Waldsee
Verkehrskonzept: Weniger Autos hier, mehr Autos dort
Das Planungsbüro Modus Consult ist dabei, ein Mobilitätskonzept für Waldsee zu entwickeln. In der Vergangenheit wurde bereits eine Verkehrszählung gemacht und das Ergebnis analysiert. Bürger konnten sich auf einer Informationsveranstaltung ein Bild davon machen und in einem Workshop konkrete Ideen einbringen. Nun hat Planer Frank Gericke die bisherigen Ergebnisse zusammengefasst und dem Verkehrsausschuss vorgestellt.
Aktuell fahren jeden Tag rund 5000 Autos durch die Ludwigstraße, also mitten durchs Dorf. Durch die Albert-Einstein-Allee im Westen fahren rund 3500 Pkw. Jeweils 1800 fahren durch die Goethestraße und die Neuhofener Straße. 2400 Autos fahren durch Schillerstraße und Altriper Straße.
Gericke wirft nun einen Blick in das Jahr 2035. Würde die Westumgehung nicht fertiggestellt, dann dürften auf den innerörtlichen Straßen zwischen 100 und 300 Autos mehr unterwegs sein, weil damit gerechnet wird, dass der Verkehr etwas zunimmt. Wird die Verbindungsstraße zwischen Schifferstadter und Rehhütter Straße gebaut, dann hat das deutliche Auswirkungen auf den innerörtlichen Verkehr: Nach Gerickes Berechnung würden dann 5600 Autos die neue Straße benutzen, aber 1900 Autos weniger durch den Ort fahren, auch in der Neuhofener Straße würde der Verkehr um 700 Autos abnehmen, auf der Albert-Einstein-Allee wären allerdings 2000 Pkw mehr unterwegs. 200 Fahrzeuge würden zusätzlich die Schillerstraße und Altriper Straße nutzen. Der Schwerlastverkehr durch den Ort würde spürbar abnehmen. Die Umgehungsstraße hätte aber nicht nur Auswirkung auf Waldsee, auch Schifferstadt würde davon profitieren und der Pkw-Verkehr durch den Ort um 400 Autos pro Tag abnehmen.
Gericke berichtete auch vom Workshop, bei dem sich Mitte November Kommunalpolitiker und interessierte Bürger mit der Verkehrssituation auseinandersetzten. Dabei seien einige Probleme im Ort thematisiert worden. So gebe es mehrere Stellen, an denen Straßen nicht sicher überquert werden können. Zum Beispiel in der Neuhofener Straße vor der Bäckerei oder in der Schifferstadter Straße vor dem Kreisel am Ortsausgang. Unangepasstes Fahrverhalten im Neubaugebiet Lausbühl wurde ebenso thematisiert, wie der Wunsch nach einer Busanbindung in Richtung Limburgerhof und nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 im kompletten Ort.
Weiterer Workshop
Ein Problem, das im Workshop diskutiert wurde, griff Gericke heraus. Die Lerchenstraße sei eine „Konfliktzone“, weil der Platz für den fahrenden und ruhenden Verkehr und für Fußgänger zu eng ist. Theoretisch ließe sich das lösen, wenn die Lerchenstraße von beiden Seiten bis zur Mozart- und Konsul-Reiß-Straße Einbahnstraße würde. Ob das allerdings eine praktikable Lösung sei, müssten die Lokalpolitiker entscheiden. Denn dann würden zwar 600 Autos pro Tag weniger durch die Lerchenstraße fahren, stattdessen aber die sehr enge Mozartstraße oder die verkehrsberuhigte Konsul-Reiß-Straße benutzen.
Aus den bisher vorliegenden Ergebnissen hat Modus Consult ein Leitbild mit Zielen entwickelt, das nun erst einmal in den Fraktionen diskutiert werden soll. Im Januar wird ein weiterer Workshop für Bürger stattfinden. Der Verkehrsausschuss wird sich bei seiner März-Sitzung noch einmal mit dem Thema befassen. Modus Consult wartet dann nur noch auf den Auftrag, einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Vorschlägen für die Mobilität im Ort zu entwickeln.