Römerberg
Traumauto Lotus Super Seven: Als junge Frau verliebt
Im jugendlichen Alter von 19 Jahren hat Andrea Weckbach in einem Lotus Super Seven gesessen. „Mein damaliger Freund hat mich fotografiert“, erinnert sie sich an das tolle Erlebnis bei einer Automobilschau auf dem Festplatz in Speyer. Das Foto hat sie heute noch. „Der Lotus ist mein Traumauto“, sagt die studierte Lehrerin und langjährige Juniorchefin beim Haustechnik-Spezialisten Griskiewitz in Römerberg. Doch hätte sich Andrea Weckbach nicht träumen lassen, dass sie einmal selbst einen solchen Sportwagen, der von 1957 bis 1972 gebaut wurde, ihr Eigen nennen würde.
Anfang 2020 hat sich Weckbach dann mit ihrem Lebensgefährten Manfred Rausch „über unsere Traumautos unterhalten“. Dabei habe sich gezeigt, dass genau dieser Lotus auch sein Traumwagen sei. Die Gründe dafür sind nur leicht unterschiedlich: „Mir hat der Wagen schon immer gefallen – die freistehenden Räder. Und er liegt gut auf der Straße“, beschreibt Rausch seine Begeisterung. Die außergewöhnliche Optik und die rasante Beschleunigung sowie das damit verbundene „völlig andere Fahrerlebnis“ führt Weckbach zur Erklärung ihrer leidenschaftlichen Lotus-Liebe an.
Nur 2500 Super Seven gebaut
Das Paar hat sich auf Online-Portalen nach dem gemeinsamen Traumauto umgeschaut. Nach Hersteller-Angaben sind vom Super Seven etwas mehr als 2500 Stück gebaut worden. Das ist für ein Auto im Allgemeinen recht wenig, für einen solchen Sportwagen allerdings ordentlich. Wobei die Anzahl der Nachbauten, ob originalgetreu oder abgewandelt, erheblich größer ist, als die Summe der bei Lotus in rund 15 Jahren aus den Fabrikhallen gerollten Originale. Ein solcher Nachbau, ein „Kitcar“ (Bausatz-Auto), hat das Interesse von Weckbach und Rausch geweckt. Ein Händler in Montabaur bot den Wagen an, der beim Vorbesitzer einige Jahre in der Garage gestanden habe.
„Es ist ein Dax Rush, Baujahr 1988“, teilt Weckbach mit. Der Dax Rush, der dem Lotus Super Seven zum Verwechseln ähnlich sieht, ist also mit 33 Jahren inzwischen selbst ein Oldtimer. Eine Versicherung zu finden, die den Wagen mit 2098 Kubikzentimetern Hubraum und 160 PS Leistung (Rausch) unter ihre Fittiche nimmt, sei ganz und gar nicht einfach gewesen, blickt die Römerbergerin zurück. Doch so wie sie bei den Preisverhandlungen mit dem Händler erfolgreich gewesen sei, so habe sie schließlich auch einen speziellen Oldtimer-Versicherer überzeugt. Ein Wertgutachten schätzt den Wagen auf 25.000 Euro.
Im Mai 2020 konnte es dann losgehen, nachdem der Oldtimer zugelassen war. Ohne Servolenkung ist das Fahren des Dax Rush wie bei einem Lotus, so nennt Andrea Weckbach ihren Sportwagen, eine gehörige Portion körperliche Arbeit. Die Straßenlage und der Fahrtwind, der einem um die Nase weht, entschädigen jedoch für die Mühsal, findet das Paar. Darüber hinaus freut es sich über die häufigen positiven Reaktion anderer Verkehrsteilnehmer – sei es bei Ausfahrten im Raum Speyer oder in den Pfälzerwald. Auch an der Mosel waren die beiden schon für einen viertägigen Kurzurlaub; für den Koffer ist außen am Heck des Oldies ein Platz vorgesehen.
Böse Überraschung erlebt
Vor wenigen Wochen erlebten Weckbach und Rausch eine böse Überraschung mit ihrem Lotus. „Als ich aus Speyer kommend schon kurz vor unserem Haus war, ist die Ölwarnleuchte angegangen“, erinnert sich Rausch. „Ich habe es gerade noch in die Garage geschafft. Weil wir einen Termin in Speyer hatten, sind wir gleich danach mit unserem anderen Auto losgefahren. Auf der B9 kamen uns Polizei, Feuerwehr und ein Reinigungsfahrzeug entgegen“, blickt der Römerberger zurück. „Kaum waren wir in Speyer, wurde ich von einem Bekannten, der bei der Feuerwehr ist, auf dem Handy angerufen: Ich soll sofort nach Hause kommen“, erzählt Weckbach von dem dramatischen Geschehen rund um den Oldtimer.
Wie sich herausstellte, hatte der Lotus eine lange Ölspur hinterlassen, die von dem Spezialfahrzeug entfernt werden musste. Am Ende wird die Sache wohl glimpflich ausgehen, weil die Versicherung die Rechnung für die Reinigung übernehmen werde. „Wir haben auch einen Strafzettel bekommen“, sagt Weckbach, doch die Strafe sei nicht hoch gewesen. „Es ist Glück, dass der Motor durch den Ölverlust nicht zerstört wurde“, teilt Rausch mit. Inzwischen sei auch die Ursache des Lecks gefunden und beseitigt. Weiteren, im positiven Sinn besonderen Fahrerlebnissen mit dem Traumwagen scheint also nichts im Wege zu stehen.