Rhein-Pfalz Kreis „Unter der Woche keine Zeit“

Zum neunten Mal ist Clemens Körner (CDU) auf seiner „Landratswanderung“ im Rhein-Pfalz-Kreis unterwegs gewesen. Beim Fußmarsch durch Mutterstadt am Samstag sind Bürger Anregungen losgeworden, es wurde über Geschäftliches, aber auch Privates geplaudert. Menschen aus dem gesamten Kreis waren dabei.
Mittags, 14 Uhr: Viele Menschen, ausgestattet mit Wanderschuhen, Rucksäcken und Regenschirmen, warteten vor der „Neuen Pforte“ und waren bereit, mit Landrat Clemens Körner loszumarschieren. Mit von der Partie waren auch Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD), Wanderführer Wolfgang Braun und der Vorsitzende des örtlichen Pfälzerwald-Vereins, Hubert Frey. Zunächst ging es zum ehemaligen Kantongefängnis, heute unter anderem ein Seniorentreff. Vorbei an der Veranstaltungsstätte Palatinum marschierte die Gruppe weiter zum erweiterten Teil des Friedhofs. Dort wurde eifrig über Römerfunde diskutiert. Im Anschluss ging’s auf die Felder, wo der Anbau von Salat, Zuckerrüben oder Zwiebeln ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Auf dem Weg dorthin fiel das Gespräch auf die errichtete Südspange, ein Entwässerungsgraben, der verhindern soll, dass die Äcker unter Wasser stehen. Die Südspange kenne er noch aus den 1980er-Jahren, so der Landrat. Er finde es spannend, diese jetzt in Mutterstadt wiederzufinden. „Unter der Woche habe ich keine Zeit, mir die Besonderheiten der Gemeinden anzuschauen. Das ermöglicht mir die Wanderung am Wochenende, die der Entschleunigung und dem Austausch mit vielen verschiedenen Menschen dient“, erklärte Körner. Dabei ginge es auch nicht immer nur ums Geschäft. „Heute fragten mich zum Beispiel schon viele, wo denn meine Frau sei“, sagte der Landrat mit einem Lachen. Und auch der Umzug der Tochter und Renovierungsarbeiten waren Thema. Nachdem die Gruppe den Sportpark erreicht hatte, gab es eine Pause. Dann folgte der Wasserturm, das Wahrzeichen von Mutterstadt. Trotz guter Wasserqualität gibt es laut Landrat allerdings ein Problem. „Da das Wasser nicht sprudelt, kann man keine Schorle damit machen.“ „Ich trinke Wein und Wasser sowieso immer getrennt“, witzelte Bürgermeister Schneider. Gerald Sattel war zum vierten Mal dabei und „scharf auf die Landratswanderungen“. Neben dem Treffen mit Körner könne er auch Fachwissen aus dem Alltag des Bürgermeisters erfahren. Und auch Richard Lichti aus Kleinniedesheim genießt den Austausch mit anderen Wanderern. „Wenn ich solche Begegnungen habe wie heute, dann hat sich mein Tag schon erfüllt.“ Und dieser ging nach zwölf Kilometern und vier Stunden Wanderung dem Ende zu. Zum Abschluss meinte Hubert Frey, der Landrat würde nach dem Fußmarsch wohl gut schlafen – da war er bestimmt nicht der Einzige. (mxr)