SPEYERER UMLAND RHEINPFALZ Plus Artikel Termine beim Amt: Teils über Wochen ausgebucht

Darf nur mit Termin betreten werden: das Rathaus in Dudenhofen.
Darf nur mit Termin betreten werden: das Rathaus in Dudenhofen.

Fast zwei Monate auf einen Termin im Rathaus warten? Das kann Bürgern coronabedingt durchaus blühen, je nachdem welches Anliegen sie haben und in welchem Ort sie wohnen. Die RHEINPFALZ hat nachgefragt, wie weit sich die Verwaltungen mittlerweile wieder geöffnet haben. Seit gestern gibt es in zwei Verbandsgemeinden weitere Lockerungen.

In der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen hat manch einer seinem Unmut bereits in sozialen Netzwerken Luft gemacht: Von mehrwöchigen Wartezeiten für einen Termin im Bürgerbüro oder in der Kfz-Zulassungs-Außenstelle im Dudenhofener Rathaus wird da berichtet. „Hat man im Bürgerbüro die Arbeit niedergelegt? Corona hin, Corona her, verstehe ich bedingt alles, drei Wochen Wartezeit jedoch nicht“, echauffiert sich ein Bürger, der seinen Fischereischein verlängern wollte.

Dabei hatte der Mann noch Glück: Wer in Dudenhofen sein Fahrzeug zulassen möchte, der muss sich mittlerweile fast zwei Monate gedulden. „Wir sind in der Kfz-Zulassungsstelle ausgebucht bis zum 7. August“, berichtet Büroleiter Stefan Schall am Montag. Die Zulassungsstelle untersteht dabei der Kreisverwaltung. Im VG-Bürgerbüro, wo unter anderem Ausweise verlängert, Ummeldungen vorgenommen oder beglaubigte Kopien ausgestellt werden, ist die Lage entspannter, aber nur ein wenig. Bis zum 10. Juli müssen Bürger hier – Stand Montag – auf einen Termin warten.

Wieder zwei Bürgerbüros

Dass ein Termin für alle im Rathaus zu erledigenden Anliegen vereinbart werden muss – Ausnahme: die Abholung von Wertstoffsäcken –, das wird bis mindestens 23. Juni auch so bleiben: Die Verantwortlichen wollen abwarten, welche Änderungen die nächste Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes bringt. Ohne Termin seien die Abstandsregeln in dem Großraumbüro im Erdgeschoß in Dudenhofen, wo sich normalerweise bis zu drei Mitarbeiter um die Zulassungen und noch mal drei um andere Angelegenheiten gekümmert haben, schlicht nicht einzuhalten. „Vor Corona hatten wir teilweise 20, 25 Leute im Wartebereich“, berichtet Schall. „Diese Zeiten werden so auch nicht mehr wiederkommen“, glaubt er. Da pro zehn Quadratmeter nur eine Person erlaubt sei, gebe es derzeit an den Arbeitsplätzen mit persönlichem Kundenkontakt nur einen Mitarbeiter für die Zulassungsstelle und einen für das Bürgerbüro. Immerhin: Das Römerberger Bürgerbüro, das zuletzt ganz geschlossen war, ist ab sofort wieder geöffnet und mit einem Mitarbeiter besetzt. Aber auch hier gilt: Zutritt nur mit Termin, der – auch für Dudenhofen – unter Telefon 06232 656-120 vereinbart werden kann.

Trotz der aktuell langen Wartezeiten ist Schall der Meinung, dass die Lösung mit Terminvergabe auch etliche Vorteile für den Bürger bringt: „ Früher wusste der Bürger nicht, wann er drankommt. Jetzt muss er vor Ort nicht lange warten“, sagt er. „Das bedeutet weniger Druck und Stress für Bürger und Mitarbeiter.“ Der Büroleiter betont, dass das Dudenhofener Rathaus im Gegensatz zu manch anderem Verwaltungssitz während der Corona-Pandemie nie komplett geschlossen war, sondern immer Termine möglich waren. „Und dem Bürger wird weiterhin geholfen. Wir versuchen, was möglich ist“, verspricht er.

Auf eine andere Strategie setzen die Verantwortlichen im Waldseer Rathaus. Nachdem dort in den vergangenen Wochen auch Termine gemacht werden mussten, ist das Verwaltungsgebäude seit Montag wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet, ebenso wie die Rathäuser in den anderen Ortsgemeinden. Auch das Bürgerbüro kann wieder ohne Anmeldung angesteuert werden.

„In den ersten drei Stunden hat das ganz gut geklappt“, zieht Büroleiter Detlef Schneider am späten Vormittag ein erstes Resümee. Zwischen 30 und 40 Bürger seien in diesem Zeitraum da gewesen. Freilich gelten auch in Waldsee die üblichen Abstands- und Hygieneregeln. Im Wartebereich für das Bürgerbüro dürfen sich maximal fünf Personen aufhalten. Wer einen Termin bei einem Sachbearbeiter hat, muss sich an der Pforte anmelden. „Ich will nicht, dass die Leute hier im Haus herumirren“, sagt Schneider.

Er findet, dass der Schritt zur weiteren Öffnung zur richtigen Zeit kommt. „Wir sehen uns auch als Dienstleister“, sagt Schneider. „Ich kann es den Leuten nicht verkaufen, wenn fast alles wieder geöffnet hat und das Rathaus ist weiterhin zu.“ Allerdings bittet der Büroleiter auch darum, nur für wirklich dringende Angelegenheiten persönlich vorbeizukommen. Und er stellt klar: „Wenn es nicht funktioniert, dann müssen wir es eventuell wieder zurückfahren.“

In Lingenfeld ohne Termin

Im Lingenfelder Rathaus gibt man sich hingegen tiefenentspannt: Dort ist schon seit Ende April wieder Publikumsverkehr ohne Anmeldung zugelassen. „Wir hatten noch nie eine Terminvergabe und haben auch noch nie Probleme damit gehabt“, berichtet Büroleiter Jens Hinderberger. Ein zentrales Bürgerbüro gibt es in Lingenfeld nicht, die Bürger gehen direkt in die Büros der Fachbereiche, bei denen sie etwas zu erledigen haben – meist das Einwohnermeldeamt. Bis zu 25 Bürger werden derzeit gleichzeitig ins Haus gelassen. Ein Mitarbeiter an der Pforte passt auf, dass es nicht zu viele werden. Doch das sei noch nie vorgekommen, berichtet Hinderberger.

Im Netz

www.vgrd.de, für die VG Rheinauen unter www.vg-rheinauen.de und für die VG Lingenfeld unter www.vg-lingenfeld.de
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