Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Traditionelles Spargelessen: Alle wollen nur das eine

Gerald Denk, Vorsitzender des Turnvereins, serviert in der Festhalle in Dudenhofen im Minutentakt Spargelgerichte.
Gerald Denk, Vorsitzender des Turnvereins, serviert in der Festhalle in Dudenhofen im Minutentakt Spargelgerichte.

Schon um 10.30 Uhr am Sonntagvormittag hat sich eine lange Schlange vor der Festhalle in Dudenhofen gebildet. Alle wollen das eine: weißes Gold auf dem Teller.

180 Plätze haben die Ehrenamtlichen des Turnvereins und des Kirchenchors am Vortag vorbereitet. Während die Tische eingedeckt wurden, war die Spargelschäl-AG in der Küche im Einsatz. „Sie haben drei Zentner Spargel geschält“, erzählt der TV-Vorsitzende Gerald Denk der RHEINPFALZ. Anschließend wurden die Stangen portioniert und gewogen. „Es wurden fürs Erste über 220 Bündel vorbereitet mit je 500 Gramm Rohgewicht“, führt Denk aus. Jeder sollte schließlich die gleiche Menge auf dem Teller haben. Am Sonntag muss dann nachgelegt werden. Mit Türöffnung seien schon gut 60 Menschen in die Festhalle gestürmt, berichtet Denk. Gegen 12.30 sind 380 Hauptgerichte ausgegeben worden.

Abnehmer im großen Stil ist eine 34-köpfige Reisegruppe aus Schweden, genau genommen aus Lidköping am Vänersee, zwei Stunden von Göteborg entfernt. Jan-Ove Ahlgren ist der Kopf des Ganzen. Mehr als 100 Mal hat er seine Landsleute schon in die Pfalz gebracht, nachdem er diese vor mehr als 20 Jahren selbst kennen gelernt hatte. Im Laufe der Zeit hat Ahlgren das Spargelessen in Dudenhofen kennengelernt. Seither ist der Besuch im Frühjahr in Dudenhofen einkalkuliert. „War sehr lecker“, kommentiert Ahlgren lächelnd seinen leergefutterten Teller. Den passenden Pfälzer Tropfen haben die Schweden dazu natürlich auch genossen. „Die meisten sind Weinliebhaber“, verrät der Reiseleiter. Weiter geht’s daher noch zur Weinprobe nach Hochstadt.

Neues Bon-System übers Mobiltelefon

Für Miriam Leger (27) heißt es dagegen noch in der Festhalle ausharren. Nichts Neues für die Dudenhofenerin, die bereits seit zehn Jahren im Service mithilft. „Neben Schule und Studium war das immer eine gute Sache, um ein bisschen Geld zu verdienen“, sagt sie. Jetzt, als Referendarin, macht ihr die Mitarbeit nach wie vor Spaß.

Gewöhnen musste sich Leger wie alle anderen an ein neues Kassensystem. Nicht mehr per Hand, sondern übers Mobiltelefon werden die Bestellungen aufgenommen. „Das erleichtert vieles“, wirft Denk ein. Und: „Es funktioniert sehr gut.“ Leger ist sich mit ihren Service-Kolleginnen Levinia (17) und Lara (18) einig: Ein wenig übersichtlicher könnte es sein. „Wir müssen aufpassen, dass wir nichts doppelt bongen oder eine Bestellung auf eine falsche Rechnung setzen“, nennt Levinia ein Beispiel. Eine bessere Gliederung würde sich Leger wünschen. Generell jedoch gefällt ihr das neue Bon-System gut. „So können wir tischweise aufnehmen, direkt übermitteln und die Bestellungen kommen schneller an.“

Spitzenreiter schwer zu benennen

Denk sieht den Vorteil auch beim Führen der Statistik und der anstehenden Abrechnung nach der letzten Veranstaltung. Die Motivation, das Spargelessen mit ehrenamtlicher Arbeitskraft zu unterstützen, hat nicht zuletzt finanzielle Gründe. „Es ist eine sehr gute Einnahmequelle“, bestätigt Denk. Der Erlös der Veranstaltungsreihe wird summiert und gerecht durch alle Vereine geteilt.

Einen richtigen Spitzenreiter zu benennen fällt den Service-Kräften schwer. „Stangenspargel wird jedenfalls am meisten bestellt“, hat Levinia festgestellt. Spargelgemüse oder -salat stehen außerdem auf der Karte. „Schnitzel gehen ebenfalls gut“, ergänzt Lara. Bis alle Spargel-Hungrigen zufriedengestellt sind, müssen die 32 Helfer an diesem Sonntag ordentlich ranklotzen. „Die Veranstaltung wird in der Regel immer gut angenommen“, erinnert sich Denk: „Aber gerade das zurückliegende Wochenende war megamäßig.“

Termine

Noch zweimal, am 1. und 8. Juni, jeweils von 11 bis 14 Uhr, wird in der Festhalle von der ARGE Spargelessen aufgetischt. Dieser gehören insgesamt acht Vereine an.

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