Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Verein(t) in der Region: Tanzsportclub Mutterstadt auch während Corona aktiv

Tanztraining jetzt wieder vor Ort anstatt im Wohnzimmer. Trainer Simon Völbel leitet die Gruppe an.
Tanztraining jetzt wieder vor Ort anstatt im Wohnzimmer. Trainer Simon Völbel leitet die Gruppe an.

Das Tanzen hat sie während der vergangenen Monate trotz allem immer begleitet: Die Tänzer des Tanzsportclubs Mutterstadt mussten während des Corona-Lockdowns nicht auf ihr Training verzichten. In den eigenen vier Wänden ging es weiter – begleitet von ihrem Trainer Simon Völbel. Seit Juni sind sie nun auch wieder in der Waldfesthalle zugange.

Mit großer Freude bereiten sich die Mitglieder in der Mutterstadter Waldfesthalle aufs Training vor und folgen Simon Völbels Anleitung. Es geht um die Gewichtsverlagerung des Körpers während der Tanzschritte und der Bewegungen des Körpers. Detailliert geht Völbel die Abläufe für einen Ausschnitt aus dem Tanz Rumba – einen sogenannten Rumba-Walk – durch. Immer wieder kehren die Tänzer – fünf Frauen und zwei Männer – an ihre Ausgangsposition zurück und starten erneut den Rumba-Walk quer durch die Halle – unter den aufmerksamen Augen ihres Trainers, der immer wieder Tipps für die Haltung gibt.

Seit Ende Juni trainieren die Tänzer wieder wie gewohnt in der Waldfesthalle. Doch auch davor, als die Corona-Pandemie das öffentliche Leben lahmlegte, waren sie fleißig, sagen die Vorstandsmitglieder des Tanzsportclubs Mutterstadt, Jean-Pierre Yöndemli, Saskia Maria Skupin und Paula Hain. „Unser Trainer hatte ein effektives Training für uns zusammengestellt“, erzählen sie. Völbel freut sich über das Lob für die Einheiten unter erschwerten Bedingungen – Tanzen ist schließlich eine Kontaktsportart „Es war ein klein wenig schwierig, in der Corona-Zeit einen adäquaten Unterricht anzubieten“, sagt Völbel, der jedoch erfinderisch war und die Online-Medien nutzte.

Niemand wusste, wann es weitergeht

Zunächst hatte er Unterrichtsvideos ins Netz gestellt, die jeder für sich nutzen konnte, bevor er das Live-Online-Training dazu genommen hat und so auch über den Bildschirm Kontakt zu seinen Tänzern hatte: „Es hat sich entwickelt – wir wussten ja nicht, wie es weiterging, als der Lockdown kam und wann das Training wieder in der Waldfesthalle stattfinden konnte“, sagt er.

Trainiert wurde coronabedingt in den eigenen vier Wänden: „Die Möbel wurden auf die Seite gerückt“, erzählen Jean-Pierre Yöndemli und Saskia Maria Skupin. So haben die Mitglieder die Zeit von März bis Ende Juni überbrückt – und das trotz eingeschränkter Möglichkeiten sehr effektiv: „Es war hart, aber wir waren froh, dass wir trotzdem trainieren konnten“, berichtet Saskia Maria Skupin. Denn für Trainer Völbel war das Online-Training eine Herausforderung: „Es ist ja anders, wenn ich persönlich vor der Gruppe stehe als wenn ich vor der Kamera bin. Ich konnte ja auch nicht alle Tänzer gleichzeitig sehen.“

Ergänzt wurde das Tanztraining durch ein Fitness- und Stretching-Programm: „Es gab ein Live-Workout, bei dem alle für das Tanzen wichtigen Muskelgruppen trainiert wurden. Wir haben Übungen ausgesucht, die man für den Tanzsport braucht.“ Und dann hatten die Mitglieder selbst noch eigene Ideen: „Ich habe das Laufen für mich entdeckt“, erzählt Jean-Pierre Yöndemli. Als der Lockdown nach und nach gelockert wurde, haben sich die Mitglieder privat getroffen – „das war sehr schön, denn wir haben gemerkt, dass uns das gemeinsame Training und der Austausch fehlt – wir sind in der Zeit sicher enger zusammengewachsen“, meinen Simon Völbel und seine Gruppe.

