Rhein-Pfalz Kreis Triumph nach langem Grübeln
Toller Erfolg für das Leininger-Gymnasium (LG) in Grünstadt: Eine zehnte Klasse und zwei Leistungskurse sind beim Wettbewerb „Mathematik ohne Grenzen“ (MoG) unter die ersten drei gekommen. Am Dienstag war die Schule Gastgeber der Preisverleihung für die Region Vorderpfalz.
Ob in Waschmaschine, Auto, Kläranlage oder Herzschrittmacher: Überall spielt Mathematik eine Rolle. Das machte Christian Gierend, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, bei der Preisverleihung deutlich. Die Erstplatzierten wurden mit Geldbeträgen zwischen 130 und 230 Euro sowie Geschenken belohnt. Unter 31 zehnten Klassen hat die 10c des LG mit 58 von 65 möglichen Punkten gesiegt. Die beiden Grünstadter Leistungskurse der MSS 11 landeten bei 39 Teilnehmern auf Rang zwei und drei. Angesprochen auf den zusätzlichen Schulstress, den so ein Wettbewerb hervorruft, winkte Carmen Büsken aus dem Grünstadter M2-Kurs ab: „Das ist etwas ganz anderes als Unterricht und hat total Spaß gemacht.“ In kleinen Arbeitskreisen wurden Aufgaben gelöst, die einen Praxisbezug hatten und teilweise in einer Fremdsprache gestellt waren. Schuldirektorin Cornelia Diehl nannte ein Beispiel: Zu einem Fußballturnier zwischen drei Campingplätzen hätten die Schüler herausfinden müssen, wie viele Spiele für jede Mannschaft mit Sieg, Niederlage oder Remis endeten und wie viele Tore jedes Team für sich verbuchen konnte. „Teamwork war wichtig“, sagte Elftklässler Marius Stork über den Wettbewerb. Wenn man selbst nicht weiterkam, habe ein anderer aus der Gruppe eine Idee gehabt, ergänzte Sebastian Baum. Jacob Neff berichtete: „Wir mussten Formeln herleiten und Beweise führen. Das war schon anspruchsvoll.“ Was an Mathematik so reizt, brachte Carmen Büsken auf den Punkt: Der Triumph, nach langem Grübeln ganz allein zum richtigen Ergebnis gelangt zu sein. Beruflich wollen sie und die drei Jungs in Bereiche gehen, bei denen man jede Menge mathematische Kenntnisse benötigt: Architektur, Biotechnik, Ingenieurwesen, Volkswirtschaftslehre. Aber eigentlich gebe es kaum ein Feld in der modernen Welt, in dem man ohne Mathe auskomme, meinte Hochschullehrer Gierend. Er referierte über „Entscheidungsmuster mit Fuzzy-Control“, das Übersetzen von verbal vorhandenem Wissen in eine maschinenlesbare Schreibweise mit Wenn-dann-Beziehungen. Seit dem Jahr 2000 sei Fuzzy eine Standardtechnolgie, den Grundstein habe aber der griechische Philosoph Platon gelegt. „Ich bin Diplom-Chemiker und habe im Laufe meines Lebens festgestellt, dass man überall Mathematik braucht“, bestätigte Rolf Kilian, der MoG-Wettbewerbskoordinator für Deutschland. Und weil dieses Fach so wichtig sei, habe man sich Ende der Achtziger im Elsass Gedanken gemacht, wie es attraktiver gestaltet werden könnte. Als Oberstudiendirektor des Otfried-von-Weißenburg-Gymnasiums Dahn sei er damals Mitinitiator gewesen. Inzwischen seien in Deutschland fast 70.000 Schüler beteiligt, allein in Rheinland-Pfalz 21.426 Schüler in 915 Klassen oder Kursen. PREISTRÄGER —Klasse 10: 1. Leininger-Gymnasium Grünstadt (58 Punkte); 2. Hannah-Arendt-Gymnasium Haßloch (52,5 Punkte); 3. Gymnasium Maxdorf (52 Punkte). — MSS 11: 1. Hannah-Arendt-Gymnasium Haßloch (82,5 Punkte); 2. Karolinen-Gymnasium Frankenthal und Leininger-Gymnasium Grünstadt (jeweils 81 Punkte); 3. Leininger-Gymnasium Grünstadt (80 Punkte) . |abf