Speyerer Umland
Vereinigte VR Bank: Änderungen bei Filialen
Das Starkregen-Ereignis vor rund fünf Monaten in Römerberg hat in der Filiale der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz in der Hermann-Löns-Straße in Heiligenstein massive Schäden angerichtet. Der gesamte Keller und der Tresorraum wurden überschwemmt, die Mechanik der Tresortür wurde so stark beschädigt, dass sie sich nicht mehr manuell öffnen ließ und der Hersteller vorbeikommen musste. Den Schaden und die Kosten für die Umbauarbeiten kann die Bank noch nicht abschließend beziffern.
Özgür Bardakci, VR-Bank-Direktor für den Regionalmarkt in Speyer, erläutert im RHEINPFALZ-Gespräch, dass das Bankinstitut die Filiale so umbauen möchte, dass sie bei einem erneuten Starkregen-Ereignis nicht wieder so stark beschädigt wird. An dieser Stelle in Heiligenstein laufen bei Starkregen immer wieder Keller voll. Die Planungen für die Arbeiten seien komplex, sagt Bardakci. Das brauche seine Zeit. Andreas Schünhof, Prokurist bei der VR-Bank, macht jedoch deutlich: Die Filiale in Heiligenstein werde wieder eröffnet, voraussichtlich zum 1. Januar 2024.
Otterstadter Filiale soll bleiben, aber in anderer Form
Andernorts stehen dagegen Veränderungen an, die die VR-Bank mit dem sich wandelnden Kundenverhalten begründet. Schünhof und Bardakci schildern, dass die Nachfrage nach Online-Dienstleistungen der Bank – entweder im Internet oder per App – stark zugenommen habe. Im Umkehrschluss heißt das, dass in einzelnen Filialen die Nachfrage zurückgegangen sei. So verzeichnet die Bank mancherorts am Kontoauszugsdrucker einen Rückgang von bis zu 20 Prozent gegenüber den Vorjahren. Regionaldirektor Bardakci erzählt, dass Kunden bewusst auf Papier verzichten wollten – der Umwelt zuliebe – und ihre Kontoumsätze daher per Online-Banking überprüften. Auch die Bargeldautomaten werden an einigen Stellen weniger frequentiert. Andere Filialen der VR-Bank werden dagegen von vielen Kunden angesteuert – etwa die Hauptstelle in Speyer mit ihren Bankautomaten und Kontoauszugsdruckern. Schünhof und Bardakci sprechen daher nicht von einer Abkehr der Deutschen vom Bargeld, aber von einem Wandel hin zum häufigeren Bezahlen mit Karte oder Online-Zahldiensten wie Apple Pay und Paypal.
Nichtsdestotrotz betont Prokurist Schünhof, dass die VR-Bank eine Regionalbank sei und vor Ort sein wolle. Da die Genossenschaftsbank in Otterstadt jedoch festgestellt habe, dass die Beratung meist in der Filiale in Waldsee stattfinde, solle dieser Service dort konzentriert werden. In Otterstadt sollen auf Wunsch der Bank noch ein Bargeldautomat und ein Kontoauszugsdrucker verbleiben. Diesbezüglich sei die Bank in Gesprächen mit dem Eigentümer des Gebäudes in der Lindenstraße. Die Bankberater und somit die Ansprechpartner der Kunden – ein vierköpfiges Team – bleiben dieselben, sagt Schünhof und erläutert, dass die Öffnungszeiten der Filiale in Waldsee ausgeweitet werden können, wenn sich der Service dort konzentriert. Wer in Otterstadt trotzdem eine komplexe Beratung zu Anlagemöglichkeiten oder Krediten brauche und nicht mobil sei, könne um einen Termin mit dem Bankberater bei sich zu Hause bitten.
Auch Speyer und Filialen im Badischen betroffen
Diese Umstrukturierung trifft nicht nur Otterstadt, sondern auch Speyer, wo die VR-Bank ihre Beratung in der Hauptstelle in der Bahnhofstraße bündeln will und daher zwei Filialen in Selbstbedienungsstellen umwandelt. Auch im Badischen wird es Veränderungen geben: In Altlußheim wird die Filiale in eine Selbstbedienungsstelle umgewandelt und der Beratungsservice nach Neulußheim verlagert, wo die Filiale länger geöffnet sein wird.