Rhein-Pfalz Kreis „Uns gibt es nur im Duo“

Früher mal Gipfelstürmer, immer schon Liebespaar: Die Mutterstadter Rita und Klaus-Dieter Tomanek feiern Diamantene Hochzeit.
Früher mal Gipfelstürmer, immer schon Liebespaar: Die Mutterstadter Rita und Klaus-Dieter Tomanek feiern Diamantene Hochzeit.

«Mutterstadt.» Mit 20 haben sie sich im Jugendtreff in der Gartenstadt kenngelernt. Heute feiern Rita und Klaus-Dieter Tomanek ihre Diamantene Hochzeit. In 60 Jahren kann man einiges erleben.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Klaus-Dieter Tomanek, als er an den Tag im Jugendtreff denkt. Seine Familie fand 1948 nach der Flucht aus Oberschlesien in Ludwigshafen ein neues Zuhause. Rita Tomanek stammt aus Bayern. Zwei Jahre nach dem „ersten Blick“ bekam sie den Heiratsantrag gestellt – bei einer Ausflugsfahrt in der OEG-Bahn. Und nahm ihn an. Es wurde geheiratet. Nach der Hochzeit wohnte das Paar ein Dreivierteljahr bei den Eltern der Braut, dann konnte es die erste eigene Wohnung in der Königsbacher Straße beziehen, später ging es nach Mundenheim. Fleißig besuchte Klaus-Dieter Tomanek die Abendschule, um sich als Elektriker noch zum Techniker weiterbilden zu lassen. Als solcher begann er seine 35 Jahre währende Karriere bei der BASF, die auch eine zweijährige Station in Willstätt beinhaltete – im Norden des Ortenaukreises, quasi gegenüber von Straßburg. Doch Ehefrau Rita bekam Heimweh und es erfolgte nach einer kurzen Zwischenstation auf der Pfingstweide 1975 der Umzug nach Mutterstadt. Ab jetzt wurde Rita, eigentlich Friseurin von Beruf, „Feuerwehr-Frau“. Sie sprang dort ein, wo es brannte. Ob sie nun zur Unterstützung einer der Schwägerinnen in der Bäckerei half oder ihren Neffen betreute, sie war immer für alle da. Beim Blick an die Wände des Jubelpaares wird die gemeinsame Leidenschaft schnell offensichtlich: die Berge. Viele Fotos zeigen die beiden als Gipfelstürmer. „Wir waren nie auf Mallorca“, erzählt der Hobbyfotograf, aus dessen Analogkamera die meisten Bilder stammen, lächelnd. „Seit 1972 sind wir im Alpenverein und haben etliche Hochtouren unternommen“, ergänzt er nicht ohne Stolz. Nach seiner Pensionierung 1996 engagierte er sich eifrig für die Agenda 21, die ihm ebenfalls viele Motive für seine Fotografie bot. Makro-Aufnahmen von Insekten machten ihm Freude, traurig dagegen deren fortschreitendes Aussterben. Der Alltag der beiden Senioren änderte sich, als Rita Tomanek vor fünf Jahren einen Schlaganfall erlitt. Den beinahe Vollzeit-Job für die Agenda musste Klaus-Dieter Tomanek für die Pflege seiner Ehefrau aufgeben. Er tat es gerne. Liebevoll halten sie sich an der Hand und nicken sich zu. „Gell Schatz, wir verstehen uns“, strahlt Klaus-Dieter seine Rita an und fügt hinzu: „Uns gibt es nur im Duo.“ Er ist sich sicher: „Wir haben ein angenehmes Leben.“ Obwohl er zu Hause von der Elektroinstallation bis zur Heizung fast jeden Handgriff selbst macht, bekennt er beim Thema Kochen: „Da habe ich zwei linke Hände, wir gehen essen.“ Vielmehr sie fahren – mit dem Auto, im Kennzeichen Ritas Initialen und Geburtsdatum. Auf der Fahrt hören sie seit Jahren die gleiche CD von Hansi Hinterseer, bei der Rita mitsingen kann. „Ich erfülle ihr jeden Wunsch, sie ist die Chefin“, eine Aussage ihres Gatten von Herzen. Das Erfolgskonzept der Tomaneks für eine lange Ehe: „Nie mit Ärger ins Bett gehen.“ Den Festtag wollen sie nach den offiziellen Besuchen in der Waldschänke Hornesselwiese verbringen, am Samstag wird mit der Verwandtschaft im Palatinum gefeiert.

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