Rhein-Pfalz Kreis Unter Wahlkämpfern

Eine Begnungsstätte im „Ochsen“ – das wünschen sich (von rechts) Sabina und Dieter Dudenhöfer, hier im Gespräch mit den Redakteu
Eine Begnungsstätte im »Ochsen« – das wünschen sich (von rechts) Sabina und Dieter Dudenhöfer, hier im Gespräch mit den Redakteurinnen Doreen Reber und Ulrike Minor.

«Schifferstadt». Na, so ganz ohne Geflachse und Politisieren geht es nicht ab, wenn die „Wahlkämpfer“ zum Kaffee am Pavillon der RHEINPFALZ vorbeischauen. Schließlich sind eine Reihe von Stadträten und die gesamte Stadtspitze unterwegs an ihren verschiedenen Ständen. Aber es geht hauptsächlich um ganz handfeste Anliegen und Fragen, die die Leser, die sich zwischen den Wahlständen durchschlängeln, so umtreiben. Parkplatzprobleme oder Verschmutzung durch Hundekot etwa im negativen Sinne, das bunte Treiben auf dem Schillerplatz als Begegnungsstätte in der Stadt im positiven. Das findet zum Beispiel Gerhard Pinter. „Es ist doch schön, dass man hier draußen sitzen kann und etwas los ist“, findet der 67-Jährige. Weniger schön findet er die Parksituation vor den nahen Bäckereien. Da seien die Parkplätze schon verkehrsbehindernd, sagt er. Außer ihm, der sogar an der derzeit laufenden Leseruntersuchung LeseWert teilnimmt, kommen weitere seit Jahrzehnten treue RHEINPFALZ-Leser. Seit 40 Jahren ist ein 70-jähriger „Ur-Schifferstadter“ Abonnent, liest neben der Ludwigshafener auch die Kaiserslauterer Ausgabe. Sein Kritikpunkt: Wenn Ankündigungen erst spät in der Zeitung und dann die Veranstaltungen ausverkauft seien. Ohne RHEINPFALZ am Morgen kann der Tag für Dieter Dudenhöfer nicht beginnen. „Ist die mal nicht im Briefkasten, fahre ich los und kaufe sie mir“, erzählt der 67-Jährige. Natürlich interessieren ihn und seine Frau Sabina vor allem Themen aus Schifferstadt – seine Heimat seit 17 Jahren. Zum Beispiel die Frage: Was wird aus dem ehemaligen Veranstaltungssaal „Ochse“? „Am liebsten wäre mir eine Begegnungsstätte für alle Generationen“, sagt er und Ehefrau Sabina nickt dazu. Da müsse endlich was geschehen. Ebenso bei der Verkehrsführung an der Salierstraße/Waldseer Straße, Einmündung Rehhofstraße. „Wie oft staut sich dort der Verkehr, das ist sehr nervig“, sagt er. Aber auch Themen aus Ludwigshafen interessieren den Pensionär – etwa das „Bauloch am Berliner Platz“ oder die BASF, seinen einstigen Arbeitgeber. Pensionär ist Helmut Greibig noch nicht, BASFler schon. Jeden Morgen muss er nach Ludwigshafen fahren: „Überall Baustellen“, ärgert sich der Schifferstadter und fragt: „Warum muss es so viele gleichzeitig geben?“ Und dann sei da noch das Zukunftsprojekt Hochstraße, dass in seinen Augen viel zu lange dauert. Auf die Frage, was die RHEINPFALZ noch verbessern könnte, sagt er scherzhaft: „Das Wetter!“ und lacht. Für diese Jahreszeit sei es viel zu kalt, und das bereite dem Hobby-Imker sorgen: „Die Bienen fliegen nicht.“ Acht Bienenstöcke hat er und wünscht sich mehr Flächen mit Pflanzen, die die Bienen bestäuben können. „Leider gibt es immer weniger Grün, zum Beispiel an den Straßenrandstreifen“, sagt Greibig. Auch wenn die RHEINPFALZ nicht das Wetter ändern kann, ist er mit ihr zufrieden. Wie man der Hundekot-Plage zu Leibe rücken kann, beschäftigt Hermann Hensen seit Langem. Schon im vergangenen Jahr hat er am RHEINPFALZ-Stand über seine Recherechen berichtet, wie in anderen Kommunen mit dem Übel umgegangen wird. Das will er nun gerne dem Stadtrat mitteilen. Ein treuer Zeitungsleser ist auch er, der passionierte Billardspieler kritisiert aber, dass in der Sportberichterstattung der Fokus zu sehr auf Fußball, und speziell auf dem FCK liege. Harald Dorweiler ärgert sich darüber, dass zwei seiner Leserbriefe zum Prozess über das BASF-Unglück im Nordhafen nicht veröffentlicht wurden. Für ihn liegt die Verantwortung für dieses Unglück auch beim Konzern, das werde seiner Meinung nach in der Berichterstattung nicht thematisiert. Anmerkung der Redaktion: Die Staatsanwaltschaft hat die Frage einer strafrechtlichen Verantwortung des Konzerns bei ihren Ermittlungen geprüft und erhebt keine Vorwürfe gegen BASF-Mitarbeiter. Angeklagt wurde ein Mitarbeiter einer Fremdfirma, der das Unglück fahrlässig verursacht haben soll. Um diese Frage dreht sich auch der Prozess, der aktuell noch läuft. Zudem können nicht alle Leserbriefe abgedruckt werden, vor allem dann nicht, wenn die RHEINPFALZ zu den im überregionalen Teil veröffentlichten Themen viele Zuschriften erreichen - was beim Prozess über das Unglück bei der BASF der Fall ist. Einige Schifferstadter hat der Bericht „Durch alle Raster gefallen“ in der gestrigen Ausgabe beschäftigt. In diesem geht es um einen Handwerker aus Schifferstadt, der verarmt und schwer erkrankt unter desolaten Umständen lebte und starb. „Ich kenne einen ähnlichen Fall“, erzählt ein Leser, der seinen Namen nicht nennen will. Darum wünscht er sich einen Folgeartikel, in dem möglicherweise Lösungen aufgezeigt werden.

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