Training, obwohl keine Turniere sind

Vor allem der Trainer hatte während der vergangenen Wochen Zeit, das Training zu intensivieren, zumal derzeit keine Turniere stattfinden: „Wir können uns auf unseren Körper und Bewegungsabläufe konzentrieren, weniger auf Schrittfolgen und Füße und Beine, sondern jetzt auf den ganzen Körper“, sagt er. Dieses gezielte Training setzt Völbel derzeit auch fort, was von den Tänzern gerne angenommen wird. „Es ist eine andere Erfahrung – sonst hatten wir nicht die Zeit dafür“, sagen sie. Auch die drei Kinderpaare, die Völbel trainiert, haben mitgemacht und ihrem Trainer immer mal wieder Videos vom eigenen Training daheim geschickt.

Zwar finden coronabedingt bis Oktober keine Turniere statt – doch das habe keine Auswirkungen auf das Training: „Man muss die Teilnehmer fordern und fördern, damit wir unser Niveau halten“, betont Trainer Völbel, zumal ja die Hoffnung besteht, dass im kommenden Jahr wieder Turniere stattfinden können. Immerhin findet die Deutsche Meisterschaft des Deutschen Tanzsportverbands in Magdeburg in den lateinamerikanischen Tänzen am 3. Oktober statt, dort nimmt der Tanzsportclub Mutterstadt allerdings nicht teil.

Hoffen auf den Herbst

Derzeit starten zwei Turnierpaare: Alicia Wawrzynek und Tiziano Latino treten in der Juniorenklassen an sowie Saskia Maria Skupin und Jean-Pierre Yöndemli in der Jugendklasse. „Wir sind nur ein kleiner Verein und für uns ist es nicht leicht. Aber wir sind zufrieden, unsere Turnierpaare zeigen beachtliche Leistungen“, betont Vorsitzender Herbert Nagel. Vor allem aber würde sich der Tanzsportclub über neue interessierte Tänzer freuen, die gerne zum Schnuppertraining kommen können. „Junge Talente zu finden ist schwierig“, sagt Jean-Pierre Yöndemli. Gerade in der Zeit nach dem Schulabschluss zieht der eine oder andere aus Mutterstadt weg an seinen Studienort. Die Mitglieder hoffen jedoch, dass sich Tanzsportbegeisterte finden, die den Verein verstärken möchten – vor allem im Herbst, wenn auch in der Tanzschule Nagel wieder der Kursbetrieb startet. Deren Inhaber Herbert Nagel ist Vorsitzender des Tanzsportclubs: „Der Nachwuchs für den Verein kommt aus der Tanzschule heraus“, sagt Nagel, „wir hoffen, dass sich ab September, wenn die Kurse wieder starten, ein paar neue Leute für den Tanzsport begeistern.“

Zur Sache: 30 Jahre Tanzsportclub

1990 war das Gründungsjahr des Tanzsportclubs Tanzcasino Fohlenweide Mutterstadt. Die Corona-Pandemie hat nicht nur den Trainingsbetrieb in der Waldfesthalle auf Eis gelegt, auch das Jubiläum wird anlässlich der Auflagen und Einschränkungen in diesem Jahr nicht mehr gefeiert, sondern auf kommendes Jahr verschoben. Derzeit hat der Tanzsportclub 50 Mitglieder. Neue Mitglieder sind willkommen. Interessierte können zu den Trainingszeiten vorbeikommen und insgesamt dreimal ein Schnuppertraining absolvieren. Wegen Corona sollte man sich vorher telefonisch anmelden. Angeboten werden Trainingseinheiten für lateinamerikanische Tänze wie Chacha, Samba, Rumba, Paso doble und Jive sowie für Standardtänze wie Tango, Walzer, Wiener Walzer, Slow Foxtrott und Quickstep. Darüber hinaus gibt es auch eine Gruppe für Irish Dance und Breitensport. Zudem werden im Verein auch drei Kinderpaare trainiert. Informationen gibt es beim Vorsitzenden Herbert Nagel, Telefon 06234 4848, oder im Internet auf www.tcf-mutterstadt.de.

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