habe ich ihn auch draußen gelassen. Hier im Büro würde er nur randalieren. So sitzt er auf seinem Baum, kann turnen und meinetwegen an Unfug denken.

Unsere Gäste sind total begeistert von Karli. Er setzt sich auf ihre Köpfe und laust. Ein besonderer Service ... Gegen eins nehme ich ihn immer mit zum Mittagsschlaf. Dann kriegt er Windeln an wie als Baby. Ein vollgepinkeltes Bett will ich ja nicht. Aber den Schlaf brauchen wir - Karli und ich. Meine Knochen besonders - nach dem Autounfall am Gamsbergpass im vergangenen Jahr. Trotz allem: Im Moment geht es uns gut.

Klar, wir sind immer noch in der Testphase, was unser neues Selbstversorger-Konzept anbelangt. Aber ich habe die Hoffnung, dass es angenommen wird. Vielleicht weniger von Leuten, die mehr Luxus und nicht selbst kochen wollen. Aber es gibt ja doch viele, die Namibia auf eigene Faust mit Geländewagen und Dachzelt erkunden. Und für die sind wir ein guter Zwischenstopp, wenn nach acht Tagen Zelten mal wieder ein Bett her muss. Außerdem haben wir drei wunderschöne Campingplätze oben an den Felsen.

Inzwischen sind fast alle Zimmer fertig. Alle Unterkünfte haben einen Braai-Platz, auf deutsch: eine Grillmöglichkeit. Wir haben außerdem noch zwei große Küchen, ausgestattet mit allem, was man braucht. Und: Wenn hier mal jemand ohne Essen strandet, lassen wir ihn natürlich nicht verhungern. Aber Frans und ich müssen anfangen, mit unseren Kräften zu haushalten. Deshalb haben wir uns umgestellt, kochen keine großen Menüs. Das große Geld werden wir auch nicht machen, aber wir sind ja am Ab- und nicht am Aufbauen.

Halt, so ganz stimmt das auch nicht. Frans beispielsweise ist gerade wieder auf Campingplatz Nummer vier am Werkeln. Das Research-Camp für Studenten der Technischen Universität München. Da sie oft mehrere Monate für ihre Forschungen bleiben, baut Frans ihnen Hütten. Das ist komfortabler als Zelte.

Gerade ist nur ein Student da. Er erforscht Mäuse. Ja, die sind hier sicher anders als in Deutschland. Sie haben zumindest mal Streifen. Das Gute ist: Morgens studiert der junge Mann, nachmittags hilft er uns. Bald holen wir in Windhoek noch ein Mädchen aus Schifferstadt ab. Das bleibt einen Monat und arbeitet hier. Wir haben zudem sieben feste Mitarbeiter. Wir sind also ganz gut aufgestellt. Und so haben wie abends auch mal Zeit, mit unseren Gästen zu plaudern.

Es gibt übrigens einen Skandal: Frans hat Schuhe an. Jeder, der ihn kennt, weiß ja, dass er nur barfuß unterwegs ist - über Stock und Stein und jedes Gestrüpp. Aber vor den Früchten des Morgensterns, der gerade blüht, hat selbst er Respekt. Das sind runde Bällchen gespickt mit Dornen. Sie bohren sich in Pfoten und Füße. Und auch in den Po, wenn man nicht aufpasst, wohin man sich setzt.

Ja, richtig gehört - es blüht in Namibia. Petrus hat uns ein wunderbares Weihnachtsgeschenk gemacht - er hat uns von 21. bis 25. Dezember, Regen geschickt, das ergab in fünf Tagen 114 Milliliter Niederschlag! Das war so gut, alles hat die Feuchtigkeit gierig aufgesaugt, über dem ganzen Land liegt ein Grünfilm, und in meinem Garten gehen die Tomatensamen auf. Die Tiere haben zu fressen. Es wird zwar langsam wieder trockener. Aber wir hoffen auf weiteren Regen. Normalerweise sind wir während der Regenzeit, die im Dezember beginnt, nicht so früh dran. Meistens geht es im Norden los. Wir rechnen also noch mit einem Guss im April. Ja, wir beten darum. Denn wir brauchen Wasser.

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