Bobenheim-Roxheim
Trotz Verzögerung: ASB bekräftigt Pläne für Tagespflege
Im August 2021 hatten der ASB-Kreisverband Ludwigshafen und Bürgermeister Michael Müller (SPD) verkündet, ein Grundstück am Bahnhofsplatz werde von privater Hand dafür zur Verfügung gestellt, dass im Ort die lang gewünschte teilstationäre Betreuung von Pflegebedürftigen ermöglicht wird. Dazu müsse zunächst die auf dem Gelände stehende alte Halle abgerissen werden, hieß es damals.
Im Februar dieses Jahres räumte Daniela Düttra, Geschäftsführerin des Kreisverbands, Verzögerungen ein. Die notariellen Dinge hätten sich hingezogen und ein Bodengutachten müsse her, aber man sei im Besitz des Grundstücks. Der ASB wolle das Projekt zügig verwirklichen, so Düttra.
Auf Anfrage teilt die Geschäftsstellenleiterin jetzt mit, „die Erben“ seien sich nicht einig. Diese Aussage relativiert der Vorsitzende des ASB-Landesverbands, Oswald Fechner, der für die SPD im Bobenheim-Roxheimer Gemeinderat sitzt. Er hat das Gremium bereits im April nicht öffentlich über die unerwarteten Schwierigkeiten informiert. Diese liegen ihm zufolge darin begründet, dass die Eigentümerin zum Zeitpunkt des Notartermins eine gesetzliche Betreuung benötigte und schließlich verstarb, als der Grundstückskauf kurz vor dem Abschluss stand. Seitdem warteten die Erben darauf, vom Amtsgericht Frankenthal ihre Berechtigung zu bekommen, das Anwesen an den ASB zu verkaufen.
Fechner versichert, dass man die Projektplanung weiterverfolgen werde. „Es liegt eine positive Bauvoranfrage vor, auf deren Basis die Genehmigung durch die Kreisverwaltung erteilt wird“, so Fechner. Alle warteten nur darauf, dass die Erbscheine der Hinterbliebenen beim Notar vorgelegt werden könnten. „Der ASB hat seine Planungen für eine Tagespflege in Bobenheim-Roxheim nicht geändert.“
Die etwaige Vermutung, die Ankündigung des Vorhabens durch Michael Müller vor über einem Jahr sei im damaligen Bürgermeisterwahlkampf verfrüht gewesen, weist der im September 2021 wiedergewählte Ortschef zurück. Auf Anfrage teilt Müller mit, das ASB-Projekt liege außerhalb seiner Einflusssphäre, und es gebe noch weitere von ihm vor der Wahl angekündigte Vorhaben, die nicht vorangekommen seien. Sowohl für die Umwandlung der Strebel-Imbiss-Immobilie in einen Autohandel als auch für die Rückverlegung des Firmensitzes von Weton nach Bobenheim-Roxheim seien die Bauanträge noch immer bei der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises in Bearbeitung.