Rhein-Pfalz Kreis Viel Regen und waghalsige Taxifahrten

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«Bobenheim-Roxheim/Pucallpa.» Nils Lange ist angekommen. Seit Ende September hilft der Bobenheim-Roxheimer im Rahmen eines vom Bund geförderten Freiwilligendienstes bei der Aufforstung des Regenwalds im peruanischen Pucallpa mit. Im Telefongespräch mit der RHEINPFALZ berichtet er von seinem Projekt, von sintflutartigen Regenfällen, waghalsigen Taxifahrten und einem Weihnachtsfest mitten im Urwald.

Der Anfang gestaltete sich für Nils Lange alles andere als leicht. Kurz nach seiner Ankunft im September in der peruanischen Hauptstadt Lima fiel der Bobenheim-Roxheimer erst einmal in ein tiefes Loch. „Ich hatte keinen Anschluss, wurde dann auch noch krank“, erinnert er sich an die ersten Tage. Geändert habe sich alles, als er an seinem Arbeitsplatz in Pucallpa ankam. Auf zwölf Hektar ehemaligen Regenwalds ist er gemeinsam mit einem Peruaner und einem weiteren Freiwilligen für die Pflege eines botanischen Gartens zuständig. Der 19-Jährige pflanzt Bäume an, kümmert sich um eine Baumschule und führt einheimische Schulklassen durch das Areal. Die Gartenarbeit macht ihm viel Spaß. Nicht immer kommt er dazu. Aktuell herrscht in Peru Regenzeit. „Da kann es schon einmal vorkommen, dass innerhalb einer Viertelstunde so viel Wasser vom Himmel fällt wie sonst in einem ganzen Monat“, berichtet Lange. Die Straße zu seiner Hütte ist wie die meisten Wege in Peru nicht asphaltiert. Der Weg zur Arbeit kann da schnell zum Abenteuer werden. Doch was in Europa ein mittleres Verkehrschaos auslösen würde, ist in Peru nahezu alltäglich. Überhaupt nehmen es die Einheimischen dem 19-Jährigen zufolge nicht so ernst mit den Verkehrsregeln. Zentimeterlange Risse in der Windschutzscheibe seien völlig normal. Und auf einer Autorückbank säßen gerne schon mal fünf Insassen. Das außergewöhnlichste Erlebnis sei die Fahrt mit 17 anderen Personen in einem Fahrzeug mit sieben Sitzen gewesen. Lange hat seitdem seine Vorliebe für den Kofferraum entdeckt. „Da hat man wenigstens genug Platz für die Beine“, erzählt er lachend. Auch das Weihnachtsfest wird Nils Lange wohl immer im Gedächtnis bleiben. Heimweh sei in dieser Zeit kaum aufgekommen. Denn auch wenn es als Fest der Familie gilt, bei Temperaturen über 30 Grad war es für Nils Lange schwer, in eine besinnliche Weihnachtsstimmung zu kommen, wie er sie aus Deutschland kennt. Verbracht hat der 19-Jährige Heiligabend schließlich mit deutschen Auswanderern, die vor einigen Jahren selbst einen Freiwilligendienst in Peru absolviert hatten. „Am Ende waren wir 16 Deutsche in einer Hütte mitten im Urwald, die bei Semmelknödel und Rotkraut Weihnachten gefeiert haben“, erzählt Lange begeistert. Anschluss hat der junge Mann mittlerweile gefunden. Jüngst verbrachte er mit einem Freund seinen Urlaub nördlich von Lima beim Zelten in den Anden. Seinen Geburtstag im Oktober feierte er gemeinsam mit Jugendlichen vom Freiwilligendienst. Nur zwischen ihm und seinem Mitbewohner stimmt die Chemie nicht so ganz. „Das ist schade, aber nicht zu ändern“, meint Lange. Bei der Arbeit und in der Freizeit höre er deshalb viel Musik. Kopfhörer gehören zu den wenigen Luxusartikel, die sich der Bobenheim-Roxheimer gönnt. „Ich lebe ansonsten recht minimalistisch und versuche, mit wenig auszukommen“, berichtet er. Nur auf eine Internetverbindung möchte er nicht verzichten. Einerseits, um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben, andererseits nutzt Lange das weltweite Netz auch für seine Projekte. Denn neben der Pflege des botanischen Gartens hat er sich der Müllproblematik in Pucallpa angenommen und ein Projekt auf die Beine gestellt, bei dem Plastikflaschen recycelt werden. Noch Fragen? Wer Nils Lange unterstützen möchte, findet Informationen dazu auf seinem Blog unter www.nils-peru.com

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