Schifferstadt
Umweltbeauftragter mit Herz für Gärten
Aufgewachsen sei er in Mainz, berichtet Oliver Dautermann, aber weil sein Vater aus Rockenhausen stammt, sei die Familie jedes Wochenende dorthin gefahren und habe auch von dort aus Streifzüge durch die Pfälzer Landschaft gemacht. Schon während der Schulzeit habe er ein Praktikum in einer Gärtnerei gemacht, erzählt der 32-Jährige. Und auch in seiner Doktorarbeit ging es um Pflanzen.
Nach der Promotion in Mainz arbeitete Oliver Dautermann zunächst an der Universität von Kalifornien in Berkeley, dort aber in dem Bereich Molekularbiologie. Zurück in Deutschland fand er eine Anstellung im Agrarzentrum der BASF in Limburgerhof. Seine Frau arbeitet als Lehrerin in Speyer. „Schifferstadt liegt genau in der Mitte und wir können beide mit dem Rad zur Arbeit fahren“, erklärt er die Wahl seines Wohnorts.
Einfach mal beworben
Dass Schifferstadt Umweltbeauftragte suche, habe er aus der Zeitung erfahren. „Ich bin jemand, der gerne anpackt und etwas schafft. Und im Ehrenamt werden immer Leute gesucht und so habe ich mich mal beworben“, erzählt er. Erste Kontakte hatte er schon beim Aktionstag „Wir schaffen was“ geknüpft und dabei auch Kai Repp, den damaligen Umweltbeauftragten der Stadt, kennengelernt sowie die Grünen-Beigeordnete Ulla Behrendt-Roden. „Ich hatte vorher ein paar Bedenken, ob ich das als Umweltbeauftragter auch gut schaffen könne, aber die beiden haben mir meine Ängste genommen“, erzählt Oliver Dautermann. Die Beigeordnete werde ihn beim Umgang mit Behörden unterstützen, Kai Repp habe gute Vorarbeit geleistet. Dazu gehöre unter anderem Informationsmaterial, das er weiter verwenden und unter die Leute bringen möchte.
Gärten liegen Oliver Dautermann besonders am Herzen. „In Kalifornien konnte ich im riesigen Garten unserer Vermieterin arbeiten, und dort hat mich die Naturvielfalt besonders beeindruckt“, berichtet der Biologe. Naturnah und artenreich, das können auch viele private Gärten werden. Davon ist er überzeugt und hier sieht der neue Umweltbeauftragte in Schifferstadt noch Potenzial. „Wenn man das entsprechend anlegt, ist das gar nicht mal viel Arbeit. Man kann den Garten sogar durchaus mal alleine und die Wildblumen wachsen lassen“, sagt er. Leute, die sich Schottergärten anlegen, um gar keine Arbeit zu haben, liegen nicht unbedingt richtig: „Wenn man die Ästhetik mag, kann das anfangs schon schön sein. Aber dann kommen Algen, Moos und Flechten, und dann ist das nicht mehr schön und pflegeleicht. Die Natur findet immer einen Weg“, erklärt er.
„Tag der offenen Gartentür“ in Planung
Während sich sein Kollege und zweiter Umweltbeauftragte der Stadt, Siegfried Filus, verstärkt dem Wald- und Grünbereich widme, werde er mehr im Ort tätig sein. Mit Aktionen und persönlicher Begegnung bei Veranstaltungen sei es derzeit schwierig. In Planung sei für Sommer der „Tag der offenen Gartentür“ in Schifferstadt. Die landesweite Aktion diene dazu, Gärten vorzustellen, die den Besuchern Anregungen für schöne und zugleich ökologisch wertvolle Gartengestaltung geben können. Was es hier am Ort so zu entdecken gibt, erschließt sich Oliver Dautermann beim Joggen oder Radfahren. Ein Anliegen sind ihm Obstbäume und Streuobstwiesen. Viele Bürger wüssten nicht, dass sie von städtischen Obstbäumen ernten dürfen. Hier will er deren Standorte erfassen und Tipps zur Ernte geben.