Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Verein ruft zum Kampf gegen Armut auf

Millionen von Kindern und Jugendlichen wachsen in Armut auf.
Millionen von Kindern und Jugendlichen wachsen in Armut auf.

Der Sozialverein Kunterbunt wird den Bundestagsabgeordneten aus der Region Briefe schreiben und sie darum bitten, sich für die Bekämpfung von Armut einzusetzen. Das hat die Mitgliederversammlung befürwortet.

Armutsgefährdung bei Kindern und Jugendlichen sei kein Selbstverschulden, man sehe es ihnen auch nicht an, zitiert der Vorstand des Bobenheim-Roxheimer Vereins sein Mitglied Pfarrer Ralf Hettmannsperger. „Wer von Armut bedroht ist, ist häufiger krank, auch psychisch. Viele Alleinerziehende sind davon betroffen, aber nicht nur diese.“

Viele Kinder bekämen keine Sozialunterstützung, da Eltern teils nicht in der Lage seien, Anträge zu stellen. Der Verein will die Armutskonferenz unterstützen und ruft die an der Koalitionsfindung arbeitenden Politiker dazu auf, Kinderarmut in Deutschland innerhalb der nächsten vier Jahre zu beseitigen. Das zum Verein gehörende Familienbüro will Familien mit besonders niedrigem Einkommen demnächst helfen, die staatliche Förderung eines Kurzurlaubs zu erhalten.

Dem Bericht von Familienbüroleiterin Andrea Hettmannsperger zufolge hat der Sozialverein in den vergangenen zwei Jahren vielfach finanzielle Unterstützung geleistet, zum Beispiel im Fall der ortsansässigen Familie, deren Vater nach einem Unfall auf den Rollstuhl angewiesen ist, oder für eine Familie aus Aserbaidschan und ihr schwer behindertes Kind. Einem von Abschiebung bedrohten Nigerianer sei eine Malerausbildung in Beindersheim vermittelt worden.

Verein spendet Spenden

Nach Angaben der wiedergewählten Vorsitzenden Andrea Räch haben auch die Gemeindebücherei und Bobenheim-Roxheimer Kindergärten Geld erhalten, mit dem unter anderem eine Bücherbahn, ein Krippenwagen und ein Kletterbaum angeschafft werden konnten. Der Sozialverein selbst war aber auch Empfänger von Spenden, zum Beispiel habe der Quilter-Verein Die Be-Stechenden 1100 Euro gegeben.

In der Corona-Krise und vor allem im Lockdown hat die Arbeit des Familienbüros, bei dem persönliche Kontakte im Mittelpunkt stehen, stark gelitten. Im Bericht von Andrea Hettmannsperger heißt es unter anderem, vieles habe schriftlich oder telefonisch erledigt werden müssen. Seit diesem Sommer aber träfen sich fünf Eltern-Kind-Kreise unter Corona-Auflagen im evangelischen Gemeindehaus.

Vorstand

Vorsitzende Andrea Räch, Stellvertreterin Silvia Schäfer-Nied, Schatzmeister Gerhard Schlieger, Schriftführerin Tina Linder.

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