Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Umweltamt: Nachtweideweiher ist wieder in Ordnung

Im Nachtweideweiher schwimmen immer noch viele Karpfen, aber sie haben in diesem Jahr keinen großen Schaden angerichtet.
Im Nachtweideweiher schwimmen immer noch viele Karpfen, aber sie haben in diesem Jahr keinen großen Schaden angerichtet.

Der Nachtweideweiher im Bobenheim-Roxheimer Kleinerweg hat sich gut erholt. Nach Angaben des Landesumweltamts, das regelmäßig Proben nimmt, war die Wasserqualität in der Badesaison 2020 nicht zu beanstanden. Die Behörde führt dies auf das Abfischen von Karpfen im vergangenen Jahr zurück.

Vor ziemlich genau zwei Jahren drohte der Badesee umzukippen. Der Sauerstoffgehalt war so gering, dass ein Fischsterben wahrscheinlich war und die Gemeinde umgehend handeln musste. Ein Kriseninterventionsteam aus Verwaltungsmitarbeitern und Angehörigen von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk versorgten mangels Tauchbelüfter den See mit Wasserwerfern über mehrere Tage mit Sauerstoff.

Als Grund für den Mangel nannte eine Mitarbeiterin des Landesamts für Umwelt damals unter anderem den starken Rückgang von Wasserpflanzen, weil zu viele und zu große, vermutlich von den Sportanglern angefütterte Karpfen und Brassen den Seeboden umgepflügt hätten.

Der Roxheimer ASV Frühauf protestierte gegen die Behauptung, doch eine Aktion von Berufsfischern im April 2019 zeigte, dass an dem Vorwurf etwas dran war: 27 Karpfen mit einem Gesamtgewicht von 365 Kilogramm wurden mit Stellnetzen aus dem Weiher geholt.

Es muss noch einmal abgefischt werden

Dies und die Anschaffung zweier Wasserbelüfter haben offenbar Wirkung gezeigt, auch wenn nach Ansicht der Behörde immer noch zu viele Karpfen herumschwimmen und am Boden wühlen. Fürs kommende, spätestens fürs darauf folgende Frühjahr sagt das Amt die Notwendigkeit eines zweiten Abfischens voraus.

Eine Massenvermehrung von giftigen Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, ist dem Gewässer in diesem Jahr erspart geblieben. Allerdings: Laut Bericht des Umweltamts vermehrt sich aktuell die Burgunderblutalge. Sie färbe das Wasser rötlich-braun. Das sei ein Naturphänomen, das im Winter an unterschiedlichen Seen auftrete und im Frühjahr bei zunehmender Sonneneinstrahlung wieder verschwinde. Weil aber auch diese Algen Toxine bilden können, sollten Hunde derzeit davon abgehalten werden, in den Nachtweidesee zu springen oder das Wasser zu trinken.

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