Römerberg
Verkehrschaos in Dorfstraßen
Zu Beginn vergangener Woche ist die Zu- und Abfahrt auf die B9 zwischen Speyer-Süd und Römerberg gesperrt worden. Grund sind Arbeiten der Deutschen Bahn, die die dortige Bahnüberführung saniert sowie die Signaltechnik erneuert. Diese Sperrung lässt in Römerberg die Emotionen hochkochen, weil vermehrt Lastwagen-Fahrer durch die enge Germersheimer Straße und die Dudenhofer Straße rollen. Sie werden von ihren Navigationssysteme durch Berghausen geleitet und fahren an der Zufahrt Römerberg/Dudenhofen wieder auf die B9, berichtet Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne).
In der Gegenrichtung sei es das gleiche Spiel: Die Lkw-Fahrer werden von ihren Navigationssystemen an der Abfahrt Römerberg/Dudenhofen und damit früher von der B9 geschickt, um die Sperrung der Abfahrt Speyer-Süd nahe dem Polygon-Gelände zu umgehen, und rollen dann durch Berghausen. Die offizielle Umleitung erfolgt dagegen über die B9 bis zur Anschlussstelle Speyer/Dudenhofen und von dort zurück über die B9 zur B39 in Richtung Rheinbrücke.
Anwohner beschweren sich
Auf Hoffmanns Schreibtisch landeten zahlreiche Beschwerden von Anwohnern der beiden Römerberger Hauptstraßen. Der Ortsbürgermeister spricht von einer extremen Lärmbelastung und einer Zumutung für die Anwohner sowie von Lastwagen, die sich begegneten und erst wieder zurücksetzen müssten, um aneinander vorbeizukommen.
In den sozialen Netzwerken prasselten auch Beschwerden über das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen nieder. Doch die Mitarbeiter seien nicht Schuld an der Situation, sondern geben von Beginn an ihr Bestes, betont Römerbergs Ortsbürgermeister. Hoffmann berichtet, dass die Ordnungsamtsmitarbeiter und er nach den ersten Beschwerden versucht hätten, eine Verbesserung der Beschilderung zu bewirken. Laut Hoffmann wurde das Zusatzschild „Römerberg frei“ an der Umleitungsbeschilderung entfernt. Doch das habe nichts bewirkt, sagt der Ortsbürgermeister. Die Lastwagen fahren weiter durch Berghausen.
Behörden nehmen Stellung
Hoffmann wünscht sich nun, dass zumindest die nördliche Zufahrt über die L507 für Lastwagen ab 7,5 Tonnen für die Dauer der Baustelle gesperrt wird. Für künftige Umleitungen hofft er auf eine Qualitätskontrolle – das bedeutet, dass sich die Umleitungsplaner nach Beginn der Bauarbeiten selbst ein Bild von der Lage auf der Umleitungsstrecke machen und gegebenenfalls nachbessern.
Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) weist die Verantwortung auf Anfrage von sich. Speyers Dienststellenleiter Martin Schafft erklärt, dass die Sperrung von der Deutschen Bahn veranlasst wurde und nach Kenntnissen des LBM noch bis kommenden Sonntag andauern soll. Laut Schafft hat die Kreisverwaltung die Umleitung veranlasst, und diese wäre dann auch zuständig für eine eventuelle Sperrung der Berghausener Ortsdurchfahrt für den Lkw-Verkehr.
Umleitung bewusst ignoriert
Von der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises heißt es auf Nachfrage, dass die Umleitungsbeschilderung im Vorfeld mit dem LBM, der Polizei und der Gemeinde abgestimmt worden sei. „Die Tatsache, dass die auch meist ausländischen Lkw die Ortsstraßen nutzen, liegt jedoch nicht an einer eventuell nicht eindeutigen Beschilderungsplanung“, sagt Kreissprecherin Kornelia Barnewald. Sie verweist nach Rücksprache mit der Fachabteilung stattdessen auf den Umstand, dass Lkw die ausgeschilderte Umleitung bewusst ignorieren beziehungsweise ortsfremde Fahrer sich für den laut Navigationssystem kürzesten Weg entscheiden.
Die Kreisverwaltung betont auch, dass sie es war, die das „Römerberg frei“-Schild entfernt hat, nachdem sich bei ihr erste Anwohner gemeldet hatten. Das nun darüber hinaus geforderte temporäre Lkw-Durchfahrtsverbot werde derzeit geprüft und sofern möglich, auch kurzfristig umgesetzt. „Ob dies dann die erhofften Entlastungen bringt bleibt abzuwarten, zumal ,Anlieger frei’ und notwendige Ausnahmen für das Durchfahrtsverbot weiter gelten, so zum Beispiel auch für Busse“, teilt Barnewald mit.