Fussgönheim
Straßensanierung: Es geht um jeden Zentimeter
Es ist eng in der Jakobstraße in Fußgönheim. Teilweise ist so wenig Platz, dass ein Teil davon als Einbahnstraße ausgewiesen ist. Trotz der Enge parken Autos auf der Straße, auch in dem Teil, der nur von der Speyerer Straße aus befahren werden darf. Und mehr Platz wird es nicht geben, wenn die Straße erneuert wird, was die Ortsgemeinde nun vorhat. Denn rechts und links stehen Häuser entlang der Seitenstraße, die aktuell zwischen 6,10 und 7,90 Meter breit ist. „Es ist immer wieder spannend, in den Bestand einzugreifen“, sagt Uwe Franzreb, der den Umbau plant. Trotzdem: Es ist keine ganz einfache Ausgangssituation, denn es geht um jeden Zentimeter, vor allem bei den Gehwegen.
Und so vollzieht vor allem die Fußgönheimer CDU so manche Kehrtwende in der Diskussion, wie die Jakobstraße künftig aussehen soll – auch, weil die Fraktion im Ortsgemeinderat es möglichst jedem recht machen möchte. Die Gehwege sollen breit sein, Anwohner sollen aber dennoch parken können. Beides zusammen funktioniert aber nicht. Das akzeptiert nach zähem Ringen auch Fraktionschefin Heike Seifert-Leschhorn, die zunächst darauf beharrt, dass die Gehwege auf beiden Straßenseiten gleich breit sein sollen – der Vorschlag der Planer liegt bei 1,20 Metern. „Wir müssen die Anwohner gleichbehandeln“, sagt sie. Dann aber wäre parken nicht mehr möglich, eine weitere Forderung der CDU.
Was also tun? Unter der Voraussetzung, dass die Möglichkeit des Parkens weiterhin in Betracht gezogen wird, zeigt sich die CDU auch mit dem Alternativvorschlag der Planer einverstanden. Und so einigt sich der Ortsgemeinderat schließlich geschlossen auf diesen Kompromiss: Von der Einmündung der Kalmitstraße bis zum Übergang zum Feldweg wird der Gehweg auf der Nordseite der Jakobstraße 1,50 Meter breit, auf der Südseite 90 Zentimeter. Im Einbahnstraßenbereich zwischen Kalmit- und Speyerer Straße soll der Bürgersteig im Norden maximal 85 Zentimeter breit werden und auf der anderen Seite mindestens 1,20, maximal aber 1,35 Meter.
Eine Achse für Fußgänger schaffen
Wie Parkmöglichkeiten geschaffen werden können, ob die Autos etwa teilweise auf dem Bürgersteig stehen dürfen, das müsse man noch abwarten, sagt Fußgönheims Ortsbürgermeister Jochen Schubert (FWG), der auf eine allgemeine Regel hinweist: Wenn durch ein parkendes Auto die Fahrbahnbreite noch weniger als 3,05 Meter beträgt, dürfe ohnehin nicht geparkt werden. „Dann ergibt es sich wohl von selbst“, sagt er. Gleichwohl ist er kein Freund davon, Verbotsschilder aufzustellen. Die Planer rechnen, dass der Ausbau der 280 Meter langen Straße rund 955.000 Euro kostet. Doch es könnte auch mehr werden.
Anwohner, Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen, Gruppen von Schulkindern, sie alle sollen nicht nur von einem breiten Gehweg profitieren. „Wir wollen eine Art Verkehrsachse schaffen“, sagt Schubert, „wir wollen Fußgänger lenken und Wege zum Überqueren vorgeben.“ Das soll an den Kreuzungen über Absenkungen der Bürgersteige und eine andere Art der Steine geschehen. Doch das kostet mehr.
„Wenn wir all das berücksichtigen, geht es sicher über eine Million Euro“, sagt Markus Leppla (CDU). Er fragt sich, ob das dann alles noch im Rahmen sei. Schließlich ist die Jakobstraße eine Seitenstraße und keine Hauptroute durchs Dorf. Die genauen Kosten werden die Planer nun ermitteln. „Wir wollen das Beste aus der Straße machen, ohne dass die Kosten ins Uferlose steigen“, sagt Schubert. Die Straße sei schließlich für die nächsten 30 Jahre konzipiert – „und hoffentlich noch länger“, sagt Schubert.