Rhein-Pfalz-Kreis
Umfrage zu Hackerangriff: Von ängstlich bis gleichgültig
Wolfgang Roch aus Lambsheim kann noch nicht wirklich einschätzen, welche Konsequenzen der Datenklau für ihn haben könnte. „Ich will eine klare Info, was da weggekommen ist“, sagt der 61-Jährige. Das wünscht sich auch eine 62-Jährige: „Dann könnte man sich darauf vorbereiten.“ Ihr Bankkonto beobachtet sie zur Sicherheit mehrmals täglich. Insgesamt sieht die Lambsheimerin es aber gelassen, dass Daten im Darknet gelandet sind. „Wenn ich im Internet etwas bestelle, haben die auch meinen Namen, Telefonnummer und Bankkonto.“
Es sei immer möglich, Daten abzugreifen, sobald eine Firma oder Privatpersonen ans offizielle Netz angeschlossen sind, meint Thorsten Waldschaks. Der 42-Jährige aus Schifferstadt findet deshalb, dass die Digitalisierung von öffentlichen Strukturen, zum Beispiel im medizinischen Bereich, Gefahren birgt. Um seine eigenen Daten macht er sich aber keine Sorgen – die seien schon vor Jahren im Darknet aufgetaucht. Eine 73-jährige Otterstadterin fordert, alle Ämter besser gegen Cyberangriffe abzusichern. „Das Möglichste sollte getan werden.“
„Erst mal den Ball flach halten“
„Man verdrängt das“, sagt Steffen Renner aus Waldsee zum Hackerangriff. Er spürt als Leiter der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Speyer die Auswirkungen: Weil das System lahmgelegt ist, können zum Beispiel medizinische Untersuchungen von Geflüchteten nicht mehr vor Ort angeboten werden. „Die Verwaltung ist aber bemüht, alles schnell wieder herzustellen“, so der Eindruck des 53-Jährigen. Mehr Information sieht er als zweischneidiges Schwert: „Wenn man zu viel preisgibt, könnte das Nachahmer motivieren. Ich denke, die Verwaltung ist gut damit beraten, erst mal den Ball flach zu halten.“
„Natürlich macht sowas Angst“, sagt eine 52-Jährige aus Waldsee – gerade, weil man sich mit dem Thema nicht wirklich auskenne. Gemerkt habe sie bisher aber nur, dass sie ihren Sperrmüll nicht anmelden konnte. Dass mit seinen Daten etwas passieren könnte, glaubt Roger Knauer eher nicht. „Ich bin nicht so wichtig“, begründet der 62-jährige Schifferstadter. Ärgerlich sei, dass er schon seit Tagen auf Rückmeldung von der Verwaltung warte, um seinen Führerschein zu verlängern. „Der Kreis war aber schon vor diesem Vorfall kaum erreichbar.“ Eine 48-jährige Lambsheimerin findet die Kommunikation der Verwaltung „seltsam“ und würde sich mehr Ehrlichkeit wünschen. Zwei Männer, beide unter 30, sind der Meinung: „Es gibt Schlimmeres auf der Welt.“