Rhein-Pfalz Kreis Strom für 470 Haushalte

Einst Mülldeponie, jetzt Solarpark: Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld in Ellerstadt mit den Betreibern der neuen Fotovoltaikanlage.
Einst Mülldeponie, jetzt Solarpark: Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld in Ellerstadt mit den Betreibern der neuen Fotovoltaikanlage.

Der neue Solarpark auf der Südseite der ehemaligen Mülldeponie in Ellerstadt ist seit gestern offiziell am Netz. Die mehr als 6000 Solarmodule können 470 Durchschnittshaushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen. Das entspricht einer Leistung von 1,7 Megawatt. 1,5 Millionen Euro wurden investiert.

Die Fotovoltaikanlage ist das erste Projekt der im März gegründeten GmbH Neue Energie Landkreis Bad Dürkheim, die die Anlage im Sommer vom Kreis übernehmen wird. Gebaut hat sie die Pfalzwerke-Tochter Pfalzsolar. Die Errichtung sei ein Wettlauf gegen die Zeit gewesen, sagte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) zur Einweihung. Man habe in den Genuss der im Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014 geregelten Einspeisevergütung von 8,91 Cent pro Kilowattstunde für 20 Jahre kommen wollen. Der Landrat dankte allen Beteiligten, dass sie „den Wettlauf mitgemacht“ hätten – auch die Gemeinde Ellerstadt und die Verbandsgemeinde Wachenheim. Bei der neuen Energiegesellschaft bestehe die Möglichkeit, andere Partner dazu zu nehmen und so die Handlungsmöglichkeiten bei den regenerativen Energien zu erweitern. Im Landkreis Bad Dürkheim blicke man sehr stark in Richtung Fotovoltaik und setze auf Energieeffizienz, sagte der Landrat. Die Möglichkeiten der Windenergie am Haardtrand seien bereits sehr stark ausgeschöpft. Es seien beim Bau der Anlage sehr viele Belange zu berücksichtigen gewesen, berichtete Ihlenfeld, insbesondere beim Naturschutz. Denn das Gebiet sei ein „Refugium für Lebewesen aller Art“. Gleichberechtigte Gesellschafter des Unternehmens Neue Energie Landkreis Bad Dürkheim sind neben dem Landkreis die Pfalzwerke. Geschäftsführer der Gesellschaft sind Klaus Pabst, Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, und Leonhard Schädler von den Pfalzwerken. Die Gesellschaft hat das Ziel, den Ausbau der erneuerbaren Energien innerhalb des Landkreises voranzutreiben. Zu ihren Aufgaben gehören Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Wärme- und Stromerzeugung. Geschäftsführer Schädler berichtete, dass die technischen Daten bislang „sehr zufriedenstellend“ gewesen seien: Die Anlage lieferte im März und April mehr Strom, als die Berechnungen vorgesehen hatten. Das Projekt sei ein Musterbeispiel dafür, wie so etwas mit der Unterstützung aller schnell zu realisieren sei, sagte Schädler. Die Baugenehmigung war am 9. November eingegangen. Die Pfalzwerke, so Schädler, freuten sich auf „mindestens 20 Jahre Stromertrag“. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises habe den Bau der Fotovoltaikanlage „eng begleitet“ und geholfen, ihn „zielgenau umzusetzen“, bestätigte der Geschäftsführer der Pfalzsolar Jan Vonhöne. Am Rande der Einweihungsfeier gab Landrat Ihlenfeld gleich das nächste Projekt bekannt: Auf der Nordseite der ehemaligen Ellerstadter Deponie soll eine weitere Solaranlage entstehen. Sie ist bereits im Bebauungsplan vorgesehen.

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