Einmal abkühlen bitte RHEINPFALZ Plus Artikel Urlaubsgefühl mitten in der Metropolregion

Abendstimmung an einem heißen Sommertag: der Strand am Kollersee.
Abendstimmung an einem heißen Sommertag: der Strand am Kollersee.

Der diesjährige Sommer war wechselhaft, auf heiße Trockenperioden folgten Regenphasen. Der Kollersee bei Otterstadt hat für beide Wetterlagen etwas zu bieten. Dort kommen Wassersportler und Erholungssuchende auf ihre Kosten – egal, ob die Sonne scheint oder Regen vom Himmel fällt.

Wer die Kollerstraße aus Otterstadt hinaus und durch den Wald fährt, gelangt auf die Kollerinsel – einer linksrheinischen Halbinsel, die zu Baden-Württemberg gehört. Der dortige Kollersee ist Teil des Otterstädter Altrheins und durch den Kiesabbau entstanden. Der lange Sandstrand mit Liegewiese und Büschen, die Schatten spenden, liegt unterhalb des Inselcampings – einem Campingplatz, der ab 2014 im Landschaftsschutzgebiet errichtet wurde. An heißen Tagen im Sommer teilen sich Besucher den Strand mit zahlreichen Badegästen – vor allem aus dem Badischen, die mit der Kollerfähre auf „ihre“ Insel kommen.

Dort erwartet sie „Natur pur“: Segelboote von den benachbarten Vereinsgeländen lassen sich im Wind über den See gleiten, Kanufahrer frönen ihrer Leidenschaft, Stand-up-Paddler treiben über das Wasser und dazwischen schwimmen Badegäste, immer mit Blick auf die dicht bewachsenen umliegenden Auwälder. Der Otterstädter Altrhein liegt in einem Naturschutzgebiet und darf nicht mit Motorsportbooten befahren werden.

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Ein Angebot für jeden

Unter der Woche abends in diesem Sommer ist die Anzahl der Besucher am Strand überschaubar, häufig sind es Gäste vom angrenzenden Campingplatz – darunter Paare, Jugendgruppen und Familien mit Kindern, die im Wasser planschen oder je nach Alter am Strand mit ihren Förmchen spielen. Das Wasser hatte Mitte August noch eine Temperatur von 24 Grad, es ist laut Gesundheitsamt von ausgezeichneter Qualität. Der Wasserstand ist abhängig vom Rhein, der den Otterstädter Altrhein und damit auch den Kollersee mit Wasser speist. Abends fährt ein Mitarbeiter des Campingplatzes mit einem Fahrzeug den Strand entlang und bringt den Sand wieder in Form, befreit ihn von kleinem Treibholz und Gänsekot. Wenn es langsam kühler wird und die Sonne untergeht, sitzen meistens noch ein paar Menschen am Wasser und genießen den Sonnenuntergang, der spektakuläre Fotomotive liefert.

Alles in allem ist der Kollersee für jede Wetterlage geeignet, der Strand und die Umgebung laden nicht nur zum Wassersport und Sonnenbaden ein, sondern auch zum Spazierengehen, wenn es mal nicht so heiß ist. Wer mit dem Auto kommt, findet am Campingplatz einen großen Parkplatz, auf dem das Fahrzeug die ersten 45 Minuten kostenlos abgestellt werden darf. Dieser „Gassigeh’“-Tarif spricht Hundebesitzer an, die auf den naheliegenden Feldwegen spazieren gehen. Am Strand sind die Tiere offiziell nicht gestattet.

Großer Zulauf in Corona-Sommern

Am Kollersee kommen alle auf ihre Kosten: Wassersportler, Spaziergänger und Campingurlauber. Das Gebiet ist touristischer erschlossen, als es das früher einmal war. In den heißen Corona-Sommern strömten zahlreiche Menschen an den See, es gab Probleme mit Fahrzeugen, die Rettungszufahrten und Feldwege blockierten. Diesem Problem wurden die Ordnungsbehörden mit verstärkten Kontrollen und Parkverbotszonen Herr, außerdem wurde der Parkplatz vergrößert.

Der Betreiber des Campingplatzes legt Wert darauf, dass Regeln eingehalten werden. Dazu gehört unter anderem, dass am Strand kein Feuer gemacht und nicht übernachtet werden darf. Drohnen sind ebenfalls nicht gestattet, Partys sind verboten, Lärm ist zu vermeiden. Denn über all dem steht das Gebot, gegenseitig aufeinander Rücksicht zu nehmen, damit jeder die Natur genießen kann. Denn sie macht den Flair der Kollerinsel mit ihrem Badestrand aus.

Die Serie

In unserer Sommerserie „Einmal abkühlen bitte“ zeigen wir, wo man an heißen Tagen Abkühlung findet, und beschreiben, was Erholungssuchende an den Seen an Infrastruktur vorfinden.

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