Waldsee
Uno-Prunksitzungen: Warum der Start des Kartenvorverkaufs immer ein Fest ist
Es ist angerichtet beim Karnevalverein (KV) Uno in Waldsee. Sechs Tische sind im Versammlungsraum der Narrhalla verteilt und mit Aktiven besetzt. Draußen in der Halle tummeln sich die Freunde der örtlichen Fasnacht. Sie buhlen um die besten Plätze. Die wichtigste Voraussetzung dabei: Geduld. „Der erste war um 3.45 Uhr da“, verrät Maria Giorgi, Mutter der amtierenden Prinzessin Alina I. Sie hat neben der Ex-Tollität Julia Schotthöfer Platz genommen und ist für die Platzvergabe bei der dritte Sitzung verantwortlich. Der Vorverkauf der Karten für die sechs Prunksitzungen ist perfekt durchorganisiert.
Seit 30 Jahren liegt die Regie in den Händen von Matthias Thönnes. „Dieses Jahr mach’ ich es zum letzten Mal“, kündigt er an. Andere sollen dann ran und das Uno-Urgestein kann wieder in Ruhe schlafen. Dabei weiß er auch jetzt: Auf sein Team ist Verlass. Und auf die Zuschauer in spe ebenso.
Unruhe kommt bei den Wartenden keine auf
Nummern werden von Thönnes ausgegeben, in der Reihenfolge des Eintreffens der Käufer. Die sind die Ruhe in Person. Sie wissen, dass es läuft bei ihrem Karnevalverein. Einige haben Klappstühlchen mitgebracht, andere Sekt und was zum Knabbern. Die Wartezeit wird so verkürzt. „Früher haben sie vor der Halle gecampt und gegrillt“, erinnert sich Uno-Aktiver Thomas Schotthöfer. So extrem ist es jetzt nicht mehr. Froh sind alle, dass sich in diesem Jahr wieder relative Normalität in der Nachfrage eingestellt hat. Die Anlaufzeit nach der Corona-Pandemie sei schleppend gewesen, lenkt Julia Schotthöfer ein.
Thönnes ist der Läufer an diesem Vormittag. Im Blick hat er die Kartenausgabe und den Pulk in der Halle. Das Gros kennt der Fasnachter. Für jeden hat er einen flotten Spruch übrig. „Das ist das Schöne: Die Gosch kann gehen“, merkt er augenzwinkernd an.
Die Saalpläne füllen sich zusehends
Unruhig werden selbst die nicht, die über eine Stunde auf ihre Karten warten müssen. Sie wissen um die notwendige Organisation. Am Anfang geht die Ausgabe ratzfatz. Dann dauert es ein wenig länger. „Jetzt sind die ersten Sitzungen voll belegt. Dann müssen die Leute Ausweichtermine finden“, erklärt Thönnes. Genau deshalb sind die Ticketausgaben für die sechs Uno-Sitzungen separiert. Der Vorverkauf bleibt im Fluss.
Zusehends füllen sich die Saalpläne, die vor den Ehrenamtlichen auf den Tischen ausgebreitet liegen und auf denen die vergebenen Plätze genau vermerkt werden. Julia Schotthöfer wird nach dem offiziellen Vorverkauf in der Narrhalle nochmal Arbeit haben. Die restlichen Karten gehen nun nämlich in den Online-Verkauf. „Ich muss alles erfassen und einstellen“, sagt die Karnevalistin.
Thönnes wird langsam ruhiger. Wieder mal ist der Vorverkauf gut gelaufen. Der Großteil der Karten geht in der Narrhalla über den Tisch. Die persönlichen Begegnungen freuen den Vereinsmensch ebenso wie die Kartenkäufer. In der Narrhalla anzustehen, um die besten Plätze zu sichern, hat Tradition. Und es ist ein Trend, der nie versiegt – auch ohne Campingstuhl und Schwenkgrill.