Leute im Landkreis
Urologie: Praxis in Limburgerhof bleibt bestehen
Die Urologie-Praxis im Siemensweg am Limburgerhofer Ortseingang, wenn man von Mutterstadt kommt, ist leicht zu finden. Die Parkplätze sind gleich auszumachen. Daneben ist schon der Eingang zur Praxis von Maximilian Aernecke und Arnold Wagner. Die beiden eint, dass sie sich bewusst dafür entschieden haben, als niedergelassene Ärzte zu praktizieren. Dafür haben sie jeweils den Job im Krankenhaus aufgegeben. Beide hatten bei ihren vorherigen Einsatzorten immerhin die Position eines Oberarzts inne.
Der Westpfälzer Wagner, der heute in Bobenheim am Berg wohnt, war als Facharzt Urologie am Westpfalz Klinikum Kaiserslautern und danach Oberarzt am Vinzentius-Krankenhaus in Landau sowie später auch parallel am St. Vincentiuskrankenhaus in Speyer. 2020 ist der heute 61-Jährige bei Ralf Breu in dessen Urologie-Praxis im Limburgerhofer Norden eingestiegen. Gegründet worden ist diese 1997.
„Richtige Entscheidung“ für Aernecke
Maximilian Aernecke ist in Neustadt geboren und hat in Göttingen Medizin studiert. „Von meinem Studienort aus habe ich dann die Lage in der Heimat sondiert“, erzählt der 36-Jährige. Seine Facharztausbildung hat er beim Klinikum Ludwigshafen absolviert. Er habe dann relativ schnell eine Stelle als Oberarzt angeboten bekommen. „Das habe ich auch gemacht und habe mich auch wohlgefühlt“, sagt er. Auf langfristige Sicht habe er seine Zukunft aber eher in der ambulanten Patientenversorgung gesehen.
Da sei es gerade recht gekommen, dass Breu auf ihn zugekommen sei. „Wir hatten die gleichen Vorstellungen, was die Versorgung der Patienten betrifft“, erinnert sich Aernecke. Er habe sich die Praxis angeschaut und dort auch hospitiert. Jetzt, da er vor gut zwei Monaten die Praxis übernommen hat, sei er sehr froh, sich für diesen Weg entschieden zu haben. „Am Ende ist es wohl eine Frage des Typs, ob man als Arzt in einer Klinik arbeitet oder sich niederlässt“, meint Aernecke. Abgehängt fühle er sich aber nicht. Aber klar: „Ohne Idealismus funktioniert es nicht.“
Über Arbeit können sich die beiden nach eigenem Bekunden nicht beklagen. Zwischen 900 und 1100 Patienten pro Quartal und Arzt behandeln die beiden. Klar, wer einen Termin möchte, muss auch hier mit etwas Wartezeit rechnen. Die liegt laut Aernecke ungefähr bei sechs bis acht Wochen. „Damit sind wir aber noch gut dabei“, sagt der Mediziner. Die Öffnungszeiten seien so gewählt, dass auch Berufstätige bedient werden können.
Patienten aus dem ganzen Kreis
Die Patienten kommen den beiden Ärzten zufolge aus dem ganzen Rhein-Pfalz-Kreis, aus Ludwigshafen, Speyer, aber zum Teil auch aus der Südpfalz. Das Caritas-Altenzentrum in Limburgerhof werde mitversorgt, und auch Hausbesuche mache man. Das Feedback der Patienten sei bislang durchweg positiv, meint Maximilian Aernecke. „Die Leute sind froh, dass die Praxis fortgeführt wird“, sagt er. Zudem sei die Praxis an Kliniken in Ludwigshafen, Speyer, Neustadt, Mannheim und Heidelberg angebunden.
Laut Wagner decken die beiden das komplette urologische Leistungsspektrum ab. Es geht unter anderem um Vorsorge, Sexualmedizin und Uro-Onkologie. Laboruntersuchungen werden in der Praxis gemacht. Auch ambulante Eingriffe können in der Praxis vorgenommen werden. „Bei einigen Themen ist bei den Leuten aber noch die Scheu da“, konstatiert Arnold Wagner. Das Thema Inkontinenz sei bei vielen zum Beispiel noch ein Tabu. „Aber wir können viel dagegen tun“, bekräftigt Maximilian Aernecke.
Viele Männer täten sich mit der Prostata-Untersuchung schwer. „Eines der Hauptprobleme ist, dass viele Männer nicht zur Vorsorgeuntersuchung gehen, wenn es um Prostatakrebs geht“, betont Arnold Wagner. Rund 60.000 Neuerkrankungen gebe es da in der Republik bei Männern ab dem 60. Lebensjahr. „Nach dem Zahnarzt ist der Besuch beim Urologen wohl der unbeliebteste Besuch beim Arzt“, meint Aernecke und lacht.
Plan Kinderarzt aufgegeben
Er habe ursprünglich Kinderarzt werden wollen. Bei den verpflichtenden Praktika habe er gemerkt, dass man in der Urologie relativ autark arbeiten könne. Auch der Umgang unter den Kollegen sei sehr gut. Auch Arnold Wagner hatte ursprünglich anderes vor. „Ich wollte in die Orthopädie“, gesteht der Westpfälzer. Aber in Kaiserslautern sei das nicht angeboten worden. Dann habe es den ersten Kontakt zur Urologie gegeben. Das Fachgebiet hat ihn bis heute nicht losgelassen.
Acht Mitarbeiter beschäftigen die beiden derzeit. Und sie sind nach eigener Aussage noch auf der Suche nach einer Medizinischen Fachangestellten. „Wir haben definitiv noch Bedarf“, betont Wagner. Aber den Fachkräftemangel bekommen auch die beiden Limburgerhofer Urologen zu spüren.