Rhein-Pfalz Kreis Verliebt in kleine „Schweinchen“

Hat ihr ältestes Meerschweinchen mit dem Namen Ömchen auf dem Arm: Jessica Rogall in ihrer Notstation in Berghausen.
Hat ihr ältestes Meerschweinchen mit dem Namen Ömchen auf dem Arm: Jessica Rogall in ihrer Notstation in Berghausen.

Bei Jessica Rogall in der Schulstraße 15 in Berghausen quiekt es: Die 31-Jährige hat vor rund zwei Jahren eine private Notstation für Meerschweinchen eröffnet. Dort bietet sie auch eine Urlaubsbetreuung für die kleinen Tiere an. Diese ist gerade in der Ferienzeit sehr gefragt.

„Manche buchen schon ein dreiviertel Jahr vorher“, erzählt Rogall. In ihrer Notstation mit dem Namen „Glücksmeerschweinchen“ leben derzeit 29 Tiere. 20 Meerschweinchen gehören Rogall, sieben Tiere sind alt oder krank und werden ihr restliches Leben in der Pension bleiben, zwei Meerschweinchen sind sogenannte Vermittlungsschweinchen. Für diese Tiere versucht Rogall, über Anzeigen auf ihrer Internetseite oder in Facebook-Gruppen neue Besitzer zu finden. Für die Urlaubsbetreuung hat die 31-Jährige aufgrund der vielen anderen Tiere derzeit nur zwei Plätze frei. In Zukunft wolle sie die Anzahl ihrer eigenen Tiere aber reduzieren, um mehr Platz für die Urlaubsbetreuung und für Vermittlungsschweinchen zu haben, sagt die gebürtige Speyererin. Die Notstation befindet sich im Obergeschoss von Rogalls Haus in Berghausen. Dort hat die 31-Jährige ihren Schweinchen, wie sie die quiekenden Tiere nennt, ein eigenes Zimmer eingerichtet. Sieben selbstgebaute Gehege stehen dort. „Im Bauhaus in Speyer kennt man mich“, sagt Rogall und lacht. Sie hat aber nicht nur die Gehege selbst gebaut, sondern auch verschiedene Kuschelsachen für die Tiere genäht. Ihr Hobby kommt somit auch den kleinen Tieren zugute. Das selbstgenähte Zubehör verkauft Rogall im Internet. Neben der Urlaubsbetreuung ist das die zweite Einnahmequelle, um ihre Meerschweinchennotstation zu finanzieren. „Wenn ich das ganze Futter selbst kaufen müsste, würde das 400 Euro im Monat kosten. Aber ich bekomme Spenden und auch Futter von meinen Schwiegereltern“, sagt Rogall, die als Sozialversicherungsfachangestellte bei der Deutschen Rentenversicherung in Speyer arbeitet. Zu den Futterkosten kommen monatlich rund 80 Euro für Medikamente und ab und zu Kosten für Tierarztbesuche. Rund zwei Stunden ist die 31-Jährige täglich beschäftigt mit Füttern, Saubermachen und dem Verteilen von frischem Heu im Gehege. „Wenn ich von der Arbeit gefrustet bin, setze ich mich vor das Gehege und schaue, wie die Schweinchen herumwuseln. Und wenn sie so schauen, dann lache ich wieder“, sagt sie und streckt einem schwarz-braunen Tier, das über die Begrenzung des Geheges schaut, den Finger hin. Hilfe bekommt Rogall von ihrem Mann Sascha. Mit ihm geht sie im Sommer samstags und sonntags an den Rheindamm und „holt frische Wiese“ für die Tiere. „Ohne die Meerschweinchen würden wir nicht anderthalb Stunden spazieren gehen“, sagt sie. Rogall hat sich für die Futtersuche am Damm auch über Pflanzen informiert. Mit den Meerschweinchen kennt sich Rogall bestens aus. Bevor sie die Notstation eröffnen durfte, brauchte sie eine Erlaubnis vom Veterinäramt und musste eine Prüfung ablegen. Für Rogall kein Problem: „Schweinchen habe ich seit meinem zwölften Lebensjahr.“ Mit 19 Jahren habe sie die ersten Tiere in ihrer Wohnung gehalten. Als sie zu ihrem heutigen Ehemann nach Mechtersheim zog, richtete sie dort in einem Zimmer eine Pflegestation für Meerschweinchen ein, die sie über den Verein SOS Meerschweinchen betrieb. Das Haus in Berghausen hat das Paar dann extra für die Schweinchen und ihre eigene private Notstation gekauft. Info & Kontakt — Kosten für Urlaubsbetreuung pro Tag und Tier: bei bis zu zwei Meerschweinchen drei Euro; ab drei Tieren 2,50 Euro. Bei pflegebedürftigen Meerschweinchen 3,50 Euro; bei Intensivpatienten vier Euro. — Info: www.gluecksmeerschweinchen.de —Zubehör von Jessica Rogall im Internet unter www.tierische-kuschelwelten.de.

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