Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Straßenfasnacht: Viele Lampen aus den 70ern

Dieses Jahr das Trendkostüm: Die Lampe aus den 70ern aus dem Partyhit „Wackelkontakt“.
Dieses Jahr das Trendkostüm: Die Lampe aus den 70ern aus dem Partyhit »Wackelkontakt«.

Tausende Jecken feierten am Sonntag bei schönstem Sonnenschein rund um den Schillerplatz die Straßenfasnacht. Bier gab es in Mehrwegbechern und als Kostüm.

Wenn es in diesem Jahr ein Trendkostüm gibt, dann ist es wohl die „Lampe aus den 70ern“. Passend zum Partyhit „Wackelkontakt“, der auch bei der Straßenfasnacht in Schifferstadt regelmäßig aus den Boxen dröhnte, feierten etliche Besucher mit Lampenschirm auf dem Kopf. Auch der 37-jährige Robin hatte sich für dieses Kostüm entschieden und es mit einem quietschbunten Jogginganzug perfektioniert.  Der Schifferstadter war gerade erst von einem Wochenende in Köln zurückgekehrt, wo er und seine Freunde alle in diesem Outfit Karneval gefeiert hatten. „Und da haben alle Lampen gebrannt“, verriet er lachend. In Schifferstadt ist er jedes Jahr bei der Straßenfasnacht und sieht im direkten Vergleich einen entscheidenden Vorteil zu Köln: „Hier fühlt man sich sicherer.“ Außerdem habe er den Eindruck, dass es bei der Straßenfasnacht heutzutage gesitteter zugeht als früher.

Immer mittendrin: Bürgermeisterin Ilona Volk strahlt mit der Sonne um die Wette.
Immer mittendrin: Bürgermeisterin Ilona Volk strahlt mit der Sonne um die Wette.

Etliche Liter Alkohol müssen entsorgt werden

Das könnte daran liegen, dass laut der Gefahrenabwehrverordnung branntweinhaltige Getränke auf dem Festgelände nicht erlaubt waren. Die Regel war zwar nicht neu, aber offenbar immer noch vielen Besuchern nicht bewusst, wie ein Blick in die Mülltonnen an den Zugängen zum Schillerplatz zeigte. Schon gegen 15 Uhr berichtete Dieter Weißenmayer (FWG), Beigeordneter der Stadt Schifferstadt, dass am Ende des Tages voraussichtlich mindestens so viel Alkohol entsorgt werden müsste wie im vergangenen Jahr. 2024 waren es rund 380 Liter.

Stefanie Gand mit ihren Kindern ist dieses Jahr „auf den Hund gekommen“.
Stefanie Gand mit ihren Kindern ist dieses Jahr »auf den Hund gekommen«.

Auf der Faschingsmeile gab es derweil Bier und Wein aus Mehrwegbechern, denn auch Glasbruch und Müll sollten weitestgehend vermieden werden. Dafür, dass es immer genug Nachschub gab, sorgten die Schifferstadter Vereine und weitere Standbetreiber. Ordnungsamt, Jugendamt und Polizei hatten derweil ein Auge darauf, dass die feuchtfröhliche Stimmung nicht zu brenzligen Situationen führte. Trotzdem appellierte Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) in ihrer Begrüßung an alle Gäste: „Gebt aufeinander acht!“

Sogar Narren aus Brandenburg und Bayern

Über mangelndes Interesse an der Straßenfasnacht brauchte das Stadtmarketing als Veranstalter nicht klagen. Bereits zu Beginn war der Platz gut gefüllt. Und bei strahlendem Sonnenschein strömten immer mehr Menschen in die Stadtmitte, bis es mehrere Tausend waren. Vor allem junge Menschen schien das Angebot anzulocken. Dafür nahmen manche sogar eine weite Anreise in Kauf. Johannes aus Brandenburg etwa, dessen Gruppe einheitlich Bier-Kostüme trug, hatte den Besuch bei einem Freund extra auf die Fasnacht gelegt. „Ich war letztes Jahr schon hier, und es hat mir so gut gefallen, dass ich immer wieder gern herkomme“, sagte der 25-Jährige.

Gut Laune auch am Stand des Teams vom MGV 1854.
Gut Laune auch am Stand des Teams vom MGV 1854.

Franziska aus Bayern begleitete ihren Freund Florian aus Böhl-Iggelheim zur Straßenfasnacht. Fasching feiere sie auch zu Hause, sagte die 15-Jährige, die als Cowgirl unterwegs war. Insofern sei für sie die Fasnacht in der Pfalz kein Kulturschock. Im Gegenteil: „Es ist richtig schön“, meinte sie.

Auch Kölsche Karnevalshits waren beliebt

Mitten im Getümmel waren aber auch echte Pfälzer Fasnachtsprofis anzutreffen. So genoss das Prinzenpaar der Böhler Hängsching, Jannik I. und Celina I., gemeinsam mit Neustadts Prinz Vino Palatina Pauline I. und Freunden, einmal nicht Akteur, sondern nur Gast zu sein. Und die lebende Klapprad-Legende Alfons V. feierte ganz entspannt in seinem goldenen Rennanzug.

Die lebende Klapprad-Legende Alfons V. feierte mit seiner Begleitung mit.
Die lebende Klapprad-Legende Alfons V. feierte mit seiner Begleitung mit.

Für die passende Musik sorgte DJ Jens Huthoff. Und der gab ordentlich Gas, spielte neben den aktuellen Partyhits im Sinne der Völkerverständigung auch mal das ein oder andere Kölsche Karnevalslied, was bei den Jecken gut ankam. Da es dabei in der Nähe der Boxen aber ziemlich laut war, hatten sich Familien mit Kindern eher an die Ränder der Partymeile zurückgezogen.

Kleine Dalmatiner hatten auch Spaß

Stefanie Gand aus Schifferstadt feierte mit ihren drei Kindern in einer Häuserecke, die sie jedes Jahr ansteuert. „Es gibt hier schon Fleckchen, wo man auch mit Kindern feiern kann“, sagte sie. Tochter Dayana (10) hatte sich als Dalmatiner verkleidet. „Mir gefällt es richtig gut“, schwärmte sie.

Hier zelebriert eine Gruppe von Fasnachtern die 80er-Jahre .
Hier zelebriert eine Gruppe von Fasnachtern die 80er-Jahre .

Dieses Fazit dürften, den Gesichtern nach zu urteilen, die meisten Feiernden gezogen haben. Und auch der Beigeordnete Weißenmayer war bei seinem Besuch mit der Stimmung sehr zufrieden. Ob das am Ende auch für Polizei, Ordnungsamt und Sanitäter galt, wird das Ergebnis der Abschlussbesprechung zeigen.

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