Limburgerhof
Virtuelle Bewegungsparty: Rekord geglückt
Was war das für ein „Donnerwetter auf Schloss Falkenstein“. Elfen und Weihnachtswichtel tanzten und hüpften umher, der Weihnachtsmann bereitete sich aufs Torwandtraining vor und Väterchen Frost machte Dehnübungen. So lustig verpackt hat Annette Egartner die Übungen der virtuellen Bewegungsparty, die am vergangenen Dienstag stattfand. Zehn Trainer verschiedener Vereine haben sich kurze Sportsequenzen für Kinder von drei bis zwölf Jahren überlegt, und die Sportpädagogin hat sie in einem Weihnachtsmärchen verknüpft. Da gab es Sprungeinheiten, Tanzen, und Abfahrtsski zum Kräftigen der Beinmuskulatur.
Doch wie kam es dazu? Während der Pandemie bietet Egartner, die Trainerin beim Tennisclub Limburgerhof ist, Onlinekurse für Kinder an. Professionalisiert wurde das Angebot durch Christian Wiederanders, Vorsitzender des Vereins Tatsu-Ryu-Bushido Limburgerhof. Denn er stellte Egartner einen Raum und Equipment fürs Filmen zur Verfügung. Und dann kam Anna Pec-Schmitt ins Spiel. Sie ist Bewegungsmanagerin der Sportinitiative „Land in Bewegung“ und hatte die Idee einer virtuellen Bewegungsparty – mit Egartner, Wiederanders und weiteren Trainern aus Vereinen in der Umgebung. Das Ziel: So viele Kinder wie möglich vor den PC oder das Tablet locken und via Zoom zum Sporteln bringen.
Bewegung braucht nicht unbedingt Sprache
Dass sich schlussendlich 332 Haushalte aus aller Welt zuschalten, damit haben die Organisatoren nicht gerechnet. Aber alle Beteiligten haben die Werbetrommel fleißig gerührt. Und zugeschaltet haben sich schließlich sogar Gäste aus Ländern wie Sri Lanka, Montenegro, Frankreich, Japan, China und den USA. „Sie waren alle begeistert“, sagt Egartner. „Die Aktion hat auch gezeigt, dass Bewegung nicht unbedingt Sprache braucht. Die Kinder haben gemacht, was sie gesehen haben.“
Der große Zuspruch sei auch für die Trainer ganz besonders gewesen. „Wir konnten 30 bis 40 Kinder auf dem Bildschirm sehen. Das hat einen richtig motiviert.“ Die Arbeit im Vorfeld habe sich gelohnt. Das Hygienekonzept sei aufgegangen, jeder habe seinen Part gut über die Bühne bringen können. Die Koordination der Abschnitte habe sehr gut funktioniert, berichtet auch Pec-Schmitt. „Das Teamwork hat super geklappt.“
Das Ziel übertroffen
Dass bereits im Vorfeld T-Shirts mit dem Slogan „We did it“ (Wir haben’s geschafft) gedruckt wurden, sei genau richtig gewesen. Kurz bevor es losging, habe schon festgestanden, dass mit mehr als 300 Anmeldungen der Rekordversuch auf jeden Fall geglückt sei. „Alle vorher ,selbst definierten Ziele‘ waren übertroffen worden, die 332 Registrierungen ein großartiger Erfolg“, berichtet Wiederanders. „Wenn man nun bedenkt, dass hinter einigen Registrierungen gleich zwei oder sogar teilweise drei Kinder mitgesportelt haben, dann liegt die Zahl der aktiven Teilnehmer sogar noch höher.“
Gefeiert wird der Erfolg übrigens später, wenn es wieder möglich ist, sagt Egartner. Die Sportpädagogin kann die engagierte Truppe nur loben. „Dieses Feuerwerk haben die Trainer entfacht. Ohne dieses Team wäre das nicht möglich gewesen“, sagt sie. „Jeder hat in seinen drei bis fünf Minuten alles gegeben. Ich bin stolz auf jeden Einzelnen.“