Rhein-Pfalz Kreis
Sturmtief „Sabine“ sorgt für kleine Schäden im Speyerer Umland
In der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen waren es laut Wehrleiter Stefan Zöller insgesamt 16 Einsätze für die drei Wehren. Rund 35 Kameraden kümmerten sich ab 6 Uhr am Morgen um umgestürzte Bäume, heruntergewehte Dachziegeln und Äste sowie ein beschädigtes Vordach. „Andere Bundesländer hat es, glaube ich, schlimmer erwischt“, sagte der Wehrleiter auf Anfrage. Die Vorwarnungen über die Medien, dass nicht viele Menschen aus dem Haus gegangen seien und dass der Nahverkehr eingestellt wurde, seien der Feuerwehr entgegengekommen, sagte Zöller.
Die Polizei berichtete im Speyerer Umland lediglich von einem Unfall auf der K26 zwischen Hanhofen und Harthausen, bei dem ein 59-jähriger Schifferstadter mit seinem Mercedes in Höhe des Sportplatzes einen auf der Fahrbahn liegenden, umgestürzten Baum übersah. Bei dem Zusammenstoß entstand ein Sachschaden von rund 1200 Euro, verletzt wurde niemand.
Auch für die Freiwilligen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Lingenfeld war es trotz der Wetterlage eine moderate Anzahl an Einsätzen, wie Wehrleiter Steffen Andres auf Anfrage sagte. Er sprach von weniger als zehn Einsätzen, zu denen die Kameraden ab 6 Uhr am Morgen über den Tag verteilt ausrücken mussten. Dabei ging es um herabgestürzte Äste und Ziegeln sowie einen kleinen Baum, der in Schwegenheim von der Straße entfernt werden musste. In Lustadt versperrte nach Angaben des Wehrleiters ein Baum die Zufahrt zum Therapiezentrum Ludwigsmühle. In Schwegenheim mussten die Kameraden mithilfe der Drehleiter aus Germersheim die Außenverkleidung einer Blechhalle sichern, die bis zur B9 zu fliegen drohte. „Im vergangenen Jahr hatten wir einen unangekündigten Sturm mit mehr Schäden“, sagte Andres und verwies damit ebenfalls auf die Vorwarnungen.
„Den südlichen Landkreis rund um Kandel und den Bienwald hat es schlimmer getroffen“, sagte der Lingenfelder Wehrleiter. Im Bienwald wurden wegen des Sturms fast alle Straßen gesperrt. Die einzigen Ausnahmen waren die B9 und die K17, die Büchelberg mit der B9 verbindet, hieß es von der Polizei. Dies war eine vorsorgliche Maßnahme des Landesbetriebs Mobilität, weil die anhaltende Gefahr vor Astbrüchen für Autofahrer lebensgefährlich sein kann.
Volker Westermann, Förster im Forstamt Pfälzer Rheinauen, zu dem auch die Wälder rund um Speyer gehören, teilte am Montag mit, dass die Mitarbeiter zurzeit die Wege in den Wäldern freiräumen und die Schäden erfassen. Der Wald soll auch noch einige Tage gemieden werden, weil Bäume laut Westermann aufgrund des Klimastresses in den vergangenen zwei Jahren nur noch eine geringe Standfestigkeit haben. Er warnte außerdem vor umgestürzten Bäumen, die noch auf anderen Bäumen hängen, und gelösten Ästen, die erst Tage nach dem Sturm auf den Boden fallen können. Der Friedwald bei Dudenhofen bleibt auch noch am Dienstag gesperrt.
In der Verbandsgemeinde Rheinauen hielt sich die Anzahl der Einsätze ebenfalls in Grenzen. Wehrleiter Michael Jaspers sprach am späten Montagnachmittag von insgesamt elf Einsätzen. Am frühen Morgen seien in Altrip und Neuhofen Bäume umgefallen, in Altrip seien zwei Autos beschädigt worden. In Waldsee wurden laut Jaspers Ziegeln von Dächern geweht, außerdem mussten die Wehrleute eine Baustelle absichern. In Otterstadt drohte an der kommunalen Kindertagesstätte Abenteuerland eine Dachverkleidung herunterzustürzen. Die Kameraden sicherten diese mithilfe der Drehleiter aus Neuhofen. Auf das Sturmtief hatten sich die Wehrleute nicht speziell vorbereitet. „Wir sind jederzeit gerüstet“, sagte Jaspers und ergänzte, dass die Feuerwehrleute die Vorwarnungen zum Sturmtief aber andauernd verfolgt hätten.
Strom weg, Müllabfuhr verschoben
Wegen des Sturmtiefs gab es ab dem späten Sonntagabend Stromausfälle in Römerberg und Waldsee, wo nach Angaben der Pfalzwerke zwischenzeitlich 219 Menschen im Dunkeln saßen. Insgesamt waren laut dem Unternehmen in der Pfalz 67 Gemeinden zwischenzeitlich ohne Strom – überwiegend wegen Bäumen, die auf Stromleitungen gefallen waren.
Probleme gab es auch bei der Müllentsorgung. In einigen Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis – zum Beispiel in Hanhofen, Harthausen und Waldsee – konnte der Müll nicht abgeholt werden. Nach Angaben des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft werden der Rest- und Bioabfall am kommenden Samstag, 15. Februar, und die Wertstoffsäcke entsprechend dem Abfuhrplan abgeholt. Auch im Landkreis Germersheim konnten die Müllwerker am Montag nicht wie geplant unterwegs sein. Die Abfuhr von Rest- und Biomüll sowie der gelben Säcke und die Leerung der Papiertonnen verschieben sich diese Woche jeweils um einen Tag, hieß es von der Kreisverwaltung.
Die Schulen im Speyerer Umland stellten den Eltern teilweise frei, ob sie ihre Kinder zum Unterricht schickten. In Hanhofen und Waldsee fiel der Unterricht in den Grundschulen dagegen ganz aus.