Speyerer Umland
Vier dörfliche Weihnachtsmärkte machen warm ums Herz
Weihnachtsstimmung? Na klar. In Lingenfeld sorgten Vereine mit viel Liebe zum Detail dafür, dass Wohlgefühl aufkam. Tannengrün auf jedem Stehtisch, Windlichter mit geschriebenem Weihnachtsgruß auf einem Schmuckband, Schneeflocken-Servietten und Eiskristalle an Holzhütten – vieles fiel jenen in den Blick, die sich auf dem Platz vorm Rathaus aufmerksam umschauten.
Besonders imposant: der grüne Riese als Blickfang hinter dem selbstverständlich abgeschalteten Brunnen. Mit gigantischen silbernen Kugeln und vielen kindlichen Basteleien war der Baum geschmückt worden. Passend dazu ertönte bei der Eröffnung am Samstagnachmittag fröhlicher Kindergesang aus der Kita Raupe Nimmersatt. Die im Lied besungenen dicken roten Kerzen machten Lust auf den Advent – da ließ sich sogar Bürgermeister Markus Kropfreiter (SPD) zum Mitsingen motivieren.
Die volle Dosis Advent gab’s im Foyer des Rathauses, nämlich an den Kunsthandwerkerständen. In gestrickter Form wurde beispielsweise eine komplette Eisenbahn mit Nikolaus, Rentier, Tannenbaum und Geschenken dargeboten.
Berghausen: Schön geschmückte Buden
Um in Berghausen den Bereich vor der katholischen Kirche und dem Zehnthaus in warmes Licht zu tauchen, hatten sich die Weihnachtsmarktbeschicker viele Gedanken gemacht. Angesichts des aus Energiegründen weggefallenen Lichtervorhangs am Gotteshaus wurde akribisch an der Ausschmückung der Buden gearbeitet. „Alle haben sich sehr viel Mühe gegeben“, bestätigte Dana Burkhard vom Fußballverein.
Während die auf dem Festareal verteilten Nadelbäume von einem Betrieb als Leihgabe zur Verfügung gestellt worden waren, stiftete der Obst- und Gartenbauverein das geschnittene Tannengrün zum Gestalten der Stände. Der Verein selbst sorgte mit knisterndem Lagerfeuer für eine wohlige Atmosphäre – und dafür, dass der kleine Hunger mit Stockbrot gestillt wurde.
Am Stand von Simone Wenzl gab’s inspirierenden Schmuck: Floating-Charms-Medaillons. Tannenbaum, Nikolaus und Päckchen konnten jahreszeitgetreu in den Anhänger einer Kette gefüllt werden. „Die Charms werden dann beliebig ausgewechselt“, erklärte Wenzl. Zu Ostern etwa werden sie gegen süße Häschen getauscht.
Sowohl in Lingenfeld als auch in Berghausen wurde dem allseits beliebten Hang zum Selbstporträt Rechnung getragen. Während bei den einen ein Selfiepoint mit Weihnachtsmann eingerichtet war, stand bei den anderen ein Schlitten mit Kuscheldecke und Christbaum fürs Foto bereit.
Hanhofen: Menschen genießen die Stimmung
„Wir wollen Licht in die Finsternis bringen“, kommentierte Hanhofens Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice (SPD), weshalb auch beim Weihnachtsmarkt ihrer Gemeinde nicht komplett auf Lichterketten verzichtet wurde. Der große „Sternenhimmel“ über dem Festbereich wurde zwar in diesem Jahr nicht gespannt, jedoch behielten die Standbetreiber ihre Lichtquellen an den Holzbuden bei. „Wir haben alle dazu angehalten, LED zu verwenden“, hob Schmitt-Makdice hervor.
Zum Weihnachtszauber gehöre nun mal das Licht. Ortskartellvorsitzende Friederike Ebli widersprach dem nicht und äußerte sich angetan von der Stimmung, die rings um die Pfarrkirche in der Ortsmitte herrschte: „Überall stehen Leute – so soll es sein.“
Einen nicht gering zu schätzenden Beitrag zum Adventsgefühl leisteten am Sonntagnachmittag die Kinder des Fußballvereins, die Weihnachtslieder einstudiert hatten. Diese gaben sie nun zum Besten und animierten die Zuhörenden schnell zum Mitsingen.
Harthausen: Munteres Treiben am Hainbach
Licht war auch das wesentliche Element in Harthausen. Dort war eine beschauliche Weihnachtslandschaft in der Straße Im Malerviertel, in unmittelbarer Nähe des Hainbachs, aufgebaut worden. Schon der Eingangsbereich war umrahmt von gelb-blauen Glühbirnen, die das angenehme Flair des Marktes in der Dunkelheit betonten.
Wanderte der Blick in die Ferne, fielen weitere Lichtquellen auf, die es einem warm ums Herz werden ließen. Bestens bestückt war der Markt mit Ausstellerständen. Die Bastler und Köche boten ein buntes Spektrum an Leckereien und Deko. Etwas Besonderes waren Windlichttüten mit beschaulichen Motiven, Sternenleuchten, Glückskeksdosen sowie Glitzerndes für Hand und Hals.
Typisch winterlich: ein Brauhausgulasch, serviert im Brotlaib. Im Reigen weihnachtlicher Genüsse wurde das höchstens übertroffen von den Waffeln, deren Herstellung im heißen Eisen auf dem Gelände einen unwiderstehlichen Duft verströmten.
Eindeutiger Garant für die Weihnachtsstimmung an allen Standorten war natürlich der Glühwein, ob weiß, rot oder mit Schuss. Die Temperaturen spielten ebenfalls mit, sodass das erste Adventswochenende ein perfekter Einstieg in die Wartezeit bis Heiligabend war.