Rhein-Pfalz Kreis Tüfteln an Achsen und Knoten
«Ludwigshafen.» Mit dem Radschnellweg, der Pendlern von Schifferstadt bis Heidelberg den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad schmackhaft machen soll, geht es auf linksrheinischer Seite derzeit nur langsam voran. Aber: Benachbarte Kommunen und Landkreise in der Vorderpfalz haben sich gemeinsam mit dem Regionalverband daran gemacht, ein Radwegekonzept zu erstellen. Erste Ergebnisse hat die Kreisverwaltung am Donnerstag dem Kreisbauausschuss vorgestellt.
Ein Arbeiten auf verschiedenen Ebenen sei das, sagte Landrat Clemens Körner (CDU). Zum einen wird das Vorhaben Radschnellweg, das auf rechtsrheinischer Seite wie berichtet als „Leuchtturm-Projekt“ vorangetrieben, von der Mainzer Landesregierung aber eher als kommunale Angelegenheit betrachtet wird (siehe „Zur Sache“), weiter verfolgt. Hier gebe es noch viele offene Fragen, was die Zuständigkeiten und die Finanzierung angehe. Zum andere gehe es aber auch darum, das Radwegenetz insgesamt und eben auch im „Kleinen“ – auf Kreisebene – zu untersuchen und zu verbessern. Oder, wie Bau-Referatsleiter Michael Pack sagte, „wir brauchen auch Zubringer zum Radschnellweg“. Denn dieser nütze weniger, wenn die Zuwege schlecht ausgebaut oder sogar nicht vorhanden seien. Ziel sei, nicht nur die ohnehin fahrrad-affinen Pendler zu erreichen, sondern auch Andere zum Umsteigen zu bewegen. Das bedeutet, es muss gut ausgebaute Radwege geben – und kurze Wege zum nächsten Bahnhaltepunkt etwa. Die Fachleute gehen dabei von einer maximalen Fahrzeit von 40 Minuten und einer Distanz von 16 Kilometern aus – das ist eines der Ziele. Was sind die Hauptwegebeziehungen und wo gibt es Querverbindungen zwischen diesen Hauptachsen? Wie verlaufen die Verkehrsströme? Ist Ludwigshafen als Zentrum für die vorderpfälzischen und Anknüpfungspunkt an die badischen Gebiete anzunehmen? Welchen Standard soll eine Radschnellverbindung zwischen Ludwigshafen und Schifferstadt haben? Diese und viele andere Fragen sind untersucht worden. Vier Hauptachsen haben die Fachleute festgehalten, die jeweils nach Ludwigshafen führen: Von Schifferstadt über Limburgerhof, von Bad Dürkheim über Maxdorf, von Bobenheim-Roxheim über Frankenthal und eine kleinere von Mutterstadt übers Maudacher Bruch. Wichtig dabei: Die Anschlüsse an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) müssen gut sein, betonte Michael Pack. Auch die Ansprüche an einen Rad(schnell-)weg haben die Vertreter der Kommunen gebündelt: Die Wege müssten den Radlern vorbehalten und mindestens vier Meter breit sein, flotte Geschwindigkeiten ermöglichen und wenige Knotenpunkte mit geringen Wartezeiten aufweisen. Das sei mit bestehenden Radwegen nicht möglich, sagte Pack und nannte als Beispiel die Strecke von Schifferstadt zum Hauptbahnhof Ludwigshafen. Die sei jetzt zwar schon durchgehend befahrbar, aber auf den unterschiedlichsten Wegen vom Wirtschafts- über den Bahnbetriebsweg bis zu den innerörtlichen Straßen: „Das ist weit weg von der Qualität, die für eine attraktive Radverbindung nötig wäre.“ Außerdem müsste ausreichender Sicherheitsabstand zu Wirtschaftswegen und der Schnellbahnlinie vorhanden sein. Es gehe um eine enge Vernetzung, sagte Körner, vor allem müssten auch die weniger gut an den ÖPNV angebundenen Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis stärker berücksichtigt werden, als dies allein mit dem Radschnellweg auf der vorgesehenen linksrheinischen Route von Ludwigshafen nach Schifferstadt möglich wäre. Mit dem Ausbau von Wegen entlang der Kreisstraßen allein in eigener Regie des Rhein-Pfalz-Kreises sei es nicht getan, dazu gibt es zu wenige, die auch nicht durchgehend verbunden sind, wie Pack anhand einer Karte demonstrierte. Das Land, sprich der Landesbetrieb Mobilität, müsse mit ins Boot, sagte Körner.