Dudenhofen / Hanhofen / Harthausen RHEINPFALZ Plus Artikel Volkshochschulleiterin hört auf

Beendet zum Jahresende ihre Arbeit für die Volkshochschule: Marliese Goldschmidt.
Beendet zum Jahresende ihre Arbeit für die Volkshochschule: Marliese Goldschmidt.

13 Jahre hat Marliese Goldschmidt ehrenamtlich die Außenstelle Dudenhofen der Volkshochschule (VHS) des Rhein-Pfalz-Kreises geleitet und war neben Dudenhofen für Harthausen und Hanhofen zuständig. Zum Jahresende gibt sie ihr Amt an Marita Detzner ab. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ zieht Goldschmidt Bilanz.

Nach sechsmonatiger Einarbeitung hatte sie 2008 das Amt von Rina Binz übernommen. Binz war es, die Goldschmidt als Nachfolgerin beim damaligen Bürgermeister Clemens Körner (CDU) vorgeschlagen und sich damit neuen Schwung für die VHS erhofft hatte. Körner kannte die Kreativität des „Dudenhofener Mädels“, die seit 2001 Kurse an der Freizeitschule Mannheim besucht und Skulpturen schafft. Er ermunterte sie, die VHS-Leitung zu übernehmen – mit Erfolg: „Ich probiere es.“

Zuvor hatte sich Goldschmidt überlegt, ob ihr das Amt liegt. Ergebnis: „Ich kann einiges in Bewegung bringen – gerade Kreatives, was vorher nicht war.“ Ihr Plan: „Sehen, wie es angenommen wird.“ Eine Option: „Wenn ich es rechtzeitig sage, kann ich jederzeit aussteigen.“ Aber: Das Angebot fand Anklang. Die Neue führte Mal- und Sprachkurse, Märchenabende, Fotoausstellungen fort – Neues kam aber auch hinzu: mehr Kochkurse, viele Kreativkurse wie Patchwork, Klöppeln, Arbeiten mit Zement, das Bildhauersymposium, Kunstausstellungen, Wellness im Wald und die Kooperation mit der Rucksackschule, um für Kinder Angebote im Wald unterbreiten zu können. Den Zementkurs, den es nicht mehr gibt, hätte sie gerne wieder – und auch noch mehr Kurse angeboten: „Man braucht aber auch Leute, die das machen“, sagt Goldschmidt.

Die VHS-Leiterin hielt Augen und Ohren offen, war „immer auf der Suche“. Ein Renner: Patchwork. „Beide Kurse sind voll.“ Sehr beliebt: der Bildhauerkurs. Immer ausgebucht: der italienische Kochkurs. Der Männerkochkurs hatte einen festen Teilnehmerstamm. Sehr gut kamen Yoga- und Rückenschulungskurse sowie Seniorengymnastik an. Auch der Nähkurs in Harthausen wurde gut besucht. „Zeitbedingt nicht mehr gefragt“ waren dagegen Dia-, Bilder- und Gesundheitsvorträge.

Freude, aber auch Frustration

„Das Amt ist sehr zeitintensiv“, sagt Goldschmidt. Und informiert, dass es „Stoßzeiten“ gab, vor allem, wenn ein neues Programm erstellt, neue Kurse aufgenommen wurden. Ihre Aufgaben: vorher überlegen, ob die Kurse passen, Vorgespräche mit neuen Dozenten führen, mit der VHS-Hauptstelle kommunizieren, Wegweiser zu den Kursräumen aufhängen, bei Kursbeginn die Teilnehmer begrüßen. Diese waren „sehr zufrieden und dankbar“. Sie räumt aber ein, dass es immer wieder mal Teilnehmer gab, die „etwas zum Motzen hatten“. „Da habe ich drüber weggesehen.“

Froh ist sie, dass die Zusammenarbeit mit dem Verwaltungs- und dem Vor-Ort-Personal sehr gut war, sie „große Unterstützung“ hatte – auch wenn sie Neues machen wollte. Apropos neu: Im Gegensatz zu Binz, die vieles noch „mit der Hand gemacht“ hatte, stand Goldschmidt zu Hause ein PC-Programm zur Verfügung.

Positiv in Erinnerung bleibt ihr das Bildhauersymposium. Frustrierend fand sie, wenn Kurse zum Laufen gebracht, aber wegen zu wenig Interesse nicht zustande kamen. Schon im Januar hatte die 66-Jährige Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) mitgeteilt, am 31. Dezember aufhören zu wollen. Für die Ex-Steuerfachgehilfin ist es „an der Zeit, „dass sich vielleicht in eine andere Richtung wieder etwas bewegt“: „Ich habe es 13 Jahre gemacht, und es war gut. Mir liegt am Herzen, dass es gut weiterläuft.“ Die verheiratete Mutter zweier erwachsener Töchter will weiter kreativ sein, sich der Bildhauerei widmen. Und dann sind ja da noch ihre Enkel Friedrich und Ludwig: „Die freuen sich, wenn Omi mehr Zeit hat.“

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