Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Tempo 30 bald an mehr Stellen im Ort

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Auf einem langen Stück der Neustadter Straße wird in etwa drei Wochen nur noch Tempo 30 erlaubt sein. Und dies, obwohl dies eine der Hauptverkehrsstraßen in Mutterstadt ist. Weitere sollen folgen, informiert der Beigeordnete Frank Pfannebecker (CDU) im Verkehrsausschuss.

Mehr als ein Jahr hat es gedauert, bis die 30er-Schilder genehmigt waren, angebracht werden sie in den kommenden Wochen. Denn: Zunächst muss der Bauhof noch Pfosten setzen, informiert der Landesbetrieb Mobilität (LBM). Die Gemeinde hat einen langen Atem für die Genehmigung gebraucht. Die Straße gehört dem Land, zuständig ist der LBM. Der reduziert die erlaubte Geschwindigkeit auf solchen Hauptverkehrsadern nur bei besonderen Umständen, zum Beispiel, wenn der Verkehrslärm Lärmpegelgrenzen überschreitet. Eine Lärmpegelberechnung musste die Gemeinde aber erst beantragen. Und das hat sie nun mit Erfolg. Aber das Tempolimit gilt nicht für die komplette Neustadter Straße, sondern nur von der Ortsmitte bis zur Einmündung der Mozartstraße. Der Grund ist, dass die Straße durch unterschiedliche Gebietsarten (Wohngebiet und Mischgebiet) mit verschiedenen Pegelgrenzen führt. Nur im Mischgebiet (Wohnen und Gewerbe) wurde der Lärmpegel überschritten.

Die Neustadter Straße soll nicht die letzte viel befahrene Verkehrsader sein, in der die Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer auf Tempo 30 reduziert werden soll. Laut Klaus Hübner, Leiter des Mutterstadter Ordnungsamtes, ist mit der Umwidmung des Teils der Neustadter Straße der Gemeinde vom LBM in Aussicht gestellt worden, auch in einem Stück der Oggersheimer Straße – von dem bereits bestehenden Tempo-30-Bereich bis zur Hauptkreuzung – die Geschwindigkeit auf 30 zu reduzieren. Parallel habe die Verwaltung vor etwa einem halben Jahr die Lärmpegelberechnungen für die gesamte Oggersheimer Straße, die ja bis zum Ortsausgang Richtung Oggersheim führt, und für die Speyerer Straße beantragt. Aber auch hier sei noch Geduld gefragt, das könne noch Monate dauern, sei die Auskunft des LBM an die Gemeinde gewesen.

Schneller könnte ein Tempolimit eingeführt werden, wenn die Gemeinde das selbst bestimmen könnte. Dafür setzt sich die Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden durch angepasste Geschwindigkeit“ ein, die 2021 sieben Großstädte, darunter Freiburg, Hannover und Leipzig gegründet haben. Sie wollen gegenüber dem Bund erreichen, dass die eng gesteckten Möglichkeiten der Straßenverkehrsordnung fallen und Kommunen selbst entscheiden können, wo welche Höchstgeschwindigkeit für den Verkehr gelten soll. Laut Frank Pfannebecker gehört Mutterstadt seit Anfang Januar zu einer der etwa 1050 Kommunen, die sich dieser Initiative angeschlossen haben.

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