Rhein-Pfalz Kreis Vermitteln und verankern
LUDWIGSHAFEN. „Teilhabe kann gelingen, wenn alle es wollen.“ Dieses Fazit zieht Arno Weber nach seiner vierjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit als Behindertenbeauftragter des Rhein-Pfalz-Kreises. Der Bobenheim-Roxheimer hat, wie berichtet, sein Amt im November aufgegeben, weil er in einen anderen Landkreis gezogen war.
Aufgabe von Arno Weber war es, Ansprechpartner für behinderte Menschen im Rhein-Pfalz-Kreis und deren Angehörige zu sein. In der Zeit zwischen Dezember 2011 und November 2015 habe er 143 Anfragen bearbeitet, heißt es im Abschlussbericht Webers für den Kreistag. Hilfesuchende an die richtigen Stellen zu vermitteln und die jeweils nötigen Antragsformulare zu beschaffen, war ein Schwerpunkt seiner Arbeit. Dabei ging es unter anderem um Fragen des Schwerbehindertenrechts, um die Suche nach barrierefreiem Wohnraum, Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung oder um Parkausweise. Laut Weber leben im Rhein-Pfalz-Kreis rund 11.700 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung (Stand 31. Dezember 2014). Das sind 7,8 Prozent der Kreisbevölkerung. „Die Vorstellung einzelner Betroffener, ich könnte außerhalb der normalen Rechtswege etwas bewirken oder bestimmtes Handeln veranlassen, war bisweilen überzogen“, erinnert sich Weber. Ein kommunaler Behindertenbeauftragter habe schließlich nur eine beratende Funktion. Für die Kreistagsmitglieder festgehalten hat er außerdem die Beobachtung, dass häufig gar nicht die Behinderung selbst das Problem sei, sondern vielmehr die soziale Notlage des Betroffenen, wenn er zum Beispiel arbeitslos werde. Eine weitere Aufgabe des Bobenheim-Roxheimers war es, den Gedanken der unbeschränkten Teilhabe von Behinderten in allen Lebensbereichen (Inklusion) in kommunalen Gremien, Vereinen und Organisationen zu verankern. Mittel dazu waren laut Weber unter anderem Aktionstage und Informationsveranstaltungen zum Thema. Den Rhein-Pfalz-Kreis sieht Arno Weber auf einem guten Weg, die EU-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. „Allerdings sind Aktions- und Maßnahmenpläne sowie Behindertenbeauftragte in jeder Kommune erforderlich.“ Webers Nachfolge hat im Dezember Gerhard Michel aus Bobenheim-Roxheim angetreten. (ww) Noch Fragen? Gerhard Michel ist jeden ersten Mittwoch im Monat von 9.30 bis 12 Uhr im Zimmer 48, der Kreisverwaltung (Europaplatz 1, Ludwigshafen), unter Telefon 0621/5909629 oder per E-Mail unter gerhard.michel@kv-rpk.de erreichbar.