Rhein-Pfalz Kreis Verkehrslärm an der Kurve

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Mutterstadt. Zu starker Verkehrslärm, zu schnell fahrende Autos und überhaupt zu viel Verkehr im Medardusring in Mutterstadt – darüber beklagt sich die Anwohnerin Christa Scheid. Sie findet, dass diese Anliegen von den politisch Verantwortlichen nicht ernst genug genommen werden. Die Gemeindeverwaltung weist dies zurück und verweist auf ein Bündel von Aktivitäten und Messungen, auch am Anwesen der Familie Scheid.

Der Medardusring, in dem Christa Scheid mit ihrer Familie wohnt, sei eine Sammelstraße, die nur den Verkehr aus dem Wohngebiet zur Hauptstraße führen soll, sagt sie. Jedoch sei er zur Durchgangsstraße geworden, vor allem derzeit, wo das Ortszentrum eine Großbaustelle ist: „Meiner Meinung nach ist es dem Durchgangsverkehr zumutbar, die vorhandenen außerörtlichen Umgehungsstraßen zu nutzen.“ Viele Autofahrer würden außerdem die Tempo-30-Regelung in der Straße nicht beachten. Etwa 25 Meter von ihrem Haus entfernt verlaufe die Straße in einer scharfen S-Kurve. Wer zu schnell unterwegs sei, bremse hier stark ab und gebe danach wieder Gas. „Dieses ununterbrochene Abbremsen und Gasgeben ist eine wirklich belastende Geräuschkulisse“, klagt Scheid. Sie habe der Gemeinde vorgeschlagen, mit Verengungen oder Schwellen die Durchfahrt unbequemer zu machen und die Autofahrer mit mobilen Geschwindigkeitsanzeigen auf Überschreitungen hinzuweisen. Außerdem könnte im Amtsblatt auf bevorstehende Geschwindigkeitsmessungen hingewiesen werden, um Fahrer schon im Vorfeld von zu schnellem Fahren abzubringen. Mit ihrem Anliegen fühlt sich die Mutterstadterin aber nicht ernst genommen: „Man wird immer hingestellt, als sei man der Einzige, der sich beschwert“, sagt Christa Scheid. Allerdings sind bereits im Januar und noch einmal vor wenigen Tagen Geschwindigkeitsmessungen beim Anwesen der Scheids vorgenommen worden. Und die haben nach Angaben von Volker Strub (FWG), als Dritter Beigeordneter in Mutterstadt zuständig für Verkehrsfragen, keine derart gravierenden Ergebnisse gezeigt. Bei einer Messung im Januar seien 2287 Autos am Tag durch den Medardusring gefahren, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 Stundenkilometern und natürlich, wie Strub sagt, auch einigen Ausreißern: Der schnellste Sünder sei mit 74 Stundenkilometern durchgerauscht. Bei der jüngsten Messung von 28. Juli bis 4. August seien dagegen trotz der Baustelle im Ortszentrum weniger Autos gezählt worden: 2089 am Tag. Die seien im Durchschnitt mit sogar nur 27 Stundenkilometern gefahren, der Schnellste mit 54 „Sachen“. Das interpretiert Christa Scheid anders. Zwar habe die Auswertung der Messung vom Januar gezeigt, dass 85 Prozent der Autofahrer 37 Stundenkilometer und weniger fahren. Aber das bedeute ja trotzdem , dass die restlichen 15 Prozent erheblich zu schnell unterwegs seien. Die erneute Messung im Juli sei außerdem an anderer Stelle, nah bei der Kurve, vorgenommen worden, wo die Autofahrer ohnehin langsamer fahren müssten, moniert sie. Und außerdem bleibe der Lärm, den die durchfahrenden Autos an der S-Kurve verursachen. Dieser Versatz sei aber damals extra eingeplant worden, um die Autofahrer zu bremsen, betont Strub. Würden nun noch Schwellen eingebaut, wie die Anwohnerin es vorschlage, würde das den Verkehrslärm nur verstärken, sagt der Beigeordnete. Im Medardusring seien durch die Anlage der Parkplätze und Aufstellen von Blumenkübeln optische Bremsen eingebaut worden, ergänzt die Erste Beigeordnete Andrea Franz (SPD). Durch die Großbaustelle im Ortskern gebe es zudem in vielen weiteren Straßen des Orts derzeit mehr Verkehrsbelastung, in der Blockfeldstraße zum Beispiel. Problematisch sei vor allem zu Beginn der Sperrung gewesen, dass Viele die Schilder ignoriert hätten und trotzdem bis zur Baustelle vorgefahren seien. Das habe sich nun augenscheinlich verbessert.

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