Fussgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Tipps für mehr Sicherheit für ältere Verkehrsteilnehmer

Ein Warndreieck haben die meisten dabei. Wie es aufgestellt wird, sollte ab und zu geübt werden.
Ein Warndreieck haben die meisten dabei. Wie es aufgestellt wird, sollte ab und zu geübt werden.

Jeder vierte Unfallbeteiligte im Bereich der Polizeiinspektion Frankenthal ist älter als 65 Jahre. Die Polizei hat nun in Fußgönheim Senioren gezielt angesprochen und zusammen mit der Verkehrswacht und dem Seniorenbeirat Tipps gegeben. Kleine Hilfen gegen die Risiken des Straßenverkehrs.

Auf der Speyerer Straße, zwischen A650 und Fußgönheim vor dem Aldi-Markt, stehen am Mittwoch Polizistinnen und winken Verkehrsteilnehmer zu Kollegen auf dem Parkplatz. Dort bitten die Beamten um die Papiere und kontrollieren Warndreieck und Verbandskasten. Zudem werden ältere Fahrer angesprochen. Ziel ist, Tipps zu geben und auf Risiken aufmerksam zu machen. Polizeihauptkommissarin Ute Henn leitet die Aktion auf dem Parkplatz. Sie erklärt die Statistik: „Es gibt mehr alte Leute und deshalb mehr Verkehrsteilnehmer im Seniorenalter. Auch deshalb steigt ihr Anteil bei den Unfallbeteiligten.“ Beteiligt sein heißt, mitbetroffen sein. Nicht alle Beteiligten sind auch Verursacher.

Wer an einem Unfall beteiligt ist oder als erster am Unfallort eintrifft, sollte zum Beispiel mittels Warndreieck auf die Unfallstelle hinweisen. Die Polizei kontrollierte deshalb, ob Warndreieck, Warnweste und ein Erste-Hilfe-Kasten mit gültiger Haltbarkeit an Bord sind. Und wer das Warndreieck dabei hat, hat es vielleicht noch nie aufgebaut. „Ich hatte gerade einen Herren, der hat sein Warndreieck aufgebaut und war überzeugt, es richtig zu machen. Dann kam ein Windhauch und das Ding lag flach“, sagt eine Polizistin. Das mal auf dem sicheren Parkplatz zu probieren, sei eine gute Möglichkeit, sich mit der Handhabung vertraut zu machen.

„Es gibt nicht nur mehr ältere Verkehrsteilnehmer, es gibt auch größere Risiken“, sagt Hauptkommissarin Henn. Der Verkehr sei dichter und schneller geworden, neue Fortbewegungsmittel wie etwa E-Bike und das noch schnellere Pedelec erfordern schnelle Reaktionen, Koordination und gute Wahrnehmung. Und die werden im Alter nicht besser, wie die Vertreter des Seniorenbeirats Maxdorf den Verkehrsteilnehmern erklären. „Wir versuchen, den Leuten die Risiken im Straßenverkehr zu erklären. Gleichzeitig machen wir auf alternative Möglichkeiten der Mobilität aufmerksam, wie etwa den Bürgerbus in der Verbandsgemeinde“, sagt Ingrid Englert-Petruch, die mit weiteren Mitgliedern des Seniorenbeirats an der Aktion teilnimmt. „Viele Ältere haben Angst, ihre Mobilität zu verlieren, wenn sie zugeben, Einschränkungen zu haben“, sagt Margitta Möller. Sie empfiehlt, auf Kinder oder Verwandte zu hören, wenn sie auf Einschränkungen hinweisen.

Partner der Aktion ist auch die Kreisverkehrswacht Ludwigshafen. „Wir arbeiten mit Seniorenbeiräten der Kommunen zusammen und bieten Informationsveranstaltungen an, aber wir vermitteln auch Sicherheitstrainings für Senioren“, sagt der Vorsitzende Dieter Lauerbach. So gebe es zum Beispiel Fahrschulen, die ein Auffrischungstraining oder Begleitungen durch Fahrlehrer anbieten.

„Ich habe nicht unbedingt was Neues erfahren, aber grundsätzlich ist es eine gute Idee, die Leute anzusprechen“, sagt Hans S. aus Maxdorf. Er ist 88 Jahre alt und fährt auch kurze Strecken mit dem Auto – weil es mit dem Fahrrad nicht mehr so gut gehe, erklärt er. Die Polizisten seien sehr freundlich gewesen, sagt er. Dass die Leute aktiv angesprochen werden, findet er gut. „Ich wäre ja von mir aus nicht selbst gekommen und hätte um die Polizisten auch einen Bogen gemacht“, sagt er schmunzelnd.

Die Polizisten berichten nach der Aktion in Maxdorf, dass die meisten mit Verständnis reagiert haben. Natürlich habe es auch ein paar gegeben, denen das nicht so recht war, oder die in Eile waren. Insgesamt habe die Polizei mit 45 Senioren gesprochen. Bei den Kontrollen habe es nur kleinere Mängel gegeben, wie ein fehlendes Warndreieck oder ein abgelaufener Verbandskasten. Zwei Verwarnungen gab es für Fahrer ohne Gurt.

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