Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Und alles gröhlt „Cordula Grün“: Gute Partystimmung beim Fischerfest

Fischerfest am Lambsheimer Weiher. An der Fischbraterei stehen (von links) Jacek Drozdz und Sven Püschel.
Fischerfest am Lambsheimer Weiher. An der Fischbraterei stehen (von links) Jacek Drozdz und Sven Püschel.

Tausende Besucher, Hunderte Helfer und tonnenweise Fisch: Auch im 52. Jahr macht das Lambsheimer Fischerfest seinem Ruf als Vorzeige-Volksfest alle Ehre. Am Nachtweideweiher ist jedenfalls jede Menge los. Und es wird eifrig getanzt

Samstagabend: Die Parkplätze auf der Wiese sind voll belegt. Vor dem Gelände stehen Hunderte Fahrräder. Die Besucher kommen aus der Nähe und von weither. Hier am Lambsheimer Nachtweideweiher treffen sie auf späte Badegäste. Junge Leute, Familien und Senioren sind unterwegs. Denn die vier Tage Fischerfest bieten für alle Generationen etwas.

Auf der Liegewiese und vor der Fischerhütte ist Jahrmarkt: Gutselstand, Kinderkarussell, Wurfbude, die Beschicker sind aus der Region und Stammgäste. Ebenso Edith Maurus und Ulrike Schönerstedt. Für die beiden Weisenheimerinnen gehört das Fischerfest zum Jahresplan. Heute haben sie Mae Gomez, ihren Besuch aus Brasilien, dabei. Zur Musik der Partyband Poorboys wird im Festzelt gemeinsam abgetanzt. Am Montag kommen sie noch mal, zum Feuerwerk, das „immer ganz besonders toll“ sei. Im Vorbeigehen holt sich Anita Herrmann noch ein Softeis, „als Dessert“, sagt die Ellerstadterin. Auch sie und ihre Begleitung Friedrich Seifert aus Hamm sind Stammbesucher des Spektakels. Fisch essen mit Blick auf den See gehört für sie unbedingt dazu.

Altbewährte Rituale inklusive

Das Fischerfest des 550 Mitglieder starken Sportanglervereins ist 52 Jahre jung und erfindet sich von Jahr zu Jahr neu. Über vier Tage hat sich ein Programm etabliert, das unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Altbewährte Rituale inklusive: Drei Böllerschüsse markierten am Freitagabend die Eröffnung. Dazu holte Thomas Kappler (30), seit März neuer SAV-Vorsitzender, Jana I., Prinzessin der Lambsheimer Schlossnarren, auf die Bühne. In Vertretung von Ortsbürgermeister Herbert Knoll (CDU) ließ seine designierte Nachfolgerin Barbara Eisenbarth-Wahl mit zwei gezielten Schlägen das Freibier fließen. Dann war Party angesagt. „Steeernenhimmel“, „Westerland“, „Schrei nach Liebe“ und vieles mehr: Bis Mitternacht spielte sich die Ludwigshafener Hobby-Band „Poor Boys“ durch ihr Partyprogramm, lockte immer mehr Tänzer auf die Fläche und brachte das Zelt zum Beben.

Die 2500 Sitzplätze drinnen im Zelt und draußen am Weiher sind auch am Samstag ständig belegt. Und während die Gäste feiern, läuft im Hintergrund ein eingespieltes Räderwerk: Ein ausgeklügelter Organisationsplan in Plakatgröße gibt Auskunft über die Einsatzteams in Küche und Service. 300 Helfer pro Tag sind eingeteilt im Zwei-Schicht-Betrieb und mit Farbcode: Die Küchencrew ist an den blauen Shirts zu erkennen, die Servicekräfte tragen Rot und das Orga-Team ist in Gelb gekleidet. Als einer von zehn Fischbrätern steht Peter Lansche in der saunaheißen Brathalle an der Fritteuse. Filets werden bei 130, ganze Fische bei 160 Grad vier bis acht Minuten knusprig gebacken. Stoppuhr? Fehlanzeige: Lansche hat es „im Gefühl“. Vorbereitet werden Zander, Forelle und Rotbarsch in der Verarbeitungsstraße im Keller des Vereinsheims. Sie werden paniert mit einer Mischung aus Mehl, Wasser, Salz, Pfeffer und Gewürzen. Eier geben die Bindung, Bier die Bräune. 100 Fischteller, 500 Bleche Fisch gehen pro Tag über die Theke. Dazu schmeckt, wie man es will, ein frisches Bier oder eine mit 4,80 Euro gastfreundlich kalkulierte Schorle.

Gäste erklimmen die Bänke

„Rollin’ In The Deep“, „Sex On Fire“, „Ein Bett im Kornfeld“… Es ist dunkel geworden und die Partyband Music Mix aus Ludwigshafen läuft gerade zur Hochform auf. Erste Festgäste erklimmen die Bänke, vor der Bühne wird wild getanzt. Zu „Hulapalu“ und „Cordula Grün“ grölt die Menge lauthals mit. Die Stimmung ist ausgelassen, doch alles bleibt im Rahmen.

Erstmals habe man sechs Security-Kräfte im Einsatz, sagt Thomas Kappler, die die (übers Fest kostenlosen) Parkplätze und die Trinkgläser kontrollieren. Bis Samstagabend blieb alles friedlich.

Neuland betreten hat das Fischerfest am Sonntag mit der Idee „Bella Italia am Baggersee“ und der Band „Infinito“, die beim Familiennachtmittag Kulthits aus dem sonnigen Süden spielte. Am Montag klingt das Fischerfest ab 19 Uhr aus mit rockiger Musik der „Hunsrücker Spitzbuwe“, ehe um 22 Uhr das Höhen-Brillant-Feuerwerk den Himmel über dem See zum Leuchten bringen wird.

